Hochspannung rund ums Auto: Jetzt kommen die Stromer

40. Internationales Wiener Motorensymposium: Was die deutschen Hersteller Volkswagen und Mercedes-Benz an reinen Elektrofahrzeugen in der Pipeline haben

Wien (OTS) - Als „wirtschaftliches und technologisches Rückgrat der anstehenden Elektrooffensive“ bezeichnet Volkswagen den Modularen Elektrifizierungs-Baukasten (MEB), in den Dr. Karsten Bennewitz, Leiter Hybridsysteme, E-Traktion und elektrische Komponenten, Volkswagen AG, Donnerstag auf dem Internationalen Wiener Motorensymposium in seinem Vortrag erste Einblicke gewährte. Bis Ende 2022 wird weltweit die Produktion von 27 MEB-Fahrzeugen für Konzernmarken starten. Bis 2025 sind insgesamt mehr als 80 elektrifizierte Modelle geplant, darunter rund 50 reine Stromer.

Die MEB-Plattform stellt den von Volkswagen eigens für E-Autos konzipierten fahrbaren Unterbau dar. Das Chassis mit unterschiedlichen Radständen verfügt über eine flache Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie, die im Boden verbaut ist, über den E-Antrieb mit Pulswechselrichter und Ein-Ganggetriebe, die Hochvoltverkabelung und das Ladegerät. Grundsätzlich können zwei E-Antriebe verbaut werden, an der Hinterachse mit einer permanenterregten Synchronmaschine (PSM) mit einer Leistung von 150 kW und an der Vorderachse mit einer Asynchronmaschine (ASM) mit einer Leistung von 75 kW.

Der Vergleich der technischen Daten des neu entwickelten MEB-Hinterachsantriebs mit dem E-Antrieb des aktuellen e-Golf verdeutlicht die erreichten Entwicklungsfortschritte. Die Peak-Leistung konnte um 50 Prozent auf 150 kW und das Drehmoment um sieben Prozent auf 310 Nm gesteigert werden. Das Gewicht des MEB-Hinterachsantriebs sank trotz der Leistungs- und Momentensteigerung um 18 Prozent auf 90 kg. Für den MEB- Hinterachsantrieb ergibt sich somit ein spezifisches Leistungsgewicht von 1.667 W/kg, dies entspricht einer signifikanten Steigerung von 82 Prozent gegenüber dem E-Antrieb des e-Golf.

Mit Reichweiten auf dem Niveau heutiger Benziner und dem Preislevel aktueller Dieselmodelle habe die Volkswagen ID. Familie das Potenzial, den Durchbruch für die umweltfreundliche Elektromobilität und damit eine neue Antriebsära einzuleiten, erklärte Dr. Bennewitz.

Mercedes-Benz: Nobel-SUV setzt ganz auf Strom für den Antrieb

Das erste vollelektrische SUV von Mercedes-Benz, der EQC, stand Donnerstag im Zentrum eines Vortrags beim Internationalen Wiener Motorensymposium. Jürgen Schenk, Chief Engineer eDrive System Integration, Daimler AG, erläuterte die Technik des Elektrofahrzeugs, das Mitte 2019 in Europa, Ende des Jahres in China und Anfang 2020 in den USA auf den Markt kommen wird.

Neue Mobilität müsse die Erwartungen der Kunden intelligent erfüllen. Die Emotionalität der Produkte sei ein absolutes Topkriterium und umfasse außer der Agilität beim Beschleunigen auch ein emotionales Design, eine außergewöhnliche Bedienbarkeit und eine luxuriöse Innenraumgestaltung, betonte der Vortragende. Realisiert wurde dies im neuen EQC. Die Kenndaten: 300 kW Allradantrieb mit 765 Nm Drehmoment. Intelligente Drehmomentverteilung für optimale Agilität in allen Fahrsituationen bei gleichzeitiger Optimierung des Verbrauchs durch Kennfeldoptimierer. Intelligentes Zusammenspiel der Komponenten im System mit 80 kWh speicherbarer Energie, einer Schnelllademöglichkeit mit 110 kW DC und einer Reichweite von 400 km. Der EQC trägt an Vorder- und Hinterachse je einen kompakten elektrischen Antriebsstrang (eATS) und hat damit die Fahreigenschaften eines Allradantriebs.

Kernstück des Fahrzeugs ist die im Fahrzeugboden angeordnete Lithium-Ionen-Batterie aus eigener Produktion. Mit 80 kWh Energieinhalt versorgt sie das Fahrzeug unter Einbeziehung einer ausgeklügelten Betriebsstrategie und kann so eine elektrische Reichweite von über 400 km (nach WLTP) ermöglichen.

Daimler gehe laut Jürgen Schenk davon aus, dass bis 2025 der Anteil der Elektromodelle am Gesamtabsatz von Mercedes-Benz zwischen 15 und 25 Prozent liegen werde. Dies hänge auch von der Entwicklung der Infrastruktur und den Kundenpräferenzen ab. Rechne man die Plug-in-Hybrid-Modelle dazu, könne der Anteil der Fahrzeuge mit einem elektrischen Traktionsmotor in Europa bei deutlich über 40 Prozent liegen. Davon werden alleine mehr als zehn Modelle reine Elektro-Pkw sein – in allen Segmenten, vom smart bis zum großen SUV wie dem EQC.

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