- 24.10.2018, 14:46:53
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Greenpeace zu EU-Plastikrichtlinie: Schlupflöcher für Konzerne schließen
Ministerin Köstinger muss sich für strenge Regelungen einsetzen
Utl.: Ministerin Köstinger muss sich für strenge Regelungen
einsetzen =
Wien/Straßburg (OTS) - Greenpeace begrüßt die heute im Plenum des
EU-Parlaments abgestimmte Richtlinie zu Wegwerfplastik. Mehrere
Produkte, die am häufigsten an europäischen Stränden landen, könnten
künftig auf Vorschlag der Kommission verboten werden - darunter
Strohhalme, Wattestäbchen und Einweggeschirr. Greenpeace warnt jedoch
vor Schlupflöchern für Konzerne: Plastikproduzenten könnten ihre
Wegwerfprodukte in Zukunft als “wiederverwendbar” kennzeichnen und so
die Regelungen der Richtlinie umgehen. Als derzeitige Ratsvorsitzende
muss sich Ministerin Köstinger gegen eine solche Verwässerung der
Plastik-Richtlinie einsetzen, fordert Greenpeace.
“Die EU hat bei der Plastik-Richtlinie einen guten Wurf vorgelegt. Um
die Plastikflut eindämmen zu können, muss jetzt noch das letzte
Schlupfloch für Konzerne geschlossen werden. Nur dann ist die
EU-Richtlinie ein guter Schritt in Richtung Schutz unserer Meere und
ihrer Bewohner”, erklärt Nunu Kaller, KonsumentInnensprecherin bei
Greenpeace. Denn die Definition von Einwegplastik bleibt auch in der
nachgeschärften Richtlinie zu eng: Konzerne könnten in Zukunft darauf
hinweisen, dass ihr Produkt mehrfach genutzt werden kann, und so
Verbote in der Richtlinie umgehen. Wie sehr Konzerne bereits jetzt
versuchen, die Richtlinie zu verwässern, zeigt ein Brief, der der
britischen Zeitung “Independent” zugespielt wurde. Diesen haben die
größten Plastiksünder Coca-Cola, Nestlé, PepsiCo und Danone vor
kurzem an europäische UmweltministerInnen geschickt. Ihr Ziel ist
eine eklatante Schwächung der geplanten Richtlinie.
Doch die große Mehrheit im Europäischen Parlament hat heute dafür
gestimmt, den Plan der Europäischen Kommission zur Verringerung der
Umweltverschmutzung durch die zehn Einwegartikel aus Kunststoff, die
am häufigsten an Europas Stränden zu finden sind, zu stärken. Die
Kommission schlägt unter anderem ein Verbot von Strohhalmen,
Wattestäbchen sowie Einweggeschirr und -besteck vor. Diese Liste
wurde vom EU-Parlament um leichte Polystyrol-Lebensmittelbehälter
ergänzt. Zusätzlich wurden Regelungen zur Herstellerverantwortung
beschlossen, wonach Unternehmen, die Wegwerfplastik verkaufen, auch
dafür aufkommen müssen, diesen Müll zu bereinigen.
In den kommenden Wochen werden die Positionen der Mitgliedsländer
akkordiert und Österreich kommt im Rahmen der Ratspräsidentschaft
hier eine tragende Rolle zu: „Ministerin Elisabeth Köstinger muss
sich jetzt für eine Richtlinie stark machen, die keine Schlupflöcher
für Konzerne offen lässt und die weltweite Plastikflut zum Schutz
unserer Umwelt eindämmt“, sagt Kaller.
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