- 08.03.2019, 22:00:17
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TIROLER TAGESZEITUNG: Leitartikel vom 9. März 2019 von Alois Vahrner - Es braucht schärfere Umwelt-Regeln
Innsbruck (OTS) - Von der weltgrößten Tourismusmesse ITB in Berlin
bis zum Automobil-Salon in Genf: Mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit
waren großes Thema. Die Vorgaben dazu müssten aber verstärkt von der
Politik kommen.
Der Klimawandel und seine von Experten vorausgesagten drohenden
Folgen werden mittlerweile selbst von US-Präsident Donald Trump nicht
mehr so stark angezweifelt (wenn er auch die durch die Menschen
verursachte Emission von Treibhausgasen nicht als Ursache sieht). Das
Umweltbewusstsein der Bevölkerung und der Wirtschaft steigt
jedenfalls in vielen Ländern an.
Das war diese Woche auch bei zwei großen europäischen Branchenmessen
zu beobachten: Die Autoindustrie arbeitet, beschleunigt durch
Imageverlust, Diesel-Aussperrungen in Städten und langfristig
drohenden Verkaufsverboten, massiv an Alternativen. Bereits jetzt
gibt es eine immer breiter werdende Offensive bei Elektroautos. Wohin
die Reise auch angesichts verschiedener ungelöster Fragen (etwa der
kompletten Umweltbilanz bis hin zur Herkunft des Stroms) dann
tatsächlich gehen wird, muss sich erst weisen.
Klar ist trotzdem: Der Verkehr, und nicht nur der Pkw-Verkehr, muss
ökologischer werden. Das gilt freilich neben dem Lkw- auch für den
Schiffsverkehr und die Luftfahrt. Kostenwahrheit, auch was die
Umwelt-Folgekosten betrifft, gibt es bei Weitem nicht. Die
Umweltbelastungen des Schiffsfrachtverkehrs sind immens, trotzdem
gibt es im Schiffsverkehr oder für Flugkerosin bisher kaum oder gar
keine Steuern.
Die Nachhaltigkeitsfrage trifft auch den Tourismus, wie auf der ITB
intensiv diskutiert wurde. Der ökologische Fußabdruck von Reisen muss
und wird wichtiger werden. Auch in Tirol wird viel über Staus und
Verkehrsbelastungen diskutiert. Die schlechteste Öko-Bilanz weisen
aber Fernreisen und Kreuzfahrturlaube aus. Genau hinzuschauen gilt es
auch bei den großen Online-Versandhändlern und die dadurch ausgelöste
Transportflut, weil die Mehrzahl der Pakete zurückgeschickt wird –
und sich das Spiel dann oft weiter wiederholt.
Um Umweltschutz und Ressourcen geht es auch ganz stark bei der
Verpackungsdiskussion. Nach dem Wochenend-Einkauf bleibt stets ein
Plastikberg zurück. Waren etwa noch vor 20 Jahren rund 80 Prozent der
Getränkeverpackungen Mehrwegflaschen, sind es heute nur noch 22
Prozent. Auch hier sind Industrie, Handel und Konsumenten gefragt.
Mehr Umweltbewusstsein bei Wirtschaft und Bürgern ist immens wichtig.
Alles geht wie in vielen anderen Bereichen auch hier nicht nur mit
Freiwilligkeit. Die Politik muss, und das international, möglichst im
Gleichklang und auf breiter Front, für ganz klare, verschärfte Regeln
oder Verbote sorgen. Und es braucht in verschiedenen Bereichen auch
Lenkungseffekte durch entsprechend spürbare Steuern.
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