• 16.01.2019, 14:05:14
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  • OTS0143

Kadenbach: Glyphosat verbieten - Pestizidzulassung neu organisieren

Zulassung und Prüfung müssen öffentlich und transparent sein

Utl.: Zulassung und Prüfung müssen öffentlich und transparent sein =

Wien (OTS/SK) - Heute hat das EU-Parlament in Straßburg den
Abschlussbericht des PEST-Sonderausschusses verabschiedet. Darin
werden Vorschläge für ein neues Zulassungsverfahren für Pestizide in
der EU gemacht. Karin Kadenbach, agrar- und umweltpolitische
Sprecherin der SPÖ-Europaabgeordneten kommentiert: „Die Verlängerung
der Zulassung des Pflanzengifts Glyphosat war ein schwerer Fehler.
Das hat uns auch deutlich vor Augen geführt, wie viele Mängel die
Zulassungs- und Prüfverfahren der EU in diesem Bereich aufweisen. Mit
dem heutigen Bericht stellt das EU-Parlament unmissverständlich klar,
welche Kriterien in Zukunft unbedingt erfüllt werden müssen. Wir
wollen ein transparentes Verfahren auf Basis guter wissenschaftlicher
Praxis und ausreichend finanzielle Mittel für die zuständigen
Stellen, um sich auch selbstständig Expertise verschaffen zu können.
Wäre das heute schon umgesetzt, hätte Glyphosat im Jahr 2017
vermutlich keine erneute Zulassung erhalten. Um den Ergebnissen des
Sonderausschusses Rechnung zu tragen, wäre ein sofortiges Verbot
angebracht.“ ****

„Bis zur letzten Sekunde hat die Lobby rund um Monsanto Druck
gemacht, um unseren Abschlussbericht zu verwässern. Aber das
EU-Parlament hat auch schon bei der Abstimmung zum neuen
Lebensmittelrecht im letzten Dezember klargemacht, dass uns die
Gesundheit der BürgerInnen wichtiger ist, als die Aktienkurse der
Agrar-Chemie-Konzerne“, betont Kadenbach. Den gestern bekannt
gewordenen Vorschlägen des Europäischen Rechnungshofs, bei der
Prüfung und Zulassung enger mit der Industrie zusammenzuarbeiten,
erteilt die SPÖ-Abgeordnete eine klare Absage: „Ob bei der Zulassung
von Pestiziden oder von Zusatzstoffen in unseren Lebensmitteln, die
Prüfung der Gesundheits- und Umweltschäden muss öffentlich
organisiert werden. Was passiert, wenn Prüfstellen zu eng mit
Herstellern kooperieren, hat das Beispiel Glyphosat deutlich gezeigt.
Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat bei der
Abschätzung der Gesundheitsfolgen einfach aus Studien und Anträgen
der Konzerne abgeschrieben.“

„Interessen der Industrie dürfen nie Vorrang vor der Gesundheit der
Menschen haben. Wir SozialdemokratInnen wollen gesunde Lebensmittel,
nachhaltige Landwirtschaft und den Erhalt unserer Kulturräume“,
betont Karin Kadenbach abschließend. (Schluss) up/mp

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