KIV/UG im Wiener KAV: „Sparen bei ‚Dienstübergabe‘ ist Sparen am falschen Platz!“

Protestaktionen der KIV/UG vor SMZ Ost für ausreichend Dienstübergangszeiten und Entlastung der Pflegeberufe.

Wien (OTS) - Kritik an kurzen Dienstübergabe-Zeiten in den Wiener Krankenanstalten üben die PersonalvertreterInnen der KIV/UG-Konsequente Interessenvertretung - der zweitstärksten Fraktion in der Gewerkschaft younion - die derzeit Protestmaßnahmen vor dem SMZ Ost durchführt. Der Sinn einer Dienstübergabe liegt in der Weitergabe pflegerischer und interdisziplinärer Informationen über die PatientInnen, um gegebenenfalls Pflegehandlungen verbessern und eventuell eintretende Komplikationen entsprechend reagieren zu können.

Zwt.: KIV/UG fordert längere Dienstübergabezeiten

„Kurze Dienstübergabezeiten machen eine ausführliche Informationsweitergabe kaum möglich. Wer hier spart, spart bei der PatientInnengesundheit und erhöht den Druck auf die Beschäftigten in der Pflege,“ warnt KIV/UG Personalvertreter im Sozialmedizinischen Zentrum Ost (SMZ Ost) Biju Augustian Onatt. Die unabhängigen GewerkschafterInnen der KIV/UG fordern daher in der Pflege eine einheitliche Dienstübergangszeit von 30 Minuten für alle Akutstationen mit mehr als 30 Betten. „Die Pflegeberufe sind schon jetzt massiv belastet. Jeder Versuch von oben, die Dienstübergabezeit aus Einsparungsgründen möglichst kurz zu halten, ist daher sowohl aus Sicht der PatientInnen als auch der PflegerInnen strikt abzulehnen.“

Zwt.: Evaluierung bestätigt KIV/UG-Kritik

Dass die vorgesehenen 15 Minuten vollkommen unzureichend sind bestätigt für den KIV/UG-Personalvertreter Onatt eine vor zwei Jahren am Donauspital durchgeführte Evaluierung. Aus dieser geht hervor,

• dass die Übergaben auf den teilnehmenden Stationen regelmäßig über die dafür vorgesehen 15 Minuten dauerten. Anhand der ermittelten, tatsächlichen Übergabedauern wurde deutlich, dass die mit 15 Minuten zu knapp bemessenen Übergabezeiten einen Beitrag zu den belastenden Arbeitsbedingungen des Pflegeberufes im Krankenhaus liefern.

• Weiters ergab die Evaluierung, dass Dienstübergaben nicht ungestört stattfinden können, weil diese für Notaufnahmen, Patientenauskunft bzw. Notrufe, Toilettengang und Untersuchungen immer wieder unter- bzw. abgebrochen werden.

• Eine parallele Dienstübergabe ist nicht möglich da die Zahl der Pflegepersonen die den Dienst übernehmen von den Pflegegruppen und den übergebenden PflegerInnen abweicht.

KIV/UG-Personalvertreter Onatt abschließend: „Ein MitarbeiterInnen-orientierter Dienstgeber wie der Wiener KAV darf, wenn ihm nicht nur die körperliche sondern auch die psychische Gesundheit der PflegerInnen wichtig ist, nicht mehr länger wegsehen. Der Zeitdruck wird für die Beschäftigten in der Pflege immer größer. Im Gesundheitsbereich, wo individuelle Betreuung höchste Priorität haben sollte, braucht es daher dringend eine Entlastung der Beschäftigten – mehr Personal und längere Dienstübergabezeiten. Darauf wollen wir mit unseren Protesten hinweisen.“

Rückfragen & Kontakt:

Biju Augustian Onatt
Gesundheitssprecher und Personalvertreter der KIV/UG
Tel: 0664/394 85 19
E-Mail: biju.onatt@kiv.at
Internet: www.kiv.at

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