• 17.07.2018, 09:13:41
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  • OTS0022

Wie passt das negative Halbjahresergebnis von minus 1,2% mit der Marketingstrategie der Pensionskassen zusammen?

Was tun die Pensionskassen eigentlich, um weitere Pensionskürzungen 2019 zu vermeiden?

Wien (OTS) - 

Wie immer zählt für den Fachverband der Pensionskassen und deren Obmann Mag. Zakostelsky nur der angebliche Ertrag von 5,5 Prozent im Schnitt der letzten 27 Jahre. Mit einer einfachen Rechnung - nämlich der Summe aller Performance-Prozentsätze dividiert durch 27 Jahre - wird hier unter Vernachlässigung der Kapitalentwicklung von Null auf 22,6 Mrd.€ seit 1991 ein großartiges Ergebnis suggeriert. Anders sieht es aber beim tatsächlich von den Pensionskassen ab 1991 erzielten Ertrag von ca. 10,5 Mrd.€ aus, welcher ausschließlich für die Pensionskassen-Berechtigten relevant ist: mit den vom Fachverband propagierten 5,5% Performance p.a. hätten sie aber einen um 50% höheren Ertrag also etwa 16 Mrd.€ erzielen müssen.

 Tatsache ist jedenfalls, dass knapp 100.000 Pensionskassen-Pensionisten von laufenden Kürzungen ihrer Pensionsbezüge betroffen sind und viele inzwischen bereits mehr als die Hälfte ihrer zugesagten Bezüge verloren haben. 900.000 Aktive, für die Teile ihres Gehalts in Pensionskassen derzeit eingezahlt werden, stehen – bleibt es beim bestehenden System – vor demselben Schicksal. Sieht so eine brauchbare Altersversorgung aus?

 Und das Halbjahresergebnis 2018? Die aktuelle Durchschnittsperformance der Pensionskassen beträgt minus 1,21% und wird voraussichtlich per Jahresende zu weiteren Pensionskürzungen von 5-8% führen.

  Müssen die PK-Berechtigten mit einer Wiederholung des Katastrophenjahres 2008 (15% Performance-Verluste und Pensionskürzungen von 20% und mehr) rechnen oder kommt es sogar noch schlimmer?

  Anstatt über Maßnahmen zur Vermeidung eines weiteren Einbruchs oder vielleicht sogar einer Korrektur zum Besseren der Performance  im 2. Halbjahr 2018 zu berichten, ergeht sich der Fachverband auf seiner Homepage in Erklärungen über die aktuelle dramatische Entwicklung der internationalen Kapitalmärkte und beweihräuchert sich mit seinen angeblich glorreichen Ergebnissen der Vergangenheit.

  Als „Beruhigungspille“ behauptet der Pensionskassen-Fachverband, dass die Pensionskassen mit der „Schwankungsreserve“ ausreichend gegen Pensionskürzungen vorgesorgt hätten. Wahr ist vielmehr, dass diese Reserve ausschließlich zulasten der PK-Berechtigten dotiert wurde und die nächste Pensionskürzung bestenfalls nur zum Teil verhindern kann.

  Pekabe, als Interessensvertretung von 900.000 PK-Berechtigten weist seit Jahren auf den dringenden Reformbedarf des österreichischen PK-Systems hin, der von der Pensionskassenlobby anlässlich der aktuellen Gesetzesnovelle auf Basis einer EU Richtlinie auch wieder abgeblockt wurde.

  Es darf auf Dauer nicht sein, dass mit staatlicher Förderung jährlich bis zu 1 Mrd. € an Beiträgen von Arbeitgebern und Anwartschaftsberechtigten in ein System eigezahlt wird, das keinerlei Garantie für eine zukünftige nachhaltige Pension bietet, den Pensionskassen aber auf Dauer eine risikolose Einkunftsquelle sichert.

  Es ist unverständlich, dass die Politiker hier wegsehen bzw. scheinbar dem anhaltenden medialen „Trommelwirbel“ des Fachverbandes von der heilen Pensionskassenwelt glauben.

  Um die Politiker von der dringenden Notwendigkeit der Reform des PK-System zu überzeugen und diese auch durchzusetzen, fordern wir die Arbeitnehmervertreter AK und ÖGB auf, die Bemühungen des Seniorenrats und des Pekabe zu unterstützen, damit die Zweite Säule endlich eine stabile Ergänzung zur staatlichen Pension wird.

Rückfragen & Kontakt

Günter Braun
Pressesprecher des Pekabe - Schutzverband der Pensionskassenberechtigten
Mailto: [email protected]
Tel. +43699 111 58 699

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