• 29.06.2018, 13:57:58
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Für Solidarität: Fritz-Freyschlag-Preis verliehen

Linz (OTS) - 

 Am Freitag überreichten Dr. Christoph Leitl, Präsident der Europäischen Wirtschaftskammern, und AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer den nach Fritz Freyschlag benannten Preis. Es handelt sich um die siebte Verleihung dieses Preises. Ausgezeichnet wurden wieder Menschen, die sich um den Gedanken der Solidarität und der sozialen Partnerschaft verdient gemacht haben: Martha Fleschurz, Dr. Rudolf Trauner, Dr. Josef Peischer und Fritz Fuchs.

 Im Herbst 2001, anlässlich des 70. Geburtstages von Fritz Freyschlag, dem langjährigen Präsidenten der Arbeiterkammer Oberösterreich, fand sich eine Gruppe von Oberösterreichern zusammen, um einen eigenen Preis für Solidarität und soziale Partnerschaft zu stiften. Als Basis für die Stiftung und die Verleihung des Preises wurde der „Verein zur Förderung von Solidarität und sozialer Partnerschaft“ gegründet.

 Mit dem Preis werden zwei Ziele verfolgt: Solidarisches Handeln und soziale Partnerschaft zu fördern und gleichzeitig das Lebenswerk von Fritz Freyschlag zu würdigen. An der ersten Preisverleihung im November 2003 konnte Freyschlag noch teilnehmen. Er verstarb im Oktober 2004.

 Martha Fleschurz bekam einen Fritz-Freyschlag-Preis für langjähriges großes Engagement als Betriebsratsvorsitzende und Gewerkschafterin. 1992 gründete sie mit Unterstützung der Gewerkschaft GPA-djp den ersten Betriebsrat der Volkshilfe in Oberösterreich. Sie konnte erreichen, dass die Betriebsrat über die Grenzen der 14 Volkshilfe-Bezirksvereine hinweg landesweit gewählt wurde und wird. 2001 sorgte sie für die Gründung des bundesweiten Betriebsräteausschusses der Volkshilfe (BRAV). Zur selben Zeit übernahm sie den Vorsitz im Wirtschaftsbereich Gesundheits- und Sozialberufe der GPA-djp. Die ARGE Fachgruppenvereinigung für Gesundheits- und Sozialberufe im ÖGB, der die vier Gewerkschaften GÖD, younion, vida und GPA-djp angehören, konnte Martha Fleschurz österreichweit neu und wesentlich wirksamer organisieren. Ihre zentralen Themen waren gesunde Arbeitsplätze im privaten Gesundheits- und Sozialbereich sowie die Weiterentwicklung der Kollektivverträge. In den 25 Jahren, in denen sie Betriebsratsvorsitzende der Volkshilfe Oberösterreich war, hat sich die Zahl der Beschäftigten dort von 94 auf 1.850 erhöht. Sie alle wurden von Martha Fleschurz beharrlich und erfolgreich vertreten. Im Mai 2017 ist Martha Fleschurz in Pension gegangen.

 Einen Fritz-Freyschlag-Preis erhielt Dr. Rudolf Trauner für sein Lebenswerk als Würdigung einer stets von Achtung und Respekt getragenen Sozialpartnerschaft. Von 1991 bis 1997 war er Abgeordneter zum oberösterreichischen Landtag, von 2003 bis 2017 Präsident der Wirtschaftskammer Oberösterreich. Verdient gemacht hat er sich unter anderem durch viele innovative Beiträge zur Wirtschaftspolitik des Landes, durch die Förderung von Unternehmensgründungen, durch eine Beschäftigungs- und Qualifikationsoffensive sowie als Initiator von grenzüberschreitenden Projekten mit Bayern und Südböhmen. Auch bei der sozialen Absicherung von Ein-Personen-Unternehmen setzte Präsident Trauner einen Schwerpunkt. Er war Mitbegründer und Vizepräsident des Instituts für Arbeitsforschung und Arbeitspolitik an der Johannes-Kepler-Universität. Als Vorsitzender des Vereins INTEGRATIO unterstützte er nach Kräften die berufliche Integration und Rehabilitation von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf lag Dr. Trauner ebenfalls sehr am Herzen. 2015 eröffneten WKOÖ und WIFI gemeinsam mit einem benachbarten Industrieunternehmen eine eigene Kinderbetreuungseinrichtung.

 Dr. Josef Peischer wurde mit einem Fritz-Freyschlag-Preis für seine herausragenden Verdienste um die Arbeiterkammer Oberösterreich sowie um die Weiterbildung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausgezeichnet. 1990 erfolgte seine Bestellung zum Direktor der AK Oberösterreich. Dr. Peischer leitete einen Organisationsentwicklungsprozess ein, der die Strukturen immer wieder an die aktuellen Herausforderungen anpasst und bis heute fortdauert. Mit dieser kontinuierlichen Veränderung legte er die Grundlage dafür, dass die AK Oberösterreich eine besonders moderne und wirksame Interessenvertretung wurde und ist. Sein bundesweit umgesetztes Programm „AK-Plus“ machte durch Verwaltungsvereinfachungen und  interne Rationalisierungen erhebliche Mittel für neue Angebote an die Mitglieder frei. Dr. Peischer schied 2011 aus seiner Funktion als AK-Direktor, doch sein ökonomisches Fachwissen und seine vielfältigen Kontakte sind nach wie vor höchst gefragt. Er gehört mehreren Aufsichtsratsgremien an, unter anderem in der BFI-BBRZ-Gruppe. Für deren Ausbau im Sinne der beruflichen Weiterbildung und der Rehabilitation sorgte Dr. Josef Peischer mit der Zukunftsorientierung und Durchsetzungskraft, die ihm eigen sind.

 Ein weiterer Fritz-Freyschlag-Preis wurde an Fritz Fuchs verliehen, der seit Jahrzehnten als Betriebsratsvorsitzender und Gewerkschafter vorbildliche Arbeit leistete und leistet. Schon 1976 begann sein Einsatz als Betriebsratsvorsitzender der Firma Kremsmüller Industrieanlagenbau in Steinhaus bei Wels. 1988 wurde Fritz Fuchs zum Vorsitzenden der Metallgewerkschaft im Bezirk Wels gewählt. Von 1988 bis 2006 war er auch stellvertretender Landesvorsitzender dieser Gewerkschaft. Darüber hinaus engagierte er sich als Arbeiterkammerrat und als Funktionär der Gebietskrankenkasse. Viele Verbesserungen konnte Fritz Fuchs für die Monteure erreichen. Er baute ein bundesweites Netzwerk auf, dem es beispielsweise zu verdanken ist, dass Monteure als Schwerarbeiter anerkannt werden und dass die Kilometergrenzen für die Auslandsmontage aufgeweicht wurden. Obwohl Fritz Fuchs 2007 die Pension antrat, kämpft er bis heute unermüdlich für die Beschäftigten der Metallbranche. Nach wie vor setzt er sich für bessere Rahmenbedingungen für Montagearbeiter ein. Dabei war und ist es ihm stets wichtig, einen intensiven Kontakt und Austausch mit den Beschäftigten aus der Branche zu pflegen. Als Ehrenvorsitzender der Gewerkschaft PRO-GE im Bezirk Wels stellt Fritz Fuchs eine Institution dar. Viele Tage im Jahr ist er unterwegs, um Kolleginnen und Kollegen u.a. in Pensions- oder Schwerarbeitsfragen zu beraten – und zwar nicht nur in seinem Bezirk, sondern in allen Gegenden Oberösterreichs und Österreichs.    

 Allfällige Fragen bitte unter der Telefonnummer 0664 / 4020740 !

 Von der Fritz-Freyschlag-Preisverleihung finden Sie ein Foto in druckfähiger Qualität unter ooe.arbeiterkammer.at zum Herunterladen bereitgestellt.


Rückfragen & Kontakt

Verein zur Förderung von Solidarität und sozialer Partnerschaft
Bürgerstraße 25
4020 Linz
Tel. 0664/4020740

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