• 28.08.2018, 20:13:49
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Neues Volksblatt: "Kerns Blick" (von Markus EBERT)

Ausgabe vom 29. August 2018

Utl.: Ausgabe vom 29. August 2018 =

Linz (OTS) - „Lernen Sie Geschichte, Herr Redakteur“, ist ein gern
zitierter Satz aus dem Mund Bruno Kreiskys. Sein
Nach-Nach-Nach-Nach-Nach-Nachfolger an der Spitze der SPÖ, Christian
Kern, scheint des roten Altmeisters Empfehlung egal zu sein.
Eigentlich müsste er wissen, dass über das Ausland losgelassene
Österreich-Beschimpfungen nie gut ankommen. Das musste auch Alfred
Gusenbauer zur Kenntnis nehmen, als er in Paris mit den Genossen auf
die von der EU gegen die erste schwarz-blaue Koalition verhängten
Sanktionen angestoßen hat. „Champagnerisiert“ habe der damalige
SPÖ-Chef gegen Österreich, hieß es in der Heimat — und die Regierung
hatte plötzlich mehr Rückhalt.
Was den aktuellen SPÖ-Chef zu seinen Ausritten bewogen hat, ist seine
Sache. Aber es geht alle etwas an, wenn der Ex-Kanzler über das
Bündnis von zwei demokratisch legitimierten Parteien folgendes sagt:
„Wenn die klassischen ehemaligen Konservativen sich mit den
Rechtsextremisten verbünden, wird es problematisch in einer
Gesellschaft, dann kommt etwas ins Rutschen. Da gehen Standards und
moralische Grundsätze verloren.“ Doch gerade Kern sollte die Moral am
wenigsten bemühen, jedenfalls solange nicht, als auch seine Partei
Koalitionen mit der FPÖ bildet — sei es auf Landesebene im Burgenland
oder auf kommunaler Ebene etwa in Linz. Offenbar trübt der Blick von
außen die Wahrnehmung des Ex-Kanzlers.

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