Oö. Volksblatt: "Vererbbare Bildung" (vomn Herbert SCHICHO)

Ausgabe vom 12. September 2018

Linz (OTS) - Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christkind, sondern auch der OECD-Bildungsbericht. Und so wie zu Weihnachten oft die gleichen Lieder gesungen werden, so ist es auch nach der Präsentation des Berichtes. Die SPÖ stimmt etwa immer das Lied von der vererbbaren Bildung und dem sozial selektiven Bildungssystem an. Leider wird durch solche Rituale oft die Analyse blockiert. Denn selbst wenn man Gebühren für berufstätige Studenten nicht einhebt, wird der Gap wohl nicht kleiner. Hebt man die Gebühren ein, würde Österreich zumindest bei einer anderen Maßgröße punkten: bei den privaten Bildungsausgaben – auch hier liegt Österreich weit unter dem OECD-Schnitt. Und ob eine Schulfinanzierung nach dem Chancenindex das Problem der „großen Ungerechtigkeit“ löst, kann man auch bezweifeln. Eine Zahl, die durchaus Besorgnis erregen sollte, ist, dass fast jeder vierte junge Zuwanderer in Österreich weder in einer Ausbildung noch berufstätig ist. Bei den Einheimischen sind es lediglich acht Prozent. Im OECD-Schnitt ist der Unterschied mit 18 (Zuwanderer) zu 13 Prozent (Einheimische) deutlich geringer, auch dieser Gap ist seit Jahren bekannt. Ein Schlüssel ist sicher die Sprache. Das versucht man nun anzugehen: Vielleicht helfen die Deutsch-Förderklassen, dass wir uns gewisse Debatten bei künftigen OECD-Berichten ersparen.

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