• 25.07.2018, 11:16:56
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  • OTS0048

Konjunktur in NÖ: Ein Dämpfer für den Aufschwung

Im 2. Quartal 2018 sackte das Konjunkturbarometer der IV-NÖ deutlich nach unten. Verschlechterungen gab es vor allem bei den Einschätzungen zur zukünftigen Entwicklung.

Utl.: Im 2. Quartal 2018 sackte das Konjunkturbarometer der IV-NÖ
deutlich nach unten. Verschlechterungen gab es vor allem bei
den Einschätzungen zur zukünftigen Entwicklung. =

Wien/St. Pölten (OTS) - Das IV-NÖ Konjunkturbarometer – als
Mittelwert aus der Beurteilung der gegenwärtigen und zukünftigen
Geschäftsentwicklung – ist seit dem ersten Quartal 2018 von +44,9 auf
+29,2 Punkte gesunken. „Zwar befinden wir uns immer noch in einem
guten konjunkturellen Umfeld. Der Aufschwung hat wegen der negativen
Einschätzungen für die zukünftige Entwicklung jedoch einen Dämpfer
erhalten“, so Thomas Salzer, Präsident der Industriellenvereinigung
Niederösterreich (IV-NÖ).

Probleme bei der Suche nach Fachkräften
Die Detailergebnisse zeigen, dass die Unternehmen vor allem bei ihren
Prognosen für die nächsten Monate skeptisch sind. Zu den Gründen
dafür zählen die internationalen Handelskonflikte, die für
Verunsicherung sorgen, aber auch der Fachkräftemangel, der sich
weiter zuspitzt: 17 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon
aus, in den nächsten drei Monaten ihren Beschäftigtenstand zu
erhöhen, gleichzeitig glauben aber auch 17 Prozent der Befragten, in
den nächsten drei Monaten weniger Personal zu beschäftigen. Der
Großteil, nämlich 66 Prozent, rechnet mit einem gleichbleibenden
Beschäftigtenstand in drei Monaten. Dadurch sank der Bewertungssaldo
von +18 Punkten im ersten Quartal auf +0 Punkte. „Unterm Strich wird
hier deutlich, dass Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt häufig
nicht zusammenpassen. Es ist natürlich erfreulich, dass die
Arbeitslosigkeit in Niederösterreich im Juni 2018 erneut gesunken
ist. Aus Sicht der Betriebe spitzt sich der Fachkräftemangel jedoch
weiter zu. Nach wie vor haben mehr als acht von zehn Unternehmen
Probleme bei der Rekrutierung von Fachkräften aus den Bereichen
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik“, so Salzer.

Skepsis bei zukünftiger Entwicklung
Zu einem deutlichen Rückgang kam es bei der Einschätzung der
Geschäftslage in sechs Monaten: Hier sank der Saldo von +23 auf -16
Punkte. „Damit gibt es seit dem dritten Quartal 2015 erstmals wieder
deutlich mehr Unternehmen, die im kommenden halben Jahr von einer
schlechteren Geschäftslage ausgehen. Der Großteil, nämlich 74
Prozent, geht allerdings von einer gleichbleibenden Geschäftslage
aus“, so Salzer. Gesunken ist auch der Saldo bei der Frage nach der
Produktionstätigkeit in den nächsten drei Monaten – und zwar von +40
auf +10 Punkte. Ebenfalls gesunken ist der Saldo bei der Einschätzung
nach der Produktionskapazität in drei Monaten, und zwar von +45 auf
+12 Punkte. Bei der Ertragssituation in sechs Monaten sank der Saldo
ebenso, und zwar von +7 auf -11 Punkte. Der Großteil, nämlich 70
Prozent, rechnet im nächsten halben Jahr mit gleichbleibenden
Er-trägen, jedes fünfte Unternehmen geht allerdings von einer
Verschlechterung aus. Bei den Verkaufspreisen in den nächsten drei
Monaten stieg der Saldo von -2 auf +4 Punkte nur sehr gering an. Der
Großteil, nämlich 70 Prozent aller Unternehmen, rechnet mit
gleichbleibenden Verkaufspreisen, die bereits jetzt einem starken
Kostendruck ausgesetzt sind.

Zufrieden mit aktueller Situation und Auslandsaufträgen
Weiters gibt es mit 78 Prozent eine klare Mehrheit bei jenen
Unternehmen, die ihre aktuelle Geschäftslage als gut bewerten. Mit
dem aktuellen Auftragsbestand sind ebenfalls mehr als drei Viertel
(78 %) aller Unternehmen zufrieden. Bei den aktuellen
Auslandsaufträgen blieb der Bewertungs-Saldo nahezu stabil bei +63
Punkten (Q1: +66). „Das ist erfreulich, denn 2017 war ein Rekordjahr
für die niederösterreichische Exportwirtschaft. Schließlich stieg das
Warenexportvolumen seit 2016 um 8,8 Prozent auf 21,8 Milliarden
Euro“, so Salzer. Bei der Einschätzung zur aktuellen Ertragssituation
gab es kaum Veränderungen (Saldo sank von +26 auf +25 Punkte).

Befragungsmethode:
Bei der Befragung, die die IV-NÖ quartalsweise in Auftrag gibt, haben
dieses Mal 38 Unter-nehmen mit insgesamt 18.520 Beschäftigten
teilgenommen.
Bei der Konjunkturumfrage der IV kommt die folgende Methode zur
Anwendung: Den Unter-nehmen werden drei Antwortmöglichkeiten
vorgelegt: positiv, neutral und negativ. Errechnet werden die
(beschäftigungsgewichteten) Prozentanteile dieser Antwortkategorien,
danach wird der konjunktursensible „Saldo“ aus den Prozentanteilen
positiver und negativer Antworten unter Vernachlässigung der
neutralen gebildet. Diese Werte werden auch für die grafische
Darstellung des Konjunkturbarometers herangezogen.

Pressefotos unter: niederoesterreich.iv.at/de/presse

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