- 24.10.2018, 10:02:39
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Jeder dritte Euro des privaten Geldvermögens steckt in Wertpapieren
Entwicklung des Finanzvermögens privater Haushalte bis Juni 2018Entwicklung des Finanzvermögens privater Haushalte bis Juni 2018
Utl.: Entwicklung des Finanzvermögens privater Haushalte bis Juni
2018Entwicklung des Finanzvermögens privater Haushalte bis
Juni 2018 =
Wien (OTS) - Private Haushalte waren 2017 mit einem Drittel ihres
Geldvermögens in Wertpapieren veranlagt. Darin enthalten ist neben
direkten, selbst getätigten Wertpapierinvestitionen auch die
indirekte Veranlagung mittels Investmentfonds, Versicherungen sowie
Pensions- und Mitarbeitervorsorgekassen. Mehr als 70 Prozent dieses
Vermögens entfällt infolge des internationalen Anlagefokus dieser
institutionellen Investoren auf ausländische Wertpapiere. Der Anteil
festverzinslicher Titel beträgt zwei Drittel des gesamten
Wertpapiervermögens. Einlagen – überwiegend mit täglicher Fälligkeit
– bleiben weiterhin die mit Abstand wichtigste Anlageform privater
Haushalte.
„Die Österreicherinnen und Österreicher legen Wertpapiergeschäfte
bevorzugt in die Hände institutioneller Anleger“, erläuterte Dr.
Johannes Turner, Direktor der Hauptabteilung Statistik, bei einer
Pressekonferenz der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) das
Anlageverhalten privater Haushalte.
Mittels eigener Veranlagung wurden Ende 2017 nur 60 Mrd EUR oder 9
Prozent des gesamten Geldvermögens in Form von Aktien und Anleihen
gehalten. „Der Blick durch die Portfolios institutioneller Anleger
wie Investmentfonds, Versicherungen sowie Pensions- und
Mitarbeitervorsorgekassen zeigt jedoch, dass dem Wertpapierbesitz der
privaten Haushalte über diesen indirekten Weg weitere 154 Mrd EUR
oder 24 Prozent des Geldvermögens zuzurechnen sind“, erklärte
Direktor Turner.
Wesentlichen Anteil an diesem Vermögen haben Lebensversicherungs- und
Pensionsvorsorgeprodukte. Unter Berücksichtigung des indirekten
Wertpapierbesitzes steigt die Bedeutung von Anleihen deutlich. Mit
139 Mrd EUR erreicht sie einen Anteil von zwei Drittel am gesamten
Wertpapiervermögen, das sich Ende 2017 auf 214 Mrd EUR belief. Das
direkt veranlagte Wertpapiervermögen entfällt hingegen nur etwa zur
Hälfte (32 Mrd EUR) auf verzinsliche Papiere. Gleichzeitig verlagert
sich der Regionalschwerpunkt deutlich ins Ausland: Die
Österreicherinnen und Österreicher veranlagen auf direktem Weg nur
rund ein Drittel in ausländische Wertpapiere. Institutionelle
Investoren sind infolge größerer Anlagevolumina sowie der häufig
strikten Diversifizierungsvorgaben jedoch vermehrt auf internationale
Anlagemöglichkeiten angewiesen. Insgesamt steigt der Auslandsanteil
im Wertpapierbesitz der privaten Haushalte daher auf über 70 Prozent.
Im Jahr 2017 sank die Sparquote auf 6,8 Prozent (2016: 7,8 Prozent),
da das Konsumwachstum mit 3,2 Prozent das nominelle
Einkommenswachstum von 2,1 Prozent überstieg. Aktuellste Daten zum
Finanzverhalten der Haushalte zeigen, dass die direkte
Wertpapierveranlagung zugunsten indirekter Investments weiterhin
zurückgefahren wird. Die Verkäufe aus verzinslichen Wertpapieren und
Aktien betrugen 2017 rund 3 Mrd EUR. Insbesondere österreichische
Bankanleihen, die 2017 im Ausmaß von 1,7 Mrd EUR getilgt wurden,
verloren zugunsten von Investmentzertifikaten (Nettokäufe von 3,7 Mrd
EUR) an Bedeutung. Diese Entwicklung hielt auch im ersten Halbjahr
2018 an und dürfte dem gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld geschuldet
sein, das weder attraktive Kuponzahlungen noch nennenswerte
Kursgewinne verspricht. Gleichzeitig haben Banken die Emission von
Anleihen deutlich reduziert.
Ende Juni 2018 erreichte das Geldvermögen der österreichischen
Haushalte einen neuen Rekordstand von 663 Mrd EUR. Das hohe Ausmaß an
täglich fälligen Einlagen (148 Mrd EUR) belegt die anhaltend hohe
Präferenz für liquide und sichere Anlagen. In den letzten drei Jahren
flossen durchschnittlich vier von fünf Euro in Einlagen und Bargeld,
wobei täglich fällige Produkte zulasten von jenen mit Bindungsfristen
bevorzugt wurden. Letztere erreichten Ende Juni 2018 aber immer noch
ein Volumen von 104 Mrd EUR.
Oesterreichische Nationalbank
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