Das älteste Porträt des Abendlandes zum Angreifen

Anlässlich des „Welttags der Fremdenführer für Blinde und Sehbeeinträchtigte“ entwickelt VRVis tastbare 3D-Reliefe von Kunstwerken für das Dom Museum Wien

Wir sehen unsere Forschungsarbeit als treibende Kraft zur Verbreitung von taktilen 3D-Technologien für eine barrierefreie Kulturerfahrung. Diese betastbaren Reliefe ergänzen das Originalkunstwerk in seiner Erlebbarkeit und verleihen eine weitere Dimension, von der alle BesucherInnen profitieren.
Andreas Reichinger, VRVis
Mit Integrierung der beiden neuen Tastreliefs in unsere Dauerausstellung ist ein weiterer Schritt in Richtung inklusives Dom Museum Wien gesetzt, hat doch die Zugänglichkeit der Sammlungen für alle BesucherInnen einen hohen Stellenwert
Johanna Schwanberg, Dom Museum Wien

Wien (OTS) - Seit rund 10 Jahren beschäftigt sich am VRVis Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung in Wien eine eigene Forschungsgruppe damit Kunst mittels Technologie auch für sehbeeinträchtigte und blinde Personen zugänglich zu machen. Anlässlich des „Welttags der Fremdenführer für Blinde und Sehbeeinträchtigte“ am 15. Februar 2019 wurden zwei Kunstwerke für das Dom Museum Wien in tastbare Reliefe überführt: das berühmte Porträt Herzog Rudolfs IV, welches als eines der wichtigsten Kunstwerke Europas gilt, sowie eine kostbare Grabhülle Rudolfs, welche der Forschung bis heute Rätsel aufgibt. Beide haptische Objekte sind nun direkt neben den Originalkunstwerken ausgestellt und sind Teile der fixen Installation. Andreas Reichinger, der Wissenschaftler hinter diesem Projekt, erklärt die Rolle des Wiener Forschungszentrums VRVis: „Wir sehen unsere Forschungsarbeit als treibende Kraft zur Verbreitung von taktilen 3D-Technologien für eine barrierefreie Kulturerfahrung. Diese betastbaren Reliefe ergänzen das Originalkunstwerk in seiner Erlebbarkeit und verleihen eine weitere Dimension, von der alle BesucherInnen profitieren.

Das Porträt Herzog Rudolfs IV wurde computergestützt in eine originalgroße Relief-Darstellung aus Acrylstein übersetzt, in der Komposition, Körperhaltung, Gesichtsausdruck, aber auch die vielen ornamentalen Details pixelgenau fühlbar und tastbar gemacht wurden. Das Dom Museum Wien zeigt sich davon begeistert, wie mittels Technologie, inklusiver Digitalisierung und „Design for all“ im Museumskontext neue Möglichkeiten für Menschen mit besonderen Bedürfnissen angeboten werden können. „Mit Integrierung der beiden neuen Tastreliefs in unsere Dauerausstellung ist ein weiterer Schritt in Richtung inklusives Dom Museum Wien gesetzt, hat doch die Zugänglichkeit der Sammlungen für alle BesucherInnen einen hohen Stellenwert,“ sagt Johanna Schwanberg, Direktorin des Dom Museum Wien.

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