Oö. Volksblatt: "Verzögerungstaktik" (von Herbert SCHICHO)

Ausgabe vom 6. Oktober 2018

Linz (OTS) - Zu alten Zeiten brauchte man hauptsächlich Arbeiter, um Bauten zu errichten. Jahrhundertelang schufteten diese, um Pyramiden oder Kathedralen in die Höhe zu ziehen. Durch die Maschinen und neue Materialien wurden die Architekten und Techniker immer wichtiger ... und heutzutage braucht man gute Juristen, um große Bauvorhaben durchzuführen. Ja, man kann per Eingabe fast jede Autobahn zur Sackgasse machen oder zumindest eine Umleitung erzwingen, die eine jahrelange „Mehrzeit“ und damit verbunden auch Mehrkosten verursacht. UVP sollte eigentlich für Umweltverträglichkeitsprüfung und nicht für Unendliche Verzögerungspraktik stehen. Ein Paradebeispiel ist der Linzer Westring. Erstmals angedacht in den 1970er Jahren wurde um die Jahrtausendwende das Projekt paktiert. Im Jahr 2008 wurde die UVP eingeleitet — erst seit Kurzem gibt es genug Rechtskraft, damit noch heuer mit dem Bau begonnen werden kann.
Ja, es ist höchste Zeit, dass die UVP selbst auf den Prüfstand kommt und neu geregelt wird. Selbstverständlich sollte man die nun auftretenden Bedenken ernst nehmen und berücksichtigen — aber auch hier sollte man mit der Novelle nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten.

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