• 23.10.2018, 10:41:07
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  • OTS0062

KIV/UG im Wiener KAV: „Sparen bei ‚Dienstübergabe‘ ist Sparen am falschen Platz!“

Protestaktionen der KIV/UG vor SMZ Ost für ausreichend Dienstübergangszeiten und Entlastung der Pflegeberufe.

Utl.: Protestaktionen der KIV/UG vor SMZ Ost für ausreichend
Dienstübergangszeiten und Entlastung der Pflegeberufe. =

Wien (OTS) - Kritik an kurzen Dienstübergabe-Zeiten in den Wiener
Krankenanstalten üben die PersonalvertreterInnen der
KIV/UG-Konsequente Interessenvertretung - der zweitstärksten Fraktion
in der Gewerkschaft younion - die derzeit Protestmaßnahmen vor dem
SMZ Ost durchführt. Der Sinn einer Dienstübergabe liegt in der
Weitergabe pflegerischer und interdisziplinärer Informationen über
die PatientInnen, um gegebenenfalls Pflegehandlungen verbessern und
eventuell eintretende Komplikationen entsprechend reagieren zu
können.

Zwt.: KIV/UG fordert längere Dienstübergabezeiten

„Kurze Dienstübergabezeiten machen eine ausführliche
Informationsweitergabe kaum möglich. Wer hier spart, spart bei der
PatientInnengesundheit und erhöht den Druck auf die Beschäftigten in
der Pflege,“ warnt KIV/UG Personalvertreter im Sozialmedizinischen
Zentrum Ost (SMZ Ost) Biju Augustian Onatt. Die unabhängigen
GewerkschafterInnen der KIV/UG fordern daher in der Pflege eine
einheitliche Dienstübergangszeit von 30 Minuten für alle
Akutstationen mit mehr als 30 Betten. „Die Pflegeberufe sind schon
jetzt massiv belastet. Jeder Versuch von oben, die Dienstübergabezeit
aus Einsparungsgründen möglichst kurz zu halten, ist daher sowohl aus
Sicht der PatientInnen als auch der PflegerInnen strikt abzulehnen.“

Zwt.: Evaluierung bestätigt KIV/UG-Kritik

Dass die vorgesehenen 15 Minuten vollkommen unzureichend sind
bestätigt für den KIV/UG-Personalvertreter Onatt eine vor zwei Jahren
am Donauspital durchgeführte Evaluierung. Aus dieser geht hervor,

• dass die Übergaben auf den teilnehmenden Stationen regelmäßig
über die dafür vorgesehen 15 Minuten dauerten. Anhand der
ermittelten, tatsächlichen Übergabedauern wurde deutlich, dass die
mit 15 Minuten zu knapp bemessenen Übergabezeiten einen Beitrag zu
den belastenden Arbeitsbedingungen des Pflegeberufes im Krankenhaus
liefern.

• Weiters ergab die Evaluierung, dass Dienstübergaben nicht
ungestört stattfinden können, weil diese für Notaufnahmen,
Patientenauskunft bzw. Notrufe, Toilettengang und Untersuchungen
immer wieder unter- bzw. abgebrochen werden.

• Eine parallele Dienstübergabe ist nicht möglich da die Zahl der
Pflegepersonen die den Dienst übernehmen von den Pflegegruppen und
den übergebenden PflegerInnen abweicht.

KIV/UG-Personalvertreter Onatt abschließend: „Ein
MitarbeiterInnen-orientierter Dienstgeber wie der Wiener KAV darf,
wenn ihm nicht nur die körperliche sondern auch die psychische
Gesundheit der PflegerInnen wichtig ist, nicht mehr länger wegsehen.
Der Zeitdruck wird für die Beschäftigten in der Pflege immer größer.
Im Gesundheitsbereich, wo individuelle Betreuung höchste Priorität
haben sollte, braucht es daher dringend eine Entlastung der
Beschäftigten – mehr Personal und längere Dienstübergabezeiten.
Darauf wollen wir mit unseren Protesten hinweisen.“

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AGG

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