- 11.06.2018, 20:06:24
- /
- OTS0174
Neues Volksblatt: "Zumutung" (von Markus EBERT)
Ausgabe vom 12. Juni 2018
Utl.: Ausgabe vom 12. Juni 2018 =
Linz (OTS) - Dass im Linzer Stadtgebiet die Donau nur an zwei Stellen
gequert werden kann — Nibelungen- und Voestbrücke —, ist natürlich
mehr als ein Ärgernis für Abertausende, deren Stauzeit sich
beträchtlich verlängert hat. Es handelt sich um eine extrem
zugespitzte verkehrspolitische Zumutung, die aus den
unterschiedlichen Kompetenz- und Interessenlagen vergangener
Jahrzehnte resultiert. Während anderswo im Land durchaus etwas
weitergegangen ist, war die politische Hauptbeschäftigung in Linz das
Herumreichen der heißen Kartoffel, eine konzertierte Verkehrsplanung
— öffentlicher Verkehr, motorisierter Individualverkehr und sanfte
Mobilität — wurde durch die Schrebergärtnerei der verschiedenen
Gebietskörperschaften und Verkehrsunternehmen verunmöglicht. Dass man
sich bei wichtigen Projekten wie dem Westring zudem von einer
Verhinderer-Clique auf der Nase herumtanzen lassen musste, ist der
Tupfen auf dem I.
Man sollte sich keiner Illusion hingeben: Die jahrelangen
Versäumnisse können selbst mit größtem Mitteleinsatz — etwa den 170
Millionen Euro für die Bypässe der Voestbrücke — nicht über Nacht
wettgemacht werden. Ein Freibrief für das Nichtstun ist das aber auch
nicht: Öffi-Verbindungen zu attraktivieren und den Pendlern das
Umsteigen möglichst einfach und (preislich) schmackhaft zu machen,
ist nicht gerade die Quadratur des (verkehrspolitischen) Kreises.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVB






