ÖGfE-Schmidt: 20 Jahre Euro-Buchgeld – das Vertrauen der ÖsterreicherInnen in den Euro steigt

57 Prozent haben „sehr/großes“ Vertrauen | Zwei Drittel glauben an langfristigen Bestand - Umfrage

Wien (OTS) - „Am 1. Jänner 2019 ist es zwanzig Jahre her, dass der Euro in Österreich als Buchgeld eingeführt wurde. Das aktuelle Meinungsbild zur gemeinsamen Währung zeigt eine deutliche Erholung des Euro-Vertrauens. Und auch eine stärkere Zusammenarbeit der Länder der Euro-Zone wird von einer Mehrheit der ÖsterreicherInnen befürwortet“, analysiert Paul Schmidt, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE), das Ergebnis einer aktuellen ÖGfE-Umfrage.

In der Mitte Dezember durchgeführten Umfrage geben insgesamt 57 Prozent der befragten ÖsterreicherInnen an, „sehr großes“ (12 Prozent) oder „großes“ (45 Prozent) Vertrauen in die Gemeinschaftswährung zu haben. Die Zahl jener, die „geringes“ (34 Prozent) bzw. „sehr geringes“ (2 Prozent) Vertrauen in den Euro haben, beträgt 36 Prozent.

Nach einer Phase der Stagnation ist das Euro-Vertrauen in den vergangenen zwei Jahren um 9 Prozentpunkte gestiegen, während die Zahl jener, die dem Euro nicht vertrauen, um 14 Prozentpunkte gesunken ist“, so Schmidt. „Zwar ist das Vor-Krisenniveau noch nicht erreicht. Gegenüber dem Tiefstwert von Herbst 2012 hat sich das Euro-Vertrauen jedoch um 19 Prozentpunkte gesteigert.

Zwei Drittel der Befragten sind davon überzeugt, dass der Euro langfristig als gemeinsame Währung Bestand haben wird. Ein Fünftel (21 Prozent) ist weniger optimistisch. „In sechs Befragungen seit Dezember 2011 erweist sich das Meinungsbild in dieser Frage durchwegs konstant. Gegenüber der letzten Umfrage von Jänner 2017 ist jedoch die Zahl jener, die nicht an den Fortbestand des Euro glauben, um immerhin 7 Prozentpunkte gesunken.“

Eine überwiegende Mehrzahl der Befragten (83 Prozent) ist der Ansicht, dass der Euro für die Stellung der Europäischen Union in der Weltwirtschaft „sehr“ (35 Prozent) bzw. „eher wichtig“ (48 Prozent) ist. Etwas mehr als ein Zehntel (12 Prozent) können sich dieser Meinung nicht anschließen und antworten, der Euro sei in diesem Zusammenhang „eher nicht“ wichtig. Auch hier hat der Euro - gegenüber Jänner 2017 - für die ÖsterreicherInnen leicht an Bedeutung gewonnen.

Weniger deutlich ist das Meinungsbild in zwei weiteren Bereichen: Knapp zwei von drei Befragten (62 Prozent) geben an, dass der Euro für die Entwicklung einer gemeinsamen europäischen Identität „sehr“ (28 Prozent) bzw. „eher“ (34 Prozent) wichtig ist. Etwas mehr als ein Viertel (27 Prozent) ist nicht dieser Ansicht und hält den Euro als identitätsstiftendes Merkmal für „eher nicht“ (21 Prozent) oder „gar nicht“ (6 Prozent) wichtig. Seit Jänner 2017 ist die Zahl der expliziten SkeptikerInnen um 9 Prozentpunkte zurückgegangen.

Ähnlich die Bewertung der Bedeutung des Euro für die Weiterentwicklung der Europäischen Union. Dies bejahen fast sechs von zehn Befragten (57 Prozent) „sehr“ (21 Prozent) bzw. „eher“ (36 Prozent). Für drei von zehn Befragten ist der Euro in dieser Hinsicht jedoch „eher nicht“ (26 Prozent) bzw. „gar nicht“ (3 Prozent) wichtig. Drei Befragungen seit Frühjahr 2014 belegen, dass die Bedeutung des Euro in dieser Frage für die ÖsterreicherInnen eher leicht abgenommen hat.

Zu diesem Ergebnis passt auch die Antwort auf die Frage, ob der Euro, nach Meinung der ÖsterreicherInnen, „gemeinsame Währung aller Mitgliedstaaten sein sollte, wenn diese die notwendigen wirtschaftlichen Kriterien erfüllen“. Aktuell stimmen dieser Aussage 63 Prozent zu. 23 Prozent sind gegen eine Ausweitung der Euro-Zone auf alle EU-Länder (2017: 20 Prozent). Stark gestiegen ist demgegenüber die Zahl der Unentschlossenen (von 6 auf 15 Prozent). „Im Herbst 2017 waren noch 73 Prozent der ÖsterreicherInnen für eine Erweiterung des Euroraums. Die politischen Divergenzen, insbesondere in der Migrationspolitik, haben auch hier durchaus Spuren hinterlassen - mit Folgen für gegenseitige Solidarität und Vertrauen.“

Sechs von zehn Befragten (59 Prozent) sprechen sich dafür aus, dass die Länder der Euro-Zone ihre Zusammenarbeit weiter vertiefen sollten, während ein Viertel (24 Prozent) dem negativ gegenübersteht (17 Prozent „weiß nicht/Keine Angabe“). „In den zwanzig Jahren seines Bestehens hat sich der Euro längst als Weltwährung etabliert und ist für die ÖsterreicherInnen ein Symbol für die wirtschaftliche Bedeutung der EU. Auch seine identitätsstiftende Rolle sollte nicht unterschätzt werden. Was die Zukunft der Euro-Zone betrifft, so steht für die ÖsterreicherInnen Konsolidierung und bessere Zusammenarbeit an erster Stelle, auch um das Risiko neuerlicher Krisensituationen zu minimieren.“

Download Grafiken: https://bit.ly/2BAOKmq

Die Umfrage wurde von der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft vom 10. bis 18. Dezember 2018 im Auftrag der ÖGfE durchgeführt (Tel SWS 279). Befragt wurden österreichweit 530 Personen per Telefon (repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre/Gewichtung nach Geschlecht, Alter und Bildung). Maximale Schwankungsbreite ca. +/- 4,3 Prozent. Differenz auf 100 Prozent aufgrund gerundeter Werte bzw. „weiß nicht/Keine Angabe“.

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Mag. Paul Schmidt
Österreichische Gesellschaft für Europapolitik
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