Oö. Volksblatt: "Verstaatlichung" (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 4. Mai 2019

Linz (OTS) - Muss man ernst nehmen, was Jungsozialisten vom Schlag eines Kevin Kühnert in Deutschland oder nun einer Julia Herr in Österreich so an Verstaatlichungsphantasien in Bezug auf Großunternehmen wie BMW von sich geben?
Eigentlich schon, denn Frau Herr beispielsweise ist keine ganz kleine Nummer in der SPÖ, sie ist Vorsitzende der Sozialistischen Jugend und immerhin Nummer 6 auf der SPÖ-Liste für die EU-Wahl. Und sie ist erst 26 — und hat damit noch viel Zeit, für das einzutreten, von dem sie selbst sagt, dass es eine „langfristige Forderung“ sei. Bemerkenswerter Nachsatz: „Wir werden nicht von heute auf morgen alles verstaatlichen“.
Man muss den roten Jung-Revolutionären gar nicht das sozialistische Venezuela unter die Nase reiben, um zu verdeutlichen, was Verstaatlichungen anrichten. Dass aus dem erdölreichsten Land der Welt eine Massenmigration eingesetzt hat, weil die Menschen Hunger leiden, ist für jeden Sozialisten eigentlich Anlass zum Fremdschämen. Es reicht schon, wenn sich Frau Herr von ihren Betriebsratsgenossen aus der entstaatlichten Voest erklären ließe, dass Privatwirtschaft bei Großbetrieben alles andere als pfui ist. Aber es ist zu befürchten, dass sie sich keines Besseren belehren lässt.

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