Neues Volksblatt: "Gerechtigkeitsfrage" (von Herbert SCHICHO)

Ausgabe vom 5. Juli 2018

Linz (OTS) - Es ist schon schade, dass der Familienbonus nicht von allen Parteien unterstützt wird, immerhin wäre es auch ein Signal der Politik gewesen, dass über Parteigrenzen hinweg Väter und Mütter auch finanziell dafür belohnt werden, dass sie eine Familie gegründet haben und damit auch Verantwortung für die Zukunft des Landes übernehmen.
Wenn von SPÖ und Liste Pilz immer wieder die Gerechtigkeitsfrage ins Spiel gebracht wurde – Motto: Jedes Kind muss gleich viel wert sein — so ist dies leider eine klassische Themenverfehlung. Denn beim Familienbonus wird die Frage gestellt, ob es gerecht ist, dass ein Single gleich viel Steuern zahlt wie ein Elternteil, der von seinem Lohn auch ein Kind finanziert. Und durch den Familienbonus wird nun klargestellt, dass der Staat Menschen mit unterhaltspflichtigen Kindern nicht so viel wegnehmen darf, wie kinderlosen Steuerzahlern. Nicht mehr ... und nicht weniger. Und es ist ja nicht so, dass der Steuerbonus die einzige staatliche Begünstigung für die Familien ist. Sondern es gibt drei Säulen: Erstens direkte Zahlungen, etwa die Familienbeihilfe (hier ist jedes Kind gleich viel wert), zweitens „Sachleistungen“, vom Schulbuch bis zum Ausbau der Kindergärten und drittens eben steuerliche Besserstellungen für Familien. Manche Parteien wollen also ihre Familienpolitik nur auf zwei Säulen aufbauen — zumindest beim Hausbau wäre dies einsturzgefährdend.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001