- 29.09.2018, 22:00:01
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TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" vom 30. September 2018 von Alois Vahrner "Tolle Rad-WM, neue Aufgaben"
Die heute zu Ende gehende Rad-WM war ein herausragendes Event, bei dem sich Tirol ausgezeichnet präsentierte. Jetzt geht es darum, längerfristig zu profitieren.
Utl.: Die heute zu Ende gehende Rad-WM war ein herausragendes Event,
bei dem sich Tirol ausgezeichnet präsentierte. Jetzt geht es
darum, längerfristig zu profitieren. =
Innsbruck (OTS) - Das heutige abschließende Rennen der Herren wird
zum größten Sportbewerb, der je in Tirol stattgefunden hat: Erwartete
150.000 bis 200.000 oder sogar noch mehr Zuschauer dürften die
spektakuläre Strecke säumen. Tirol wird sich vielen Millionen
TV-Zusehern noch einmal bei absolutem Postkartenwetter mit seiner
Landschaft und einer ganzen Reihe von Sehenswürdigkeiten von seiner
schönsten Seite zeigen – auch mit Bildern, die selbst den Vergleich
mit einer Tour de France nicht scheuen müssen.
Die Rad-WM hat nicht nur viele ausländische Fans angelockt, der Funke
ist im Verlauf der Rennen auch auf immer mehr Tirolerinnen und
Tiroler übergesprungen. Und diese stehen Sport-Großveranstaltungen,
siehe auch die Abfuhr zu den Olympia-Plänen, ja seit Längerem auch
sehr kritisch gegenüber. Die im Vorfeld geäußerten Bedenken, auch was
das befürchtete Verkehrschaos betrifft, wurden zunehmend leiser. Die
WM war ausgezeichnet organisiert, die Einsatzkräfte und unzähligen
Helfer haben sehr gute Arbeit geleistet. Nach der tollen Kletter-WM
hat Tirol mit der auch beim Aufwand ungleich größeren Rad-WM binnen
weniger Wochen als Veranstalter viel internationales Lob eingeheimst.
Tirol betrieb im besten Sinne Werbung in eigener Sache. Da haben die
Veranstalter nicht zu viel versprochen. Ob das dann auch für die
Finanzen gilt, wird sich im Nachspann bald zeigen. Für die
Touristiker gilt es, das errechnete Millionen-Potenzial an Radfahrern
ins bisher eher wenig radsportbegeisterte Tirol zu lotsen. Auch die
Politik ist gefordert, das Radwegenetz entschlossen zu erweitern –
auch in den Städten. Und da droht die neue Rad-Begeisterung bei
Konflikten mit Autofahrer-Interessen wohl wieder rasch zu erkalten.
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