- 27.05.2019, 10:05:15
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Caritas zum morgigen Klimagipfel in Wien: Wir müssen jetzt handeln!
Landau: „Jene Menschen, die die Klimakrise am wenigsten verursacht haben, leiden am meisten darunter. Für unsere gemeinsame Welt müssen wir gemeinsam Verantwortung übernehmen.“
Utl.: Landau: „Jene Menschen, die die Klimakrise am wenigsten
verursacht haben, leiden am meisten darunter. Für unsere
gemeinsame Welt müssen wir gemeinsam Verantwortung
übernehmen.“ =
Wien (OTS) - Die globale Klimakrise ist einer der Hauptgründe für das
Ansteigen des weltweiten Hungers: Sie verursacht Landverlust,
Nahrungsmittel- und Trinkwasserknappheit.
Caritas Präsident Michael Landau, gerade zurück von der
Generalversammlung der Caritas Internationalis in Rom, die sich auch
mit dem Thema Umweltschutz befasst hat, betont: „Jene Menschen, die
die Klimakrise am wenigsten verursacht haben, leiden am meisten
darunter. Der weltweite Hunger steigt wieder. Das ist ein Drama.
Heute leiden in Afrika südlich der Sahara, 220 Millionen Menschen an
Hunger, das sind um 40 Millionen Menschen mehr als noch 2006.
Tatsache ist, die Klimakrise ist neben regionalen Konflikten einer
der Hauptgründe für diesen Anstieg.“
Wassermangel und steigende Temperaturen verschärfen die
Situation
Die Mehrheit der Menschen in Afrika und Asien lebt von
kleinbäuerlicher Landwirtschaft, viele von Subsistenzwirtschaft – das
heißt, Bäuerinnen und Bauern ernten gerade einmal das, was sie zum
Überleben brauchen und sind damit von natürlichen Ressourcen
abhängig.
Landau: „Aus den Gesprächen in Rom weiß ich: Die dramatischen
Klimaphänomene nehmen zu. Dürrekatastrophen werden auf der einen
Seite häufiger. Auf der anderen Seite kommt es zu Überflutungen und
einem Anstieg der Wasserpegel, der Menschen ihren Lebensraum kostet.
Gerade für Afrika gilt: Der Mangel an Regen, die sinkende
Wasserhaltekapazität der Böden und die schwindende Bodenfruchtbarkeit
haben geringere Ernten zur Folge, die zu Hunger führen. Jede weitere
Veränderung dieser extrem schwierigen Bedingungen durch die
Klimakrise bedroht den Lebensraum entscheidend und gefährdet damit
das Überleben dieser Menschen. Schon heute hat jeder dritte Mensch
weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Der globale
Temperaturanstieg verschärft den Wassermangel in vielen Ländern
dramatisch.“
„Fridays for Future“ ist ein Hoffnungszeichen gerade für
Afrika
Für viele afrikanische Länder und große Teile Asiens wird durch die
Klimakrise eine regionale Reduktion der landwirtschaftlichen
Produktion und des Fischfangs prognostiziert: Die Erwärmung der Meere
und Binnengewässer führt zu einem Rückgang der Fischbestände; extreme
Wetterereignisse wie starke Regenfälle, Stürme und Dürren zerstören
Ernten. Das bedeutet, die globale Ernährungssituation wird sich ohne
rasches, entschiedenes Handeln dramatisch verschlechtern.
Landau: „Die Fortschritte der vergangenen Jahrzehnte in der
Bekämpfung des Hungers sind gefährdet, und das gilt besonders für
Afrika. Fridays for Future ist hier ein ganz großes Hoffnungszeichen.
Dass in ganz Europa und weltweit hunderttausende junge Menschen für
den Klimaschutz auf die Straße gehen macht deutlich: Gerade junge
Menschen haben ein Gefühl dafür, dass wir als Menschheit eine Familie
sind und uns die Welt gemeinsam anvertraut ist, als das eine,
gemeinsame Haus der Schöpfung.“
Klimakrise in Afrika und Asien – Caritas hilft
Auch für die Caritas Österreich ist Hilfe zur Ernährungssicherung in
Afrika und Asien ein ganz wichtiges Thema: Mit unterschiedlichen
Maßnahmen werden von der Klimakrise betroffene Bäuerinnen und Bauern
dabei unterstützt, sich an die dramatischen Klimaänderungen,
häufigere Dürren und trockener Böden, anzupassen. Etwa in Burkina
Faso, wo zum Beispiel mit der sogenannten „Zai-Methode“ Wasser im
Boden besser gespeichert und somit die Bodenfruchtbarkeit erhöht
wird. (Es werden kleine Löcher ausgehoben, mit organischem Material
gefüllt und das Wasser kann leichter in den so aufgelockerten Boden
eindringen.) In Südasien unterstützt die Caritas Österreich ein
landwirtschaftliches Programm in vier Ländern, in dem Bäuerinnen und
Bauern, beraten von wissenschaftlichen Instituten, selbst auf ihren
Feldern forschen und experimentieren, welche Pflanzen unter den
veränderten Klimabedingungen den besten Ertrag liefern.
Zusagen für mehr Klimaschutz einhalten!
Landau: „Für unsere Welt müssen wir gemeinsam Verantwortung
übernehmen. Die Klimakrise und der damit verbundene Hunger dürfen uns
nicht egal sein, und Österreich könnte hier eine Vorreiterrolle
einnehmen.“
Die Industriestaaten, unter ihnen auch Österreich, haben sich dazu
verpflichtet, die Ziele des UN-Klimaschutzabkommens von Paris
vollständig umzusetzen, die Finanzierung zu steigern und ab 2020
jährlich 100 Mrd. US-Dollar für die vom Klimawandel betroffenen
Entwicklungsländer zur Verfügung zu stellen. Dafür wurde der Green
Climate Fund der Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um Gelder zur
Minderung von Treibhausgasen und zur Anpassung an den Klimawandel für
Projekte in Entwicklungsländer bereit zu stellen.
„Papst Franziskus erinnert in der 2015 erschienen Enzyklika „Laudato
Si“: Die Erde ist unser gemeinsames Haus, unsere gemeinsame Heimat.
Wir haben nur einen Planeten, und daher haben wir die Verpflichtung
und die Verantwortung, diesen gemeinsam zu schützen und zu bewahren“,
so Caritas Präsident Michael Landau.
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