- 26.06.2018, 19:51:35
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Neues Volksblatt: "Evaluierung" (von Herbert SCHICHO)
Ausgabe vom 27. Juni 2018
Utl.: Ausgabe vom 27. Juni 2018 =
Linz (OTS) - Fehler passieren immer wieder, Fehler sind menschlich,
Fehler haben Konsequenzen — davon können Schüler ein Lied singen.
Aber Fehler machen nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer. Jeder
kennt die Geschichten, wo etwas abgeprüft wurde, was noch gar nicht
durchgenommen wurde. Oder bei der Korrektur etwas Richtiges
ausgebessert und etwas Falsches übersehen wurde. Darunter leidet
meist ein Schüler, manchmal eine Klasse, selten eine Schule. Verhauen
sich aber jene Experten, die die Fragen für die Zentralmatura
erarbeiten, dann leidet ein ganzer Jahrgang. Dieses Risiko fängt man
sich mit der Zentralisierung ein. Damit die Auswirkungen dann doch
nicht so tragisch sind, hat man einen Plan B entwickelt, durch diese
„Kompensationsprüfung“ kann sich der Großteil der Schüler ins
Positive retten. Aber hier lohnt ein genauerer Blick: In Wien hatten
28,2 Prozent der AHS-Maturanten bei der schriftlichen Mathematura ein
„Nicht genügend“ und fast drei Viertel konnten es „kompensieren“. In
OÖ hatten lediglich 15,8 Prozent schriftlich einen „Fleck“, aber
nicht einmal zwei von drei konnten ihn ausbessern. Noch gravierender
sind die Unterschiede bei Englisch in der BHS: Da hatte im Burgenland
fast ein Viertel der Maturanten (23,2 Prozent) schriftlich ein Nicht
genügend, in Kärnten war es rund jeder zehnte. Durch die mündliche
Prüfung blieben in Kärnten 3,7 und im Burgenland 3,6 Prozent negativ.
Ja, das schreit nach Evaluierung!
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