- 08.06.2018, 09:00:01
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Neue GKK-Statistik: Krankenstandsdauer in OÖ stagniert weiter, 41 Prozent der Beschäftigten keinen einzigen Tag krank gemeldet
Die Zahl der Krankenstandstage in Oberösterreich stagniert weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Im Durchschnitt waren die Arbeitnehmer/-innen im letzten Jahr,
ebenso wie im Jahr zuvor, nur 13,3 Kalendertage krank gemeldet. Rechnet man die schwer und chronisch Kranken heraus, ergeben sich überhaupt nur 5,7 Tage! Die neueste Krankenstandsstatistik der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse für 2017 zeigt auch, dass im vergangenen Jahr vier von zehn der oberösterreichischen Beschäftigten keinen einzigen Tag im Krankenstand waren.
Die Zahl der Krankenstandstage befindet sich seit Jahren auf niedrigem Niveau. Im Jahr 2000 waren die Arbeitnehmer/-innen im Schnitt noch 15,4 Tage im Krankenstand, 2017 waren es nur noch 13,3 Tage. Auf lediglich 2,8 Prozent der Beschäftigten – nämlich die schwer und chronisch Kranken mit einer Krankenstandsdauer von 43 Tagen und mehr – entfallen 37,5 Prozent aller Krankenstandstage. Rechnet man diese aus der Gesamtstatistik heraus, ergibt sich eine durchschnittliche Krankenstandsdauer von überhaupt nur 5,7 Kalendertagen.
Eine reine Zahlendarstellung kann aber trügerisch sein. Niedrige Krankenstände können beispielsweise einen sehr „ausgrenzenden“ Arbeitsmarkt widerspiegeln. Ein Beispiel: Norwegen und Finnland haben mit rund vier Wochen pro Jahr die meisten Krankenstandstage in Europa. Der Grund dafür: Die skandinavischen Länder sind durch einen deutlich „inklusiveren“ Arbeitsmarkt geprägt – das heißt dort haben auch Ältere oder gesundheitlich Eingeschränkte noch eine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Österreich liegt mit rund zwei Wochen im Mittelfeld. Die Länder im Mittelmeeraum, vor allem Griechenland, weisen hingegen unterdurchschnittliche Krankenstandszahlen auf – es zeigt sich ein Nord-Süd-Gefälle.
Es wäre eine falsche Interpretation, dass in Österreich die Menschen gesünder sind als in Skandinavien. Zahlreiche Studien zeigen eher das Gegenteil. Deshalb ist es für AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer wichtig, dass die Krankenstandsdaten differenziert und seriös betrachtet werden, um sozialpolitisch und arbeitsmarktpolitisch die richtigen Schlüsse ziehen zu können.
Kalliauer erneuert auch eine langjährige Forderung der Arbeiterkammer, nämlich den Kündigungsschutz im Krankenstand. „Wenn man krank ist, ist es sicher nicht gesundheits- und genesungsfördernd, auch noch um den Job bangen zu müssen. Der Kündigungsschutz wäre ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Sicherheit für die Beschäftigten“, so Kalliauer.
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