• 19.06.2018, 14:01:19
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  • OTS0148

Internationale Aktionswoche gegen Bestellbetrug erfolgreich abgeschlossen

16 Ermittlungsverfahren bundesweit eingeleitet

Utl.: 16 Ermittlungsverfahren bundesweit eingeleitet =

Wien (OTS) - Die von Europol initiierte und vom Bundeskriminalamt
(BK) koordinierte Aktionswoche zur Bekämpfung des Bestellbetrugs
wurde von 4. bis 15. Juni 2018 in 28 Ländern durchgeführt. Dank enger
Kooperation mit 15 namhaften Firmen in Österreich konnten acht
Tatverdächtige identifiziert, davon ein Täter festgenommen, 16
Ermittlungsverfahren aufgenommen und 74 Pakete sichergestellt werden.

Einkaufen im Internet erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Man
bestellt in Ruhe von zuhause aus und bekommt seine Pakete in der
Regel vor die Haustüre geliefert. Bestellung mit Kreditkarte, Zahlung
nach Erhalt der Ware bei Kauf auf Rechnung und Vorauskasse sind
gängige Zahlungsformen. Auch professionelle Internetbetrüger
profitieren vom boomenden Onlinehandel durch Bestellbetrug.
Grundsätzlich versucht der Täter oder die Tätergruppe durch Täuschung
Waren oder Werksleistungen ohne Bezahlung oder vice versa Geld ohne
entsprechender Gegenleistung zu erlangen. Das Mittel zum Betrug
besteht hierbei in der Vortäuschung der Zahlungsfähig- und
Zahlungswilligkeit, beziehungsweise der Lieferwilligkeit. Das heißt
für Unternehmen kann dies in beide Richtungen, also im Rahmen des
Einkaufsprozesses beziehungsweise im Rahmen des Verkaufsprozesses zu
einer Schädigung führen.

Um diese Art des Betruges wirksam zu bekämpfen, wurde 2016 die erste
Aktionswoche gegen Bestellbetrug initiiert. 2018 nahmen 28 Länder von
drei Kontinenten an der Aktion teil. Ermittler des BK und der
Landeskriminalämter haben im Zuge der Aktionswoche verdächtige
Lieferungen verfolgt und die Empfänger kontrolliert. Dabei wurden
besonders Bestellungen mit missbräuchlich verwendeten
Kreditkartendaten und Kauf auf Rechnung in Augenschein genommen.
Diese Aktionswoche war Dank der engen Zusammenarbeit mit fünfzehn
Firmen möglich. Es haben drei Logistikfirmen sowie zwölf
Versandhändler an der bundesweiten Aktion teilgenommen.

Erfolge
Im Zuge der Aktion wurden 16 Ermittlungsverfahren in Österreich
eingeleitet. Dabei wurden acht Tatverdächtige identifiziert. Davon
wurde eine Person festgenommen und in Untersuchungshaft überstellt,
die sieben restlichen auf freiem Fuß angezeigt. Bei den restlichen
acht Fällen sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Nach
Auswertung der gewonnenen Informationen ist jedoch mit weiteren
Festnahmen zu rechnen. Insgesamt wurden 74 Pakete mit Waren von der
Polizei sichergestellt und an die geschädigten Kooperationspartner
ausgehändigt.

Die sichergestellten Pakete stehen nach ersten Erkenntnissen im
Zusammenhang mit weiteren 2.700 betrügerisch erlangten Lieferungen.
Bei den Waren handelt es sich vorwiegend um Kleidung, Mobiltelefone
und Sportartikel. Die Amtshandlungen wurden in Kärnten,
Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Wien, wo der
Schwerpunkt lag, durchgeführt. Sie bezogen sich vorwiegend auf
betrügerische Bestellungen mit Kauf auf Rechnung und mit gestohlenen
Kreditkartendaten.

International
Weltweit wurden insgesamt 95 Personen festgenommen, 200
Hausdurchsuchungen durchgeführt und zahlreiche hochpreisige Waren
sichergestellt. Insgesamt hatten die Täter über 20.000 betrügerische
Bestellungen mit einem Gesamtwert von acht Millionen Euro
durchgeführt. Im Zuge der Ermittlungen wurden auch andere Straftaten
wie Dokumentenmissbrauch, unterschiedliche Arten von Cybercrime und
Geldwäsche aufgedeckt.

Tipps der Kriminalprävention für sicheres Einkaufen im Internet:
• Testen Sie ob der Internet-Shop zu üblichen Geschäftszeiten
telefonisch gut erreichbar ist. Macht der Kundenservice einen
sachkundigen Eindruck?
• Nehmen Sie die Preisangaben näher unter die Lupe. Sind die Preise
ohne weiteren Aufwand vollständig einsehbar und transparent? Kann man
sofort Angaben zu Versandkosten finden? Gibt es eine
Lieferkostenpauschale für die Bestellung mehrerer Artikel oder
entfallen die Kosten ab einem bestimmten Warenwert? Und wenn Sie
meinen, ein Schnäppchen im Ausland gefunden zu haben: Lauern hier
eventuell horrende Versandkosten?
• Schauen Sie, ob die allgemeinen Geschäftsbedingungen leicht zu
finden sind und informieren Sie sich besonders über Rücktritts- und
Rückgaberechte.
• Vergessen Sie nicht: niemand hat etwas zu verschenken! Bei
unrealistisch niedrigen Preisen ist doppelte Vorsicht geboten und
eine Betrugsabsicht wahrscheinlich. Sie sollten den Shop wirklich
gründlich „durchleuchten“.
• Sollten Sie direkt online bezahlen, achten Sie darauf, dass die
Übertragung verschlüsselt ist. Das erkennen Sie am https:// in der
Adresszeile des Browsers sowie einem Vorhängeschlosssymbol
beispielsweise am unteren Rand des Browserfensters.
• Je weiter die Entfernung, desto schwieriger ist es sich zu
beschweren oder zu reklamieren: Bestellungen in anderen
EU-Mitgliedstaaten können komplizierter werden, sind aber immer noch
relativ sicher. Außerhalb der EU sollten Sie nur bestellen, wenn das
Produkt nur dort erhältlich ist und es sich um ein bekanntes
Unternehmen handelt.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | BUK

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