• 07.05.2018, 12:33:44
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  • OTS0107

UGöD: „Mit 12 Stunden pro Tag zu Herzinfarkt und Schlaganfall?“

Unabhängige GewerkschafterInnen in GöD: 12-Stunden-Arbeitstage gefährden Gesundheit.

Utl.: Unabhängige GewerkschafterInnen in GöD: 12-Stunden-Arbeitstage
gefährden Gesundheit. =

Wien (OTS) - „Wie zu erwarten war, beginnt die Regierung nun –
nach den Landtagswahlen – die angekündigten wirtschaftsfreundlichen
und arbeitnehmerInnenfeindlichen Reformen umzusetzen, um ihre
Wahlkampfsponsoren aus Industrie und Wirtschaft zufrieden zu stellen
- und das betrifft auch die Tagesarbeitszeit,“ kritisiert ao.
Univ.-Prof. Dr. Martin Tiefenthaler, Unabhängiger Gewerkschafter in
der GöD, Internist und Universitätslehrer, die Pläne der
Bundesregierung, noch vor Sommer ein
Arbeitszeitflexibilisierungspaket vorzulegen.

„Dass der kleine Regierungspartner zumindest lauwarme Füße
bekommt, könnte weniger der wissenschaftlichen Faktenlage und mehr
den Protesten aus dem eigenen Klientel zugeschrieben werden,“ so
Tiefenthaler weiter, „dass dieses Gesetz unabhängig von
sozialpartnerschaftlichen Verhandlungsvereinbarungen durchgepeitscht
werden soll, entspricht dabei unseren bisherigen Erfahrungen wie beim
Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz inklusive Gastronomie.“

Zwt.: Studien belegen Gesundheitsrisiko bei langen Arbeitszeiten!

Zu den Fakten: In großen epidemiologischen Studien mit über
600.000 gesunden Personen wurde belegt, dass sich in der Gruppe der
Beschäftigten mit Arbeitszeiten über 55 Stunden pro Woche bzw. über
10-12 Stunden pro Tag das Schlaganfallrisiko um 33 % und das
Herzinfarktrisiko um 13 % im Vergleich zu ArbeitnehmerInnen mit bis
zu 40 Stunden pro Woche erhöht.

Rezent wurde für die Gruppe mit mehr als 55 Stunden Arbeitszeit
pro Woche in einer Metaanalyse ein um 40 % höheres Risiko innerhalb
von 10 Jahren für Vorhofflimmern festgestellt. „Vorhofflimmern ist
eine Rhythmusstörung, die häufig zu schweren Schlaganfällen führt.
Dieser Effekt ist auch zu beobachten, wenn Risikofaktoren wie
Alkoholkonsum, schweres Übergewicht und Bluthochdruck berücksichtigt
werden,“ führt UG-Gewerkschafter und Mediziner Tiefenthaler aus.
„Aufgrund dieser Fakten ist klar und evident, dass jeder Arbeitgeber
wissentlich und billigend in Kauf nimmt, das Erkrankungsrisiko seiner
MitarbeiterInnen zu erhöhen, wenn er Arbeitszeiten von 12 Stunden pro
Tag oder 60 Stunden pro Wochen einfordert.“

Zwt.: UGöD längere Arbeitszeiten brauchen längere Freizeitblöcke

Personalvertretungen und die BetriebsrätInnen sind jedenfalls
aufgefordert, die beschriebene Faktenlage zu berücksichtigen.
„Möglichkeiten für 12-Stunden-Arbeitstage müssen jedenfalls so
restriktiv wie möglich gehandhabt haben und Ausnahmen bleiben. Aus
medizinischer Sicht wäre allenfalls ein 2:1 Zeitausgleich innerhalb
von 10 Tagen sinnvoll, um eine entsprechende Erholung und Freizeit zu
ermöglichen, wenn 12-Stunden-Arbeitstage geleistet werden. Gesundheit
geht jedenfalls vor Profit. Schon alleine deshalb ist die seitens der
Regierung geplante erleichterte Ausweitung und Verlängerung täglicher
und wöchentlicher Arbeitszeiten abzulehnen,“ so Tiefenthaler
abschließend.

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