• 18.10.2018, 10:28:27
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Ein Mitglied der Werkgruppe Graz verstorben: Friedl Groß-Rannsbach

Wien (OTS) - 

Friedl Groß-Rannsbach, damals Assistent der Technischen Hochschule in Graz, war treibende Kraft hinter der Gründung der WERKGRUPPE GRAZ im Jahr 1959. Mit seinen Kollegen Eugen Gross, Hermann Pichler und Werner Hollomey entstanden in über 30-jähriger Tätigkeit annähernd 100 Bauten und Projekte. 1967 zeigte eine frühe gemeinsame Personalausstellung im Forum Stadtpark das Profil der Partnerschaft, das über Studentenheime, Wohn- und Kommunalbauten eine betont soziale Dimension von Architektur hervorhob, die auch frühe Beispiele von Partizipation miteinschloss. Bekanntestes Beispiel dafür ist die Terrassenhaussiedlung Graz-St. Peter. Diese 1965 geplante und 1972–1978 ausgeführte Großwohnanlage erlangte auch international viel Aufmerksamkeit. Sie gilt als Ikone des österreichischen Brutalismus und war kürzlich als eines von zehn Highlights in der Ausstellung „SOS Brutalismus – Rettet die Betonmonster“ im Architekturzentrum Wien zu sehen. Hier befindet sich auch das Archiv der WERKGRUPPE GRAZ.

Friedrich Groß-Rannsbach wurde am 28.7.1931 in Graz geboren, absolvierte die Bauabteilung der HTL und studierte ab 1952 Architektur an der Technischen Hochschule Graz bei Friedrich Zotter und Karl Raimund Lorenz. Sein Studium schloss er 1959 nach einem Auslandssemester an der Kunstakademie München bei Sep Ruf ab. 1971 promovierte er mit einer Arbeit über Industrieparks.

Friedl Groß-Rannsbach vermittelte als Lehrbeauftragter für Baudurchführung an der TU Graz den Studierenden vor allem den Respekt vor historischer Substanz. Auch er selbst widmete sich als Partner der WERKGRUPPE GRAZ schwerpunktmäßig der Sanierung und Innengestaltung. 1986 wurde er von der Stadt Graz mit dem bronzenen Ehrenzeichen für Verdienste auf dem Gebiet der Altstadterhaltung ausgezeichnet. Nach Beendigung der Partnerschaft der WERKGRUPPE 1989 führte Friedl Groß-Rannsbach ein eigenes Büro, zeitweise mit seiner Tochter Dina Groß-Rannsbach. Er verstarb am 30. September 2018.

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Architekturzentrum Wien
Mag. Ines Purtauf
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