- 25.07.2018, 19:45:07
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Neues Volksblatt: "Futterneid" (von Markus EBERT)
Ausgabe vom 26. Juli 2018
Utl.: Ausgabe vom 26. Juli 2018 =
Linz (OTS) - Aus der Welt der „ÖBB-Postbus GmbH“ erreicht uns die
Nachricht über einen kuriosen Streit. Da ist der dortige rote
Zentralbetriebsrat darüber empört, dass die ebenfalls rot dominierte
Verkehrsgewerkschaft vida einem neuen Kollektivvertrag (für nicht
beamtete Buslenker) zugestimmt hat, der — so Zentralbetriebsrat
Robert Wurm — „eine massive Verschlechterung der Arbeitsbedingungen“
darstelle. Die wöchtenliche Arbeitszeit im Linienverkehr werde auf 50
Stunden, die täglich auf zehn Stunden erhöht. „Wir wurden verraten
und verkauft“, tobt Wurm.
Drängt sich natürlich die Frage auf, warum eine Fachgewerkschaft für
eine Verschlechterung sein sollte. Bei der Beantwortung kommt man
drauf, dass der Teufel im Detail steckt — sprich, in der Struktur der
ÖBB-Postbus GmbH. Dort gibt es nämlich eine Mehr-Klassengesellschaft:
Es gibt Fahrer, die nach dem alten Post-Beamtendienstrecht angestellt
sind, andere nach dem Beamtendienstrecht der ÖBB und die Dritten, die
jenen Kollektivvertrag haben, wie er für Busfahrer in der
Privatwirtschaft gilt. Das Glück der beamteten Fahrer: gab es für die
KV-Lenker Zulagenerhöhungen, haben sie mitgeschnitten. Jetzt finden
sich die Zulagen im neuen Kollektivvertrag, was laut vida einer
Gehaltserhöhung um elf Prozent entspricht. Darüber verliert
Betriebsrat Wurm kein Wort.
Wir lernen: Manchmal reduziert sich betriebsrätliches Toben auf
schlichten Futterneid.
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