• 17.04.2019, 10:23:44
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Greenpeace warnt vor MSC-Fisch am Karfreitag

Heimischer Bio-Fisch ist die beste Wahl – MSC-Siegel führt KonsumentInnen in die Irre

Utl.: Heimischer Bio-Fisch ist die beste Wahl – MSC-Siegel führt
KonsumentInnen in die Irre =

Wien (OTS) - Anlässlich des Karfreitags, an dem ÖsterreicherInnen
gerne Fisch essen, empfiehlt Greenpeace den Griff zum heimischen
Fisch, wie traditioneller Karpfen. ÖsterreicherInnen verzehren rund
acht Kilogramm Fisch pro Jahr – der Großteil davon stammt aus den
Meeren. Das Problem dabei: Laut der Welternährungsorganisation der
Vereinten Nationen sind knapp 90 Prozent der kommerziell genutzten
Fischbestände bereits entweder bis an die Grenze genutzt oder
überfischt. Auch Zertifizierungen wie das MSC-Siegel können nicht für
Nachhaltigkeit garantieren.

„Der MSC hat schwache Standards und führt Konsumentinnen und
Konsumenten in die Irre. Kein Zertifizierungssystem kann derzeit
nachhaltige Meeresfischerei garantieren“, erklärt Lukas Meus,
Meeresexperte bei Greenpeace in Österreich. So können etwa
Fischereien das MSC-Zertifikat erhalten, obwohl sie Grundschleppnetze
verwenden. Diese Fangmethode pflügt den Meeresboden um und zerstört
wertvolle Ökosysteme wie Tiefsee-Korallenwälder innerhalb von
Sekunden. Zudem ist eine hohe Beifangquote kein Ausschlusskriterium
beim MSC. In mehreren Fällen wurde MSC-zertifizierten Fischereien
nachgewiesen, für den Tod tausender Delfine verantwortlich zu sein.
Trotzdem vermarktet der MSC seine Produkte mit dem Beisatz
„zertifizierte nachhaltige Fischerei“. „Eine verantwortungsvolle
Fischerei führt weder zur Überfischung, noch zerstört sie die Meere.
Der MSC kann beides nicht komplett ausschließen. Mit ernstzunehmender
Umweltzertifizierung hat das nichts zu tun“, kritisiert Meus.

Wer sich ökologisch bewusst ernähren möchte, jedoch nicht auf Fisch
verzichten will, dem empfiehlt Greenpeace heimischen Fisch,
idealerweise Bio-Fisch. „Die Fische in den Weltmeeren brauchen eine
dringende Verschnaufpause. Nur wenn insgesamt weniger Meeresfisch
konsumiert wird, können wir zur Rettung der Weltmeere und deren
Fischbestände beitragen. Karpfen, Forelle oder Saibling aus
heimischer Bio-Produktion sind eine schmackhafte und nachhaltige
Alternative“, so Meus.

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