WWF Österreich an Kurz und Köstinger: Klimaschutz darf sich nicht in PR-Aktionen erschöpfen

Umweltverband zur R20-Konferenz in Wien: Klimaschutz erfordert konkrete Taten und Budgets – Bundesregierung muss ihre Hausaufgaben machen und nationale Klimastrategie verbessern

Wien, am 15. Mai 2018 (OTS) - Anlässlich des heutigen „R20 – Austrian World Summit“ fordert der WWF Österreich von der Bundesregierung deutlich mehr Engagement für den Klimaschutz. „Der jahrelange Stillstand muss endlich beendet werden. Klimaschutz darf sich nicht in PR-Aktionen und Sonntagsreden erschöpfen, sondern erfordert konkrete Maßnahmen und Budgets“, sagt Hanna Simons, die Leiterin der Natur- und Umweltschutzabteilung des WWF Österreich. 

Der „R20 Austrian World Summit“ wurde gegründet, um die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele und des Pariser Klimaschutzabkommens durch die Vernetzung engagierte Akteure zu unterstützen. In diesem Sinne sollten Bundeskanzler Sebastian Kurz und Umweltministerin Elisabeth Köstinger ihre R20-Teilnahme gleich zur Ankündigung von wirksamen Sofortmaßnahmen nützen anstatt nur den Mythos von der Vorreiterrolle Österreichs zu pflegen. „Worauf warten wir noch? Österreichs Klimabilanz ist verheerend. Der CO2-Ausstoß steigt anstatt zu sinken, obwohl die wissenschaftlich untermauerten Gegenmaßnahmen längst auf dem Tisch liegen“, verweist Simons auf etliche Studien, die teils sogar selbst von der Politik beauftragt worden sind.

Um ein Papiertiger-Schicksal zu vermeiden, müsse auch der Entwurf der Klimastrategie mit konkreten Maßnahmen, Zeitplänen, Finanzierung und politischer Verantwortlichkeit erweitert werden. „Die Bundesregierung muss sich zu einer großen ökosozialen Steuerreform bekennen und alle umweltschädlichen Subventionen möglichst rasch streichen. Parallel dazu braucht es ein konkretes Energiespar-Programm und einen naturverträglichen Ausbau von Erneuerbaren“, nennt Simons Beispiele. „Ohne wirksame Verbesserungen kann Österreich weder das Pariser Abkommen einhalten, noch die weniger ehrgeizigen EU-Ziele erfüllen. In diesem Fall drohen sogar Strafzahlungen in Millionenhöhe“, sagt Hanna Simons mit Blick auf jene Schwachstellen, die das „Schwarzbuch Klimastrategie“ des WWF aufgedeckt hat (Online auf www.wwf.at/de/klima-und-energiestrategie-2018).

WWF Climate Group für ambitionierte und langfristige Klimastrategie

„Klimaschutz rechnet sich und bringt eine mehrfache Dividende für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Das wissen auch immer mehr Unternehmen, die sich für eine ambitionierte und langfristig ausgerichtete Strategie aussprechen“, verweist Simons auf die Anliegen der Unternehmen der WWF CLIMATE GROUP sowie den von insgesamt 318 Betrieben unterzeichneten „Appell der Wirtschaft“. „Diese Stimmen müssen endlich gehört werden und dürfen nicht wieder von den institutionalisierten Blockierern ausgebremst werden“, wünscht sich Hanna Simons grundsätzlich mehr Tempo und Ambition in der heimischen Klimapolitik.

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