• 11.09.2018, 20:15:07
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  • OTS0210

Oö. Volksblatt: "Vererbbare Bildung" (vomn Herbert SCHICHO)

Ausgabe vom 12. September 2018

Utl.: Ausgabe vom 12. September 2018 =

Linz (OTS) - Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christkind,
sondern auch der OECD-Bildungsbericht. Und so wie zu Weihnachten oft
die gleichen Lieder gesungen werden, so ist es auch nach der
Präsentation des Berichtes. Die SPÖ stimmt etwa immer das Lied von
der vererbbaren Bildung und dem sozial selektiven Bildungssystem an.
Leider wird durch solche Rituale oft die Analyse blockiert. Denn
selbst wenn man Gebühren für berufstätige Studenten nicht einhebt,
wird der Gap wohl nicht kleiner. Hebt man die Gebühren ein, würde
Österreich zumindest bei einer anderen Maßgröße punkten: bei den
privaten Bildungsausgaben – auch hier liegt Österreich weit unter dem
OECD-Schnitt. Und ob eine Schulfinanzierung nach dem Chancenindex das
Problem der „großen Ungerechtigkeit“ löst, kann man auch bezweifeln.
Eine Zahl, die durchaus Besorgnis erregen sollte, ist, dass fast
jeder vierte junge Zuwanderer in Österreich weder in einer Ausbildung
noch berufstätig ist. Bei den Einheimischen sind es lediglich acht
Prozent. Im OECD-Schnitt ist der Unterschied mit 18 (Zuwanderer) zu
13 Prozent (Einheimische) deutlich geringer, auch dieser Gap ist seit
Jahren bekannt. Ein Schlüssel ist sicher die Sprache. Das versucht
man nun anzugehen: Vielleicht helfen die Deutsch-Förderklassen, dass
wir uns gewisse Debatten bei künftigen OECD-Berichten ersparen.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVB

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