„ATIB Zentrale hatte bereits vor Wochen gehandelt und Konsequenzen gezogen“

Wien (OTS) - Die in der heutigen Presse erschienenen Fotos von Kindern in Militäruniformen aus einer ATIB Moschee in Wien sind in mehrfacher Hinsicht bedauerlich:

Sie sind zunächst deshalb bedauerlich, weil die Presseberichte mit keinem Wort die harte Reaktion der ATIB Zentrale anlässlich des Vorfalles erwähnen. Die Veranstaltung wurde lange vor den Presseberichten seitens der ATIB Zentrale sofort nach Bekanntwerden noch vor ihrem Ende auf ausdrückliche Anordnung des Dachvereines abgebrochen. Gleichzeitig wurde nach einer ausführlichen Untersuchung der dafür verantwortliche Obmann des Mitgliedsvereines zum Rücktritt veranlasst.  

Bedauerlich ist auch, dass es sich grundsätzlich um eine Veranstaltung handeln sollte, die keineswegs dem türkischen Nationalismus und Militarismus dienen soll. Ganz im Gegenteil: Die alljährliche Gedenkfeier zur Ehrung von mehr als 300.000 gefallenen Soldaten im Jahr 1915 wird in vielen Staaten gefeiert und soll ein Mahnmal an die kriegerischen Auseinandersetzungen darstellen und für Frieden zwischen den Nationen stehen. Auch in Australien und Neuseeland feiern tausende Menschen alljährlich die Landung ihrer Truppen an der Küste von Gallipoli. So ist mittlerweile der „Anzac Day“ insbesondere in Australien der wichtigste nationale Feiertag geworden. 

Die Ausrichtung einer solchen Veranstaltung in einer Moscheeeinrichtung und die Teilnahme von Kindern als Protagonisten der Veranstaltung hat sie aber völlig zweckentfremdet. Gerade aus diesem Grund hat der Vorsitzende der ATIB Union gleich nach Bekanntwerden der Veranstaltung diese sofort untersagt und abbrechen lassen. Die ATIB Union erwartet sich von allen Mitgliedsvereinen und Mitgliedern eine besondere Sensibilität und vorbildhaftes Verhalten bei der Vermittlung von Werten und im Auftreten in der Öffentlichkeit. Diese Entgleisung ist nicht mit der Linie von ATIB in Einklang zu bringen. 

ATIB hat seit mehr als 30 Jahren bewiesen, dass der Verein für Toleranz und gegenseitigen Respekt steht und keinerlei Berührungspunkte zu religiösem Fanatismus oder radikalem Nationalismus hat. Dass immer wieder versucht wird, ATIB mit diesen Positionen in Verbindung zu bringen, ändert nichts an der gefestigten Einstellung von ATIB als Hüter von demokratischen Werten.

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