• 30.08.2018, 10:13:28
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  • OTS0042

Paul Watzlawick Ehrenring geht an Hartmut Rosa

„Die kritische Theorie neu formuliert“ – Übergabe am 19. September 2018 im Billrothhaus in Wien

Utl.: „Die kritische Theorie neu formuliert“ – Übergabe am 19.
September 2018 im Billrothhaus in Wien =

Wien (OTS) - „Mit den ‚Resonanzen‘ hat Rosa die kritische Theorie neu
formuliert.” - Ein größeres Kompliment kann man wohl kaum
aussprechen, als es Michael Krüger, Poet und Verleger des
renommierten Hanser Verlags, getan hat. Hartmut Rosa, der zuletzt mit
seinem Buch „Resonanzen“ für heftige Diskussionen gesorgt hat, ist
der Träger des Paul Watzlawick Ehrenrings 2018 der Ärztekammer für
Wien. ****

Rosa nennt sein Buch im Untertitel „Eine Soziologie der
Weltbeziehung“. Weltbeziehung ist auch die Anknüpfung an Paul
Watzlawicks Konstruktivismus und seine permanente Auseinandersetzung
mit Sprache und deren Verhältnis zur Realität.

Für Rosa ist der Paul Watzlawick Ehrenring – den vor ihm Peter L.
Berger, Aleida Assmann, Rüdiger Safranski, Friedrich Achleitner, der
verstorbene Walter Thirring, Ruth Klüger, Konrad Paul Liessmann und
Franz Schuh erhalten haben – eine hohe Ehre: „Die Verleihung des Paul
Watzlawick Ehrenrings ist mir eine große Freude und eine wirkliche
Ehre. Tatsächlich sehe ich eine enge Verwandtschaft zwischen
Watzlawicks Denken und meinem eigenen Versuch, subjektive Erfahrungen
ebenso wie soziale Phänomene aus der Natur und die Struktur von
Beziehungen zu erklären und auf diese Weise Psychologie und
Soziologie zu verbinden.“

Was Rosa aber ebenso freut ist die Materialität des Rings selbst:
Er symbolisiert ein Möbiusband, „und dieses Symbol benutzen wir in
meinem Arbeitsbereich, um das Verhältnis von Sozialität und
Materialität, oder von Natur und Kultur, zu veranschaulichen“, so
Rosa.

Der Paul Watzlawick Ehrenring ist eine Initiative der Wiener
Ärztekammer, um den interdisziplinären Dialog unter den
Wissenschaften zu fördern. „Natur- und Sozialwissenschaften dürfen
sich nicht auseinander bewegen oder Hierarchien zueinander
aufstellen. Ebenso wie die Medizin als Ganzheitsmedizin den Menschen
im Fokus hat, sollte ganzheitliches, kooperatives Denken mit anderen
Wissenschaften mehr Raum erhalten“, betont der Präsident der
Ärztekammer für Wien, Thomas Szekeres.

Eine hochkarätige Jury unter dem Vorsitz von Erhard Busek und dem
Kuratoriumspräsidenten Hubert Christian Ehalt wählt – in mehreren
Abstimmungsrunden – den jeweiligen Preisträger. Der Ehrenring in Gold
wurde im Rahmen eines Wettbewerbs an der Hochschule für Angewandte
Kunst in Wien designt – von Studenten aus der Meisterklasse des
kürzlich verstorbenen Paolo Piva.

Professur in Jena und Autor zahlreicher Bücher

Hartmut Rosa, geb. 1965 im Schwarzwald, ist seit 2005 Professor
für Allgemeine und Theoretische Soziologie an der
Friedrich-Schiller-Universität in Jena und seit 2013 zugleich
Direktor des Max-Weber-Kollegs an der Universität Erfurt. Davor
lehrte er an der Universität Augsburg, an der Universität
Duisburg-Essen und an der New School for Social Research in New York.
2016 war er als Gastprofessor an der FMSH in Paris. Er promovierte
1997 an der Humboldt-Universität zu Berlin und habilitierte sich 2004
in Jena.

Rosa ist Herausgeber der internationalen Fachzeitschrift „Time &
Society“. 2006 erhielt er den Thüringer Forschungspreis für
Grundlagenforschung, 2016 den Tractatus-Preis für philosophische
Essayistik und 2018 den Erich-Fromm-Preis. Er leitet mehrere
Forschungsprojekte, darunter die von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft geförderte Kollegforschergruppe „Landnahme,
Beschleunigung, Aktivierung. Dynamik und (De-)Stabilisierung moderner
Wachstumsgesellschaften“.

Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und weltweit
rezipiert. Zu den wichtigsten Veröffentlichungen zählen: „Resonanz.
Eine Soziologie der Weltbeziehung“ (Berlin, Suhrkamp 2016),
„Beschleunigung. Die Veränderungen der Zeitstrukturen in der Moderne“
(Frankfurt/M., Suhrkamp 2005), „Identität und kulturelle Praxis.
Politische Philosophie nach Charles Taylor“ (Frankfurt/M. und New
York, Campus 1998) sowie „Soziologische Theorien“ (mit David Strecker
und Andrea Kottmann (Konstanz, UVK/UTB 2007). (hpp)

(S E R V I C E – Verleihung des Paul Watzlawick Ehrenrings der
Ärztekammer für Wien, Mittwoch, 19. September 2018, 18.00 Uhr,
Gesellschaft der Ärzte – Billrothhaus, 1090 Wien, Frankgasse 8. Die
Laudatio wird der Direktor des Museums für Angewandte Kunst,
Christoph Thun-Hohenstein, halten, Hartmut Rosa wird anschließend ein
Gespräch mit Elisabeth Nöstlinger-Jochum über seine Beziehung zu
Watzlawick und über sein Buch „Resonanzen“ führen.)

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