- 08.05.2018, 10:16:17
- /
- OTS0065
Dynamische Entwicklung der Außenwirtschaft im Jahr 2017 - GRAFIK
Aktuelle Ergebnisse der österreichischen Zahlungsbilanz
Utl.: Aktuelle Ergebnisse der österreichischen Zahlungsbilanz =
Wien (OTS) - Österreichs Handel mit Gütern und Dienstleistungen
beschleunigte sich im Umfeld des globalen Wirtschaftsaufschwungs
deutlich. Vor diesem Hintergrund ergab der Leistungsbilanzsaldo
erneut ein stabiles und nachhaltiges Plus, das mit 7 Mrd EUR etwas
geringer ausfiel als 2016. Der Reiseverkehr bildete auch 2017 das
Fundament für Österreichs Leistungsbilanzüberschuss. Im historischen
Rückblick durchläuft Österreichs Außenwirtschaft seine bislang
erfolgreichste Phase, die seit 15 Jahren durchgängig von
Leistungsbilanzüberschüssen geprägt ist. Deutschland bleibt mit
Abstand Österreichs wichtigster außenwirtschaftlicher Ankerpunkt.
Gleichzeitig festigt Osteuropa seine Rolle als unverzichtbarer
Wirtschaftspartner, sowohl im Güter- und Dienstleistungshandel als
auch im Kapitalverkehr.
„Österreich erzielte 2017 im Umfeld einer stark beschleunigten
Außenhandelsdynamik neuerlich einen stabilen und nachhaltigen
Leistungsbilanzüberschuss in Höhe von 7 Mrd EUR (1,9 Prozent des
BIP)“, erklärte Vize-Gouverneur Andreas Ittner im Rahmen einer
Pressekonferenz der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). 2016 lag
das Plus mit 7,5 Mrd EUR (2,1 Prozent des BIP) auf ähnlichem Niveau.
Eine kleine, offene Volkswirtschaft wie Österreich ist in hohem Maß
von soliden, gut entwickelten Handelsbeziehungen abhängig, um ihre
Wettbewerbsfähigkeit zu sichern sowie Ein- und Ausfuhren langfristig
auszubalancieren. Im historischen Rückblick war Österreichs
Außenwirtschaft – gemessen am Leistungsbilanzsaldo in Prozent des BIP
– niemals erfolgreicher als in der gegenwärtigen Hochphase. Seit der
Jahrtausendwende erreichte dieser – für die Beurteilung der
Wettbewerbsfähigkeit zentrale – Indikator im Durchschnitt einen Wert
von 2,4 Prozent. „Mit 1,9 Prozent des BIP liegt Österreich derzeit
etwas unterhalb dieses Durchschnitts – und klar innerhalb jenes
Bereichs, der aus Sicht der Europäischen Kommission ein
außenwirtschaftliches Gleichgewicht definiert“, ergänzte Ittner.
Österreichs Leistungsbilanz, die bis zur Jahrtausendwende überwiegend
Defizite zeigte, drehte vor allem infolge einer Verbesserung der
Güterbilanz ins Plus.
Im Jahr 2017 leistete wieder der Reiseverkehr mit +8,8 Mrd EUR den
höchsten Beitrag zum Überschuss. Er entwickelte sich jedoch nicht so
dynamisch wie in den vergangenen Jahren. Positiv war auch das
Ergebnis im Handel mit grenzüberschreitenden
Unternehmensdienstleistungen (1,7 Mrd EUR), das jedoch deutlich unter
jenem des Jahres 2016 (2,5 Mrd EUR) lag. Die Güterimporte
beschleunigten sich im Jahr 2017 noch deutlicher als die Exporte,
woraus ein Güterdefizit im Ausmaß von 1,2 Mrd EUR resultierte.
Österreich exportierte 2017 Leistungen im Wert von 231 Mrd EUR ins
Ausland (+6,8 Prozent gegenüber 2016), die Importe lagen bei 224 Mrd
EUR (+7,4 Prozent). Darin enthalten sind Güter, Dienstleistungen
sowie grenzüberschreitende Einkommen. Triebfeder dieses Wachstums war
einerseits der Güterverkehr sowie andererseits der teilweise eng
damit verbundene Handel mit Unternehmensdienstleistungen. Insgesamt
waren vor allem das starke Wachstum der inländischen Investitionen
sowie die – stärker als auf der Exportseite – gestiegenen Preise für
den Importanstieg ausschlaggebend.
„Die Maschinen- und Fahrzeugindustrie ist das Rückgrat unserer
Exportwirtschaft“, erläuterte Johannes Turner, Direktor der
OeNB-Hauptabteilung Statistik. Die beschleunigten Ausfuhren beliefen
sich 2017 auf rund 57 Mrd EUR und trieben damit den gesamten
Güterexport in Höhe von 139 Mrd EUR deutlich an. „Deutschland hat
seine Dominanz als wichtigster Güterexportmarkt im Jahr 2017 sogar
noch gestärkt und für Erlöse von 41,4 Mrd EUR (+6,6 Prozent)
gesorgt“, so Turner. Auch die Güterimporte stiegen deutlich auf 140
Mrd EUR, wobei wie bei den Exporten Maschinen und Fahrzeuge
dominierten.
Mit einem Anstieg um etwas mehr als 2 Mrd EUR auf ein Exportvolumen
von knapp 28 Mrd EUR bzw. importseitig auf 24 Mrd EUR bestimmten der
Transport sowie die technischen Dienstleistungen das Wachstum von
Dienstleistungsexporten bzw. -importen.
Die Reiseverkehrseinnahmen wuchsen 2017 auf 18,1 Mrd EUR (+3,8
Prozent). Damit fiel der Anstieg schwächer aus als in den Vorjahren
(2016: 5,9 Prozent, 2015: 4,8 Prozent). 29 Mio ausländische Gäste
(+4,8 Prozent) nächtigten 106 Mio Mal (+3 Prozent) in Österreich.
Deutsche Touristen brachten 2017 8,4 Mrd EUR nach Österreich und
bleiben damit unangefochten die wichtigste Gästegruppe. Starke
Einnahmenzuwächse gab es bei Gästen aus den USA, aus Russland und
China.
Der Nettokapitalüberschuss gegenüber dem Ausland belief sich 2017 auf
8,7 Mrd EUR. Österreichs Direktinvestitionen im Ausland wurden durch
frisches Kapital befeuert und erreichten mit 202 Mrd EUR einen
Rekordstand. Zusätzlich bauten österreichische Investoren ihre
Portfolioinvestitionen (einschließlich Finanzderivate) im Ausland um
5,4 Mrd EUR aus und setzten damit den Trend der letzten Jahre fort.
Österreichs Finanzvermögen im Ausland erreichte Ende 2017 einen Wert
von 859 Mrd EUR, die Verpflichtungen beliefen sich auf 837 Mrd EUR.
Per saldo ist Österreich demnach Nettokapitalgläubiger im Ausmaß von
22 Mrd EUR. Daraus resultiert ein Vermögenseinkommensüberschuss in
Höhe von 1,4 Mrd EUR.
Osteuropa festigt seine Rolle als unverzichtbarer Wirtschaftspartner
für Österreich: Die Exporte (Güter, Dienstleistungen, Einkommen) nach
Mittel- und Osteuropa (MOEL-20) erreichten 2017 bereits knapp 44 Mrd
EUR und damit etwa ein Fünftel der gesamten Ausfuhren, wobei Güter
mit 26,7 Mrd EUR dominierten. Auch importseitig ist der
Wirtschaftraum der MOEL-20 inzwischen ein Schwergewicht: Im Jahr 2017
wurden aus dieser Region Leistungen im Wert von mehr als 42 Mrd EUR
eingeführt – auch das entspricht rund einem Fünftel der gesamten
Importe.
Die Forderungen gegenüber den zentral- und osteuropäischen Staaten
erreichten Ende 2017 mit einem Wert von 140 Mrd EUR rund ein Fünftel
des gesamten Auslandsvermögens, während der entsprechende
Verpflichtungsanteil nur rund 7 Prozent ausmachte.
Grafik(en) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM /
Originalgrafik-Service sowie im OTS-Grafikarchiv unter http://grafik.ots.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ONB







