• 26.04.2018, 10:46:15
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  • OTS0106

„Ganz Wien sorgt vor: Ich bin dabei!“

Präventionskampagne soll Bewusstsein für gesunde Lebensführung näherbringen

Utl.: Präventionskampagne soll Bewusstsein für gesunde Lebensführung
näherbringen =

Wien (OTS) - Die Wiener Ärztekammer hat heute, Donnerstag, die
Vorsorgekampagne „Ganz Wien sorgt vor: Ich bin dabei!“ vorgestellt,
bei der den Wienerinnen und Wienern das Bewusstsein für eine gesunde
Lebensführung nähergebracht werden soll. „Wir wollen hier nicht die
Mahner mit dem erhobenen Zeigefinger spielen, aber es wird dringend
Zeit, dass sich das Bewusstsein der Menschen in Hinsicht auf ihre
Gesundheit und ihren Lebensstil verändert“, betont der Präsident der
Wiener und der Österreichischen Ärztekammer, Thomas Szekeres. ****

Denn Vorsorgeuntersuchungen, Früh- und entsprechende
Risikoerkennung, frühe Therapien sowie Lebensstiländerungen, also
primäre Präventionsmaßnahmen, hätten großes Potenzial, gezielt die
Gesundheit der Bevölkerung und so auch des Einzelnen „enorm positiv
zu beeinflussen“, so Szekeres.

Erste Erfolge zeichnen sich beim Thema Prävention schon ab: Die
Daten des Wiener Gesundheitsberichts 2016 zeigen, dass sich die
subjektive Einschätzung des Gesundheitszustands der Bevölkerung etwas
verbessert hat, vor allem bei Menschen ab 60 Jahren. „79 Prozent
sagen, dieser sei gut oder sehr gut“, so Anita Rieder, Vizerektorin
für Lehre der MedUni Wien und Leiterin des Zentrums für Public
Health.

Am häufigsten geben Wienerinnen und Wiener Allergien, Rücken- und
Nackenschmerzen sowie Bluthochdruck als chronische Krankheit
beziehungsweise Beschwerde an. 5 Prozent sind von chronischer
Bronchitis/COPD und 6 Prozent von Diabetes betroffen. Zudem wurde
berechnet, dass jährlich 8600 Wienerinnen und Wiener an Typ
2-Diabetes erkranken. 11 Prozent weisen eine diagnostizierte
Depression auf.

Jährlich erkranken laut Wiener Gesundheitsbericht mehr als 7000
Personen an Krebs, am häufigsten betroffen sind Brust, Prostata,
Dickdarm, Lungen und Gebärmutterhals. Die Zahlen für akuten
Herzinfarkt liegen bei 3600 und für ischämischen Schlaganfall bei
3000 Personen jährlich. Sinkende Zahlen gibt es beim akuten
Myokardinfarkt, Darm-, Haut- und Prostatakrebs sowie beim
Zervixkarzinom.

„Ansonsten sieht es so aus, dass grundsätzlich die Krebsinzidenz
und Prävalenz bei den Männern relativ gleichgeblieben ist. Die
Diabeteserkrankungen bleiben ebenfalls auf einem ähnlichen Niveau.
Anstiege gibt es jedoch bei chronischen Atemwegserkrankungen und bei
ischämischen Schlaganfällen“, sagt Rieder.

Ursache für frühzeitige Sterblichkeit, also vor dem 70.
Lebensjahr, sind aber nach wie vor Krebs- sowie
Herz-Kreislauf-Erkrankungen – auch wenn es in den letzten zehn Jahren
deutliche Rückgänge gegeben hat, bei Männern übrigens stärker als bei
Frauen. Die Daten zeigen aber auch sehr deutlich, dass die häufigsten
Erkrankungen und Risiken auch der Prävention und der Früherkennung
zugänglich sind.

Anzahl der Vorsorgeuntersuchungen steigern

Szekeres: „Mit der Präventionskampagne wollen wir die
Aufmerksamkeit der Patientinnen und Patienten verstärkt darauf
hinlenken, welche Krankheiten sie mit regelmäßigen und frühzeitigen
Vorsorgeuntersuchungen vermeiden können, um so auch das Bewusstsein
für eine gesunde Lebensführung eindringlich zu stärken.“
Langfristiges Ziel der Aktion sei es auch, „die Anzahl der
Vorsorgeuntersuchungen konstant zu steigern, sowohl im
Erwachsenenbereich als auch bei den Kindern“.

Mit 13 Themenbereichen (HIV/AIDS, Allergien, Augengesundheit,
Bewegung/Ernährung, Demenz, Diabetes, Krebs, Psyche, Schmerz, Sonne,
Sucht, Männer- und Frauengesundheit) sollen die Patientinnen und
Patienten auf die Bedeutung von Gesundheitsvorsorge aufmerksam
gemacht werden, um letztendlich einen gesünderen Lebensstandard zu
erreichen.

Die Folder zu den jeweiligen Schwerpunkten wurden mit Experten auf
den neuesten wissenschaftlichen Stand gebracht und in einem neuen,
modernen Layout aufgelegt. Die Folder geben einfache Tipps für einen
gesünderen Lebensstil und bieten einen Überblick der wichtigsten
Kontakte bei Fragen zu den jeweiligen Themen.

Prävention ist möglich und notwendig

„Prävention ist nicht nur möglich, sondern auch dringend
notwendig“, ist der Ärztekammerpräsident überzeugt. Es sei an der
Zeit, beispielsweise die Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche,
täglich Sport auszuüben, dringend zu verbessern. Oft fehle es aber an
der notwendigen Struktur. Zahlen zeigten jedoch, dass noch 26 Prozent
der 11-Jährigen täglich moderate bis starke sportliche Aktivitäten
ausführen, wobei es dann bei den 15-Jährigen nur mehr 11,5 Prozent
sind.

„Es muss jetzt mehr Geld für Prävention ausgegeben werden, sonst
steigen chronische Krankheiten in den nächsten Jahren an, und damit
natürlich auch die Gesundheitsausgaben“, so Szekeres. Nach seiner
Auffassung fehlen dazu aber nach wie vor die Bereitschaft und der
nötige Wille, Strukturen entsprechend zu ändern, Geld in die Hand zu
nehmen und darauf zu schauen, dass die Erwachsenen von morgen auch
wirklich gesund leben können.

„Ich würde mir wünschen, dass viele andere Top-Player des Wiener,
gerne aber auch des österreichischen Gesundheitswesens den
Präventionsgedanken aufgreifen und sich uns anschließen. Wir stehen
jedenfalls weiteren Initiativen zum Thema Gesundheitsvorsorge
jederzeit offen gegenüber“, betont Szekeres. (kmc)

(S E R V I C E - Die Folder zur Präventionskampagne „Ganz Wien
sorgt vor: Ich bin dabei!“ können kostenlos in der Pressestelle der
Ärztekammer für Wien unter E-Mail: [email protected] bestellt
sowie unter www.aekwien.at/vorsorge angesehen und heruntergeladen
werden.)

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