• 18.05.2019, 22:00:01
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Tiroler Tageszeitung, Analyse, Ausgabe vom 19. Mai 2019. Von KARIN LEITNER. "Der Selbstfaller des Meister Proper ".

Innsbruck (OTS) - Strache hat sich zum Polit-Saubermann stilisiert
und die FPÖ aus dem Tief gebracht. Eine Woche vor der EU-Wahl ist sie
wieder dort.

14 Jahre lang hat Heinz-Christian Strache die FPÖ geführt, eineinhalb
Jahre war er Vizekanzler. Über Nacht ist es damit vorbei. Nicht wegen
der unzähligen „Einzelfälle“ in seiner Truppe; die hat er
ausgesessen. Grund dafür ist ein anderweitig beispielloses
Unsittenbild seiner Partei. Jener Partei, die sich seit jeher als die
der Saubermänner geriert. Schon unter Jörg Haider deckte sich die
Inszenierung nicht mit dem Tun, das im Hypo-Skandal gipfelte. Haider
habe sich korrumpieren lassen, befand Strache damals – und
stilisierte sich zu einem Volksvertreter, der Anstand nicht nur
predigt, sondern der Meister Proper ist. Nun sind seine schmutzigen
Absichten dokumentiert, seine Hybris, die Orbán’schen Anwandlungen
für alle seh- und hörbar. Mit dem gewohnten Opfergehabe wollte er
sich aus der Affäre ziehen. Diese Nummer zieht nicht mehr.
Strache hat die FPÖ aus dem Tief gebracht, eine Woche vor der EU-Wahl
ist sie wieder dort. Ohne Front- und Klubobmann steht sie da, ohne
die Vorzüge des Mitregierens. Norbert Hofer wollte sich heraushalten
aus der Parteipolitik, um sich für die erneute Hofburg-Kandidatur ein
gutes Image zu erarbeiten. Nun muss er die Partei vorerst leiten. Für
die Wien-Wahl wähnten sich Strache und Gudenus auf dem Weg in das
Bürgermeisteramt. Sie haben ihn sich verstellt.
Mit seinem Hochmut hat Strache sich und die Seinen zu Fall gebracht.
Der erneute Beleg dafür, dass die FPÖ nicht regierungstauglich ist.
Das sollte jetzt allen klar sein.

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