- 01.08.2018, 11:06:38
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Greenpeace warnt: Hitzewelle ist Symptom des ungebremsten Klimawandels
Österreichische Regierung muss während EU-Ratspräsidentschaft Priorität auf höhere Klimaschutzziele legen
Utl.: Österreichische Regierung muss während EU-Ratspräsidentschaft
Priorität auf höhere Klimaschutzziele legen =
Wien (OTS) - Mit 35 Grad wird morgen im Osten Österreichs der
vorläufige Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle erreicht werden. Damit
ist aber noch kein Ende der extremen Hitze in Sicht, die Europa seit
Wochen heimsucht. Die Wissenschaft bestätigt: Hitzewellen und andere
Extremwetterereignisse treten durch die rasante Erderhitzung häufiger
auf. Um die katastrophalen Auswirkungen des globalen
Temperaturanstiegs zu mindern, fordert Greenpeace von der
österreichischen Regierung, sich im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft
für eine deutliche Erhöhung der EU-weiten Klimaziele stark zu machen.
“Ernteausfälle durch Dürren, riesige Waldbrände, Rekordhitze mit
zahlreichen Toten – wie viele Beweise für die Erderhitzung brauchen
wir noch?”, fragt sich Adam Pawloff, Klima- und Energiesprecher von
Greenpeace in Österreich. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
der “World Weather Attribution”-Partnerschaft sind sich inzwischen
sicher: Die Klimaerhitzung hat das Auftreten von Hitzewellen in
Nordeuropa mindestens doppelt so wahrscheinlich gemacht, wie ohne
menschliches Einwirken. “Wir steuern derzeit zielgenau auf die
Klimakatastrophe zu. Die EU muss endlich vom Reden ins Handeln kommen
und die Klimapolitik deutlich anpassen. Statt 40 Prozent weniger
klimaschädliche Treibhausgase bis 2030, braucht es eine Verringerung
um mindestens 65 Prozent. Österreich kann im Rahmen der
EU-Ratspräsidentschaft die entsprechenden Weichen dafür stellen. Das
muss für die Bundesregierung oberste Priorität haben”, fordert
Pawloff.
Wenn die EU und die einzelnen Mitgliedstaaten ihre Anstrengungen zum
Klimaschutz nicht erheblich verbessern, werden die Ziele aus dem
Klimavertrag von Paris verfehlt: Im Vertrag wurde festgehalten, die
Erderhitzung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu beschränken und
nach Möglichkeit unter 1,5 Grad. Ein Grad Erwärmung hat bereits
stattgefunden. “Mit der aktuellen Klimapolitik steuert die Welt auf
einen Temperaturanstieg von 3,5 Grad zu. Hitzewellen, wie wir sie
derzeit erleben, würden dann jedes Jahr wiederkehren. Dabei wird die
hitzebedingte Sterblichkeit zunehmen, wir werden schneearme Winter
und extreme Dürren erleben, und die Gletscher werden wegschmelzen,
was unsere Versorgung mit Trinkwasser bedroht”, warnt Pawloff.
Auch in Österreich ist der Temperaturanstieg eindeutig spürbar: April
bis Juni 2018 war in Österreich das wärmste 2. Quartal der
Messgeschichte. Die Hagelversicherung beziffert die Schäden in der
Landwirtschaft für diese drei Monate auf 110 Millionen Euro.
Insgesamt verursacht die Klimaerhitzung in Österreich heute bereits
Kosten von rund einer Milliarde Euro pro Jahr – etwa in Form von
Hochwasserschäden oder Ernteausfällen in der Landwirtschaft.
Besonders erschreckend: In den vergangenen fünf Jahren kamen
hierzulande mehr Menschen durch die Hitze ums Leben als durch
Verkehrsunfälle. “Wir müssen die weltweite Klimaerhitzung endlich als
ernsthafte Bedrohung begreifen: Tun wir nichts, rasen wir ungebremst
auf die Klimakatastrophe mit massiven wirtschaftlichen und
menschlichen Schäden zu. Die aktuelle Situation bietet aber auch eine
Chance für unsere Gesellschaft: Betreiben wir ab sofort ernsthaften
Klimaschutz, schaffen wir dadurch Millionen von Arbeitsplätzen und
sparen uns Geld und unsagbares Leid”, so Pawloff.
Ein Factsheet zum Thema Hitzewelle und Klimawandel finden Sie hier:
http://bit.ly/2LUHMjo
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