Neues Volksblatt: "Eskalationsspirale" (von Herbert SCHICHO)

Ausgabe vom 10. Apreil 2018

Linz (OTS) - Öffentliches Brainstorming bringt meist keine innovativen und praktikablen Lösungen – vor allem nicht in der Politik. Denn entweder werden Ängste geschürt und der Teufel an die Wand gemalt, oder aber die Visionen gehen mit einem durch und die Realisierung wird dadurch in die Sterne geschrieben. Ein solches Schauspiel erleben wir derzeit rund um die AUVA.
Man ist sich zwar einig, dass Österreich ein gutes System hat und dass auch die Prävention wirkt. Die Folge: Die Arbeitsunfälle sinken, der Großteil der Patienten in den AUVA-Spitälern haben sich ihre Verletzungen in der Freizeit zugezogen. Aber es liegt auch auf der Hand, dass in Österreich die Lohnnebenkosten hoch und ein Hemmschuh für neue Arbeitsplätze sind. Deshalb liegt der Schluss nahe, die Beiträge für die Versicherung von Arbeitsunfällen zu senken. Doch aufgepasst: Die AUVA-Spitäler und die Reha-Zentren leisten für die Allgemeinheit wichtige Arbeit. Sie sind die Unfall-Experten und ihr Know-how rettet täglich Leben. Und es liegt sicher nicht im Interesse von verantwortungsvoller Politik, dieses Standbein der Gesundheitsversorgung abzusägen. Aber daraus abzuleiten, man dürfe überhaupt keine Änderungen andenken, zeigt auch nicht gerade von Verantwortungsbewusstsein. Man kann nur hoffen, dass die Eskalationsspirale mit Ultimaten und Streikdrohungen sich nicht noch weiter nach oben dreht und die Menschen darunter leiden.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001