• 04.10.2018, 08:00:01
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Greenpeace-Marktcheck zu Plastikmüll: Mehrweg ist die Lösung

MPreis verzichtet als erster Supermarkt bald ganz auf Gratis-Wegwerfsackerl

Utl.: MPreis verzichtet als erster Supermarkt bald ganz auf
Gratis-Wegwerfsackerl =

Wien (OTS) - Der Greenpeace-Marktcheck hat geprüft, was Supermärkte
tun, um den Verbrauch von Wegwerfsackerln zu verringern. Etwa 790
Millionen Plastiksackerl werden in Österreich pro Jahr ausgegeben –
das sind rund 1600 Sackerl pro Minute. Die Supermärkte haben sich
bereits 2016 freiwillig verpflichtet, Maßnahmen gegen den damit
verbundenen Müllberg zu setzen. Beurteilt wurden im „Sackerl-Test“
sowohl das Angebot an Mehrweg-Taschen als auch die Alternativen zum
dünnen Gratis-Wegwerfsackerl beim Obst- und Gemüseregal. Diese
sogenannten Knotenbeutel machen den Großteil der Sackerl im
Supermarkt aus. Testsieger wird der Tiroler Supermarkt MPreis, der
bald ganz auf die Gratis-Wegwerfsackerl für Obst und Gemüse
verzichten wird.

Lukas Hammer, Plastik-Sprecher von Greenpeace: „Mehrweg ist immer der
richtige Weg: Das gilt auch für das Einkaufssackerl. Eine Auswahl an
wiederverwendbaren Taschen ist mittlerweile in allen Supermärkten
erhältlich. Jetzt ist es endlich an der Zeit, den
Wegwerf-Knotenbeuteln in der Obst- und Gemüseabteilung ein Ende zu
bereiten.“ Neun von zehn dieser Sackerl werden nur ein einziges Mal –
und zwar für rund 25 Minuten – benutzt, bevor sie auf dem Müll
landen. Materialien wie Papier und Bio-Kunststoff stellen nur eine
Verschiebung des Problems dar. Bei den stabilen Mehrwegtaschen wurden
Baumwolltaschen mit dem Umweltsiegel GOTS (Global Organic Textile
Standard) und einem Fairtrade-Siegel am besten beurteilt.
Empfehlenswert sind laut Greenpeace auch wiederverwendbare Taschen
aus einem nachwachsenden Rohstoff, die gentechnikfrei hergestellt und
vollständig abbaubar sind. Taschen aus diesem umweltfreundlichen
Material sind derzeit bei Hofer und Spar erhältlich.

Auch bei den Sackerln im Obst und Gemüseregal arbeiten fast alle
Supermärkte an empfehlenswerten Alternativen zum Wegwerfsackerl aus
Plastik. Waschbare Mehrwegbeutel oder Sackerl aus umweltschonenden
Materialien bieten im Laufe der nächsten Monate fast alle Supermärkte
an. MPreis geht als erster Supermarkt noch einen Schritt weiter:
Knotenbeutel werden in Kürze hier gar nicht mehr erhältlich sein –
ein wichtiger Schritt, um auch bei Obst- und Gemüseverpackungen
Mehrweg-Lösungen zu etablieren.

Bereits im Mai 2016 haben sich alle Supermärkte im Test freiwillig
zur Sackerl-Reduktion verpflichtet. Insgesamt 13 Handelsunternehmen
arbeiten an der Sackerl-Reduktion und melden als ersten Schritt ihre
Verbrauchszahlen. Sie geben im Jahr gut 400 Millionen Wegwerfsackerl
aus. Das ist aber nur etwa die Hälfte der jährlich anfallenden Menge
an Einweg-Sackerln. Weitere Unternehmen sind anscheinend derzeit
nicht bereit, die Vereinbarung zu unterschreiben und geben immer noch
hunderte Millionen Wegwerfsackerl ungefragt an Kundinnen und Kunden
aus. Greenpeace fordert seit Jahren rechtlich verbindliche
Rahmenbedingungen, damit auch andere Branchen wie zum Beispiel der
Textilhandel endlich aktiv werden. „Ein Verordnungsentwurf zum Stopp
der Wegwerfsackerl verstaubt seit einem Jahr in der Schublade von
Umweltministerin Elisabeth Köstinger. Sie muss endlich die
Tragetaschen-Verordnung erlassen und uns vom Plastiksackerl-Wahnsinn
befreien“, sagt Lukas Hammer.

Aber auch die KonsumentInnen können beim Einkauf einen Beitrag
leisten, um die Müllmenge möglichst gering zu halten: „Wer Müll
vermeiden will, nimmt am besten seine eigene Tasche zum Supermarkt
mit. Für Obst und Gemüse bietet sich ein waschbares Netz an, wie es
Supermärkte vermehrt anbieten. Das sind kleine Beiträge, die in Summe
einen großen Unterschied für die Umwelt machen“, sagt Lukas Hammer.

Tabelle mit den Ergebnissen finden Sie unter:
https://bit.ly/2xGBxHO

Bildmaterial
finden Sie unter: https://bit.ly/2Ijcdvu

Die Fotos stehen unter Angabe der Photo Credits zur einmaligen
Nutzung kostenlos zur Verfügung (© Greenpeace / Mitja Kobal)

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