- 02.03.2019, 11:15:28
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Ärztekammer sieht keine Kostenexplosion im Gesundheitswesen
Anteil am BIP in den letzten Jahren in etwas gleich – Szekeres: „Österreich verfügt über eine exzellente medizinische Versorgung“
Utl.: Anteil am BIP in den letzten Jahren in etwas gleich –
Szekeres: „Österreich verfügt über eine exzellente
medizinische Versorgung“ =
Wien (OTS) - Die Ärztekammer widerspricht dem wirtschaftspolitischen
Berater der Vertretung der EU-Kommission in Wien, Marc Fähndrich, der
das österreichische Gesundheitssystem wörtlich als „Schwachstelle“
bezeichnet hat. Tatsächlich verfüge Österreich über eine exzellente
medizinische Versorgung. Dies zeige sich auch deutlich an der laufend
steigenden Lebenserwartung der Österreicher, betont
Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres. ****
Auch der Vorwurf Fähndrichs, wonach Österreich ein sehr teures
Gesundheitssystem habe, stimme so nicht. Dank des medizinischen
Fortschritts würden zwar die Kosten in absoluten Zahlen jährlich
steigen, gemessen am Inlandsprodukt habe es aber in den letzten
Jahren kaum Schwankungen gegeben. „Mit etwas mehr als 10 Prozent
liegen wir hier durchaus im Mittelfeld mit vergleichbaren Staaten“,
so Szekeres.
Man dürfe auch nicht immer nur den EU-Durchschnitt heranziehen.
Szekeres: „Unsere Benchmark sind Länder wie Deutschland oder die
skandinavischen Staaten, und nicht unbedingt die EU-28.“ Hier zeige
sich, dass - gemessen am BIP - Österreich weniger ausgebe als etwa
Deutschland oder die Schweiz - „und das bei einem ähnlich guten
Gesundheitssystem“. Und auch die Pro-Kopf-Ausgaben lägen in
Österreich niedriger als etwa in Deutschland, Schweden oder
Luxemburg.
Skeptisch ist Szekeres, wenn ständig von „Effizienz“ gesprochen
wird: „Natürlich muss es Aufgabe von uns allen sein, die vorhandenen
Mittel bestmöglich einzusetzen. Allerdings muss die Ökonomie immer
den medizinischen Erfordernissen folgen, und nie umgekehrt.“ In
diesem Sinne müsse die soziale Krankenversicherung finanziell
gestärkt werden, um den Erfordernissen der modernen Medizin, die
allen Österreichern zur Verfügung stehen müsse, gerecht zu werden.
In einem Punkt gibt Szekeres Fähndrich recht: „Österreich ist nach
wie vor zu sehr spitalslastig.“ Bedingt sei dies auch durch den
Umstand, dass nach wie vor viele Leistungen, die auch im extramuralen
Bereich erbracht werden könnten, von den Sozialversicherungen nicht
entsprechend honoriert würden oder gänzlich im Leistungskatalog der
Krankenkassen fehlten. Szekeres: „Hier liegt es an der Politik,
entsprechende Anreize zu schaffen, um den extramuralen Breich
aufzuwerten, was in Folge die Spitalsambulanzen entlasten und – im
Falle von genügend vielen Pflegeeinrichtungen – auch Spitalsbetten
einsparen würde.“ (hpp)
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