Oö. Volksblatt: "Unglaubwürdig" (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 11. Mai 2019

Linz (OTS) - Sowohl EU-Spitzenkandidat Andreas Schieder als auch SPÖ-Landesvorsitzende Birgit Gerstorfer lassen kaum eine Gelegenheit aus, um ihre Ablehnung einer Koalition mit der FPÖ zu deponieren. Schieder tat es zuletzt in den TV-Debatten am Mittwoch, Gerstorfer einen Tag später beim „Europe Rising“ der SPÖ beim Lentos in Linz. „Dass eine Partei wie die FPÖ Regierungsverantwortung hat, ist eine Katastophe für unser Land“, sagte sie dort, und geißelte etwa auch „die Linzer FPÖ-Clique und ihre engen Verflechtungen zu den Identitären“.
Dass dem, nur einen Steinwurf vom Alten Rathaus entfernt, wo bekanntlich SPÖ und FPÖ einander in koalitionärer Harmonie zugetan sind, ein gerüttelt Maß an politischer Amnesie innewohnt, ist wohl unbestritten.
Mit einer Partei, die nach Ansicht der SPÖ-Sprecherin für Gedenkkultur, Sabine Schatz, „nicht regierungsfähig“ ist, hat der Linzer SPÖ-Bürgermeister Klaus Luger dezidiert „freiwillig“ ein gemeinsames Arbeitsübereinkommen geschlossen und jüngst auch die „nachhaltige Vertrauensbasis zwischen den Entscheidungsträgern beider Fraktionen“ betont.
Die partielle Farbenblindheit der SPÖ ist grundsätzlich ihr eigenes Problem. Zum allgemeinen Ärgernis wird sie nur, wenn man so tut, als würde es ohnehin niemand bemerken, wie unglaubwürdig man ist.

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