• 17.05.2018, 13:03:29
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  • OTS0169

Deutschklassen – Hammerschmid verweist auf Experten-Kritik an Separierung und kritisiert fehlende Ressourcen

„Integrationsmittel wurden gestrichen, Klassengrößen erhöht, Unterstützungspersonal fällt weg“

Utl.: „Integrationsmittel wurden gestrichen, Klassengrößen erhöht,
Unterstützungspersonal fällt weg“ =

Wien (OTS/SK) - Die massive Kritik der SPÖ an der Konzeption der
Deutschklassen bekräftigte SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid
am Mittwoch im Nationalrat. Sie verwies dazu auch auf die breite
ExpertInnen-Kritik. Selbst der von der ÖVP für das Ausschuss-Hearing
nominierte Experte habe sich gegen die Separierung der SchülerInnen
ausgesprochen. „Ihr eigener Experte hat ihnen den Spiegel
vorgehalten, warum hören Sie nicht auf ihn?“, so Hammerschmid in
Richtung Bildungsminister Faßmann. Integrationsmittel für
PädagogInnen wurden gestrichen, die Organisation sei längst nicht
geklärt – „das ist fahrlässige Politik auf dem Rücken der
SchülerInnen und der PädagogInnen“. Die SPÖ beantragte gemeinsam mit
Neos und Liste Pilz eine Zurückweisung an den Ausschuss. „Zurück an
den Start!“ ****

Hammerschmid zitierte eingangs den von der ÖVP geladenen Experten
Prof. Becker-Mrotzek von der Uni Köln: „Die Wissenschaft weiß, dass
es nicht hilft, Kinder lange in eigenen Klassen unter sich zu lassen,
ohne Kontakt zu ihren Mitschülern. Sondern dass es notwendig ist, sie
möglichst schnell und möglichst früh – und wenn es nur in Teilen ist
– in den Regelunterricht zu integrieren (…), damit sie auch im
Zusammenhang Deutsch lernen können.“ Leider hätten seine Einschätzung
und die der anderen ExpertInnen im Gesetz faktisch keinen
Niederschlag gefunden – „ganz im Gegenteil“, so Hammerschmid.

Es werde separierte Klassen geben und die maximalen Klassengrößen
steigen von jetzt 15 auf 25 SchülerInnen. Zudem wird die
Sprachförderung jener, die bereits in den Regelklassen sind, von 11
auf 6 Stunden gekürzt. Auch das Testungsverfahren und die
Organisation – Klassen, Ressourcen – seien noch nicht definiert und
geklärt.

Gleichzeitig werden den Schulen die Integrationsmittel von 80 Mio.
Euro gestrichen. „Das heißt, 450 SprachpädagogInnen, 250
IntegrationspädagogInnen, 85 SozialarbeiterInnen und die mobilen
Teams werden den Schulen genommen. Und Sie wissen, dass gelingende
Integration vieler Jahre bedarf und nicht beim Spracherwerb aufhört!“
Kritik übt Hammerschmid auch daran, dass die schon eingeführten
Maßnahmen wie Sprachstart- und Sprachfördergruppen von Minister
Faßmann nun ohne Evaluierung „vom Tisch gewischt werden“ – und zwar
mit Zahlen und Daten, die vor der Einführung dieser Maßnahmen erhoben
wurden. „Das ist Irreführung!“ (Schluss) sc/ah/mp

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