Neues Volksblatt: "Perspektive" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 28. Mai 2018

Linz (OTS) - Es war ein Ausnahmezustand, der im Sommer 2015 in Europa herrschte. Hunderttausende aus dem Nahen Osten und Afrika zogen durch den halben Kontinent auf der Suche nach einer Perspektive. Die Flüchtlingskrise scheint zwar heute überwunden, an den Folgen bei der Integration in Schule, Arbeitsmarkt und Gesellschaft wird Europa allerdings noch jahrelang kiefeln.
Aber man sollte nicht nur die Vergangenheit aufarbeiten, man sollte aus ihr auch Lehren ziehen. Und eine davon muss sein, dass ein solcher Ausnahmezustand gar nicht erst passieren darf. Noch ist die Zahl der Ankömmlinge in Griechenland oder Italien nicht mit der damaligen vergleichbar, aber man sollte nicht darauf warten, bis es wieder kritisch wird, sondern schon jetzt die Weichen stellen — und das gleich mehrgleisig.
Erstens gilt es die Rechtsstaatlichkeit zu schützen und den Schleppern das Handwerk zu legen. Aus dem Leid der Menschen darf man kein Geschäft machen. Zweitens muss man den Unterschied zwischen Flucht und Migration klarstellen und erklären, dass man durch eine lebensgefährliche Überfahrt keine Eintrittskarte in ein Schlaraffenland bekommt. Dazu gehört auch, dass unser Sozialsystem kein Reiseanreiz werden darf. Und drittens muss die internationale Gemeinschaft mithelfen, dass die Menschen in ihrer Heimat wieder eine Perspektive sehen. Und nicht eine Illusion in Europa suchen.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001