Kinderbetreuung: Tagesmütter und -väter unentbehrlich für Gemeinden

Kommunen: Flexibilität dank verschiedener Betreuungsmodelle

Wien (OTS) - Hilfswerk zum Tag der Tagesmütter und -väter. 

Die Bereitstellung von Kinderbetreuungsplätzen in bester Qualität sowie ausreichender Quantität stellt Gemeinden und Städte vor immense Herausforderungen. Schwankende Kinderzahlen und wachsende Anforderungen berufstätiger Eltern hinsichtlich der Öffnungszeiten lassen sich meist nur schwer mit den finanziellen Möglichkeiten der öffentlichen Hand unter einen Hut bringen. Tagesmütter und Tagesväter bilden eine wertvolle Ergänzung zu institutionalisierten Kinderbetreuungseinrichtungen, die zahlreiche Vorteile für Kinder, Eltern, aber auch für Kommunen bieten. „Als Hilfswerk setzen wir seit fast vier Jahrzehnten auf Tageseltern, weil wir von Beginn an von den Vorteilen dieser Art von Kinderbetreuung überzeugt waren“, sagt Martina Genser-Medlitsch, fachliche Leitung für den Bereich Kinder, Jugend und Familie beim Hilfswerk Österreich, einem der Pioniere und Wegbereiter in Sachen Tagesmütter bzw. -väter. 

Tageseltern: Pädagogisch wertvoll …

Das Eintrittsalter von Kindern in außerfamiliäre pädagogische Angebote sinkt seit Jahren. Die Betreuungsquote beispielsweise der unter 2-Jährigen stieg in den vergangenen zehn Jahren um 27,9 Prozent. Kleinstkinderbetreuungseinrichtungen stehen Kindern in der Regel ab einem Alter von 10 bis 12 Monaten offen. Doch nicht für alle Kinder passt das Betreuungsangebot einer Kinderkrippe oder Krabbelgruppe. Hier liegt der entscheidende Vorteil von Tagesmüttern bzw. -vätern, die aufgrund der geringen Gruppengröße von durchschnittlich vier Kindern besonders individuell auf die Bedürfnisse eines einzelnen Kindes eingehen können. „Sozialkontakte ohne Überforderung, eine konstante Bezugsperson und viel Zeit für jedes einzelne Kind fördern letztendlich die kindliche Entwicklung nachweislich, insbesondere die Fähigkeit, die Welt aktiv zu entdecken und allumfassend zu lernen“, unterstreicht Genser-Medlitsch.   

… aus kommunaler Sicht ein Idealmodell

Auch für Kommunen kann dieses Betreuungsmodell ideal sein. Denn Gemeinden und Städte sind unter Zugzwang: die Nachfrage für Betreuungsplätze steigt, immer mehr Eltern sind berufstätig und geraten durch die weitere Flexibilisierung des Arbeitsmarktes zusätzlich unter Druck, zudem müssen die Barcelona-Ziele erreicht werden. Österreich hat sich dazu verpflichtet, seine Betreuungsquote der unter 3-Jährigen von derzeit 19,7 Prozent auf 33 Prozent zu erhöhen. Betreuungsplätze bei Tageseltern werden für die Zielerreichung angerechnet. Auch bei der Neuauflage der 15a-Vereinbarung zum Ausbau des Kinderbetreuungsangebotes in Österreich ist diese volkswirtschaftlich günstige Alternative zu institutionellen Betreuungseinrichtungen vorgesehen.  

Für das Hilfswerk Österreich ist klar: Gemeinden profitieren von Tageseltern doppelt. Ist der kommunale Bedarf für eine Krabbelgruppe noch zu gering, lässt sich die trotzdem bestehende Versorgungslücke mit Tageseltern professionell schließen. Ist in einem Gemeindegebiet andererseits bereits eine Kleinstkinderbetreuungseinrichtung vorhanden, können Tageseltern temporäre Bedarfsspitzen abfedern oder – was viel wichtiger ist – individueller auf die Flexibilitätsbedürfnisse der Familien eingehen. Benötigt beispielsweise eine alleinerziehende Mutter an zwei Tagen in der Woche bereits ab 6 Uhr früh eine Kinderbetreuung, lässt sich diese organisatorische Herausforderung oft mit einer Tagesmutter oder einem Tagesvater rasch, flexibel und vor allem für die öffentliche Hand auch kostengünstig bewältigen.

„Unserer Erfahrung nach können Gemeinden mit ihren Kinderkrippen oftmals nicht in dem Maße auf die Flexibilitätswünsche ihrer Bürgerinnen und Bürger reagieren, wie sie das manchmal gerne täten. Tageseltern können hier sehr einfach Abhilfe schaffen. Deshalb empfiehlt das Hilfswerk bei derartigen Herausforderungen die Umsetzung eines Kombinationsmodells“, so Genser-Medlitsch. „Gerade strukturschwache Regionen verfügen selten über ausreichende Kinderbetreuungsangebote. Dieses Fehlen beschleunigt die Abwanderung von Frauen, was in weiterer Folge die Chancen derartiger Regionen weiter verschlechtert. Tageseltern schaffen nicht nur das dringend benötigte Angebot, sondern ermöglichen Frauen und Männern, sich durch pädagogische Qualifizierung als Tageseltern einen eigenen Arbeitsplatz vor Ort zu schaffen“.               

 

Über das Hilfswerk:

Das Hilfswerk ist eine gemeinnützige Organisation im Bereich gesundheitlicher, familiärer und sozialer Dienste in Österreich und einer der größten privaten Anbieter von Kinderbetreuung. Rund 800 Tagesmütter und -väter betreuen über das Hilfswerk derzeit rund 6000 Kinder. Das Hilfswerk ist Mitglied im Bundesverband der Tagesmütter und -väter in Österreich.

 


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Hilfswerk Österreich, Bundesgeschäftsstelle
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