• 04.04.2019, 11:10:21
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  • OTS0086

Ärztekammer zu elektronischem Kommunikationsservice eKOS: Vor Rollout Schwachstellen sanieren

ÖÄK-Steinhart: Erwartungen während Projektphase noch nicht erfüllt – Anwendungs-Empfehlung erst nach Mängelbehebung

Utl.: ÖÄK-Steinhart: Erwartungen während Projektphase noch nicht
erfüllt – Anwendungs-Empfehlung erst nach Mängelbehebung =

Wien (OTS) - „Die hohen Erwartungen an das elektronische
Kommunikationsservice eKOS konnten in der Pilotphase bisher leider in
einigen Punkten nicht erfüllt werden. Bevor die Schwachstellen, von
denen uns anwendende Ärztinnen und Ärzte berichten, nicht behoben
wurden, können wir den Einsatz von eKOS nicht empfehlen“, sagt
Johannes Steinhart, Obmann der Bundeskurie niedergelassene Ärzte und
Vizepräsident der ÖÄK.

eKOS soll die elektronische Erfassung, Übermittlung und Bearbeitung
von Überweisungen und Zuweisungen unterstützen, und die derzeitigen
Papierprozesse elektronisch abbilden. eKOS lief bisher in einem
Pilotbetrieb, der jetzt zu Ende geht, die Ausrollung soll Anfang
April beginnen.

„eKOS ist vom Ansatz her ein sehr sinnvolles Produkt und kann
Ärztinnen und Ärzten viele Vorteile bringen, zum Beispiel
administrative und zeitliche Entlastung“, so Steinhart. „Solange
jedoch eKOS administrativ, technisch und bezüglich
Benutzerfreundlichkeit hinter den Erfordernissen der Anwender
zurückbleibt, besteht dringender Sanierungsbedarf, der auch den
ursprünglichen Zeitplan in Frage stellt.“

Beispiele für Kritikpunkte, die – je nach Bundesland etwas
unterschiedlich – während der jetzt beendeten Pilotphase evident
wurden: Es gebe keine konsequente Evaluierung der Pilotphase, aus der
konkrete Schlüsse für Optimierungen bei der Ausrollung gezogen werden
können.

Zum Beispiel berichtet eine als Teststelle fungierende radiologische
Praxis in Wien, dass sie innerhalb des Pilotbetriebs kaum Zuweisungen
erhalte – es fehlt an Testzuweisern innerhalb des Pilotprojekts.

In Testungen der Zuweisungen zu Röntgen-Therapie,
Röntgen-Untersuchungen und Sonographie der geplanten
Leistungserweiterung in eKOS ab 1.7.2019 zeigte sich, dass ärztliche
Zuweisungen an Röntgeninstitute von mehr als einer Leistung – zum
Beispiel eine Sonografie gemeinsam mit einer Röntgenuntersuchung –
nicht in einem Durchgang möglich seien.

Außerdem gebe es derzeit noch keine vertragliche Grundlage für den
Einsatz von eKOS zwischen dem Hauptverband der
Sozialversicherungsträger und der für Röntgen-Institute zuständigen
Wirtschaftskammer.

Weiters stellte sich heraus, dass kein Pflichtenheft mit genauen
Anleitungen für die Programmierung erarbeitet wurde, wodurch während
der Pilotphase immer wieder aufwändige Adaptierungen und Abstimmungen
zwischen den involvierten Stellen erforderlich wurden. Außerdem müsse
die Möglichkeit von Verbesserungen und eines inhaltlichen Updates
auch nach dem Rollout festgeschrieben sein, was derzeit nicht der
Fall sei.

„Damit ist der ursprüngliche Zeitplan, der ein Rollout ab Anfang
April vorsieht, keinesfalls realistisch“, bilanziert Steinhart.
„Angesichts dieser vielen zu behebenden Details, Unklarheiten und
offenen Punkte können wir derzeit Ärztinnen und Ärzten nicht
empfehlen, eKOS anzuwenden, weil ein friktionsfreier Einsatz nicht
möglich erscheint. Sobald substantielle Verbesserungen bzw.
Sanierungen erfolgt sind, werden wir die Ärzteschaft und die
Öffentlichkeit darüber informieren.“ (rb)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAE

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