- 04.04.2018, 10:12:22
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Produktpirateriebericht 2017 1: +236,8% mehr Artikel aufgegriffen, 245.712 Fälschungen beschlagnahmt
Finanz-Staatssekretär Fuchs: „Zoll schützt Wertschöpfungsfaktor geistiges Eigentum“
Utl.: Finanz-Staatssekretär Fuchs: „Zoll schützt
Wertschöpfungsfaktor geistiges Eigentum“ =
Wien/BMF (OTS) - Der österreichische Zoll hat 2017 245.712 gefälschte
Produkte im Gesamtwert von mehr als 13,7 Millionen Euro, gemessen am
Originalpreis, beschlagnahmt. Das geht aus dem
Produktpirateriebericht 2017 hervor, der jedes Jahr dem Nationalrat
übermittelt wird. Obwohl die Zahl der Aufgriffe von 1.947 im Jahr
2016 auf 1.665 Fälle zurückgegangen ist, hat sich die Anzahl der
dabei aufgegriffenen Artikel um +236,8% erhöht (2016: 67.535
Artikel).
„Geistiges Eigentum ist für Unternehmen ein zentraler
Wertschöpfungsfaktor“, unterstreicht Staatssekretär im
Finanzministerium MMag. DDr. Hubert Fuchs die Wichtigkeit der
Bekämpfung von Produktpiraterie. „Marken- und Produktpiraterie
gefährden Händler, Hersteller und darüber hinaus
Wettbewerbsfähigkeit, Handel und Investitionen. Der Zoll bekämpft
dieses Problem an der Wurzel, in dem gefälschte Waren aus dem Verkehr
gezogen werden, bevor sie noch auf dem Markt verteilt werden“, zeigt
sich der Finanz-Staatssekretär mit der Bilanz in Sachen
Produktpiraterie zufrieden.
82 Millionen Beschäftigte in der EU (etwa 38% der
Gesamtbeschäftigung)können direkt und indirekt schutzrechtsintensiven
Wirtschaftszweigen zugerechnet werden. 42% der gesamten
EU-Wirtschaftsleistung, also 5,7 Billionen Euro, entfallen auf solche
Wirtschaftszweige. Hier werden deutlich höhere Löhne und Gehälter
gezahlt als in anderen Branchen; der Mehrverdienst beträgt 46%. Der
Handel der EU mit der übrigen Welt entfällt zu 90% auf
schutzrechtsintensive Wirtschaftszweige.
Das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) befasst
sich auf empirischer Ebene mit den direkten und indirekten Einnahme-
und Arbeitsplatzverlusten durch gefälschte Produkte. Die Verletzung
von Rechten des geistigen Eigentums hat auch unmittelbare
wirtschaftliche Auswirkungen auf Österreich. Die Umsatzeinbußen und
Einnahmeverluste durch Fälschungen gestalten sich nach Branchen gemäß
den EUIPO-Studien wie folgt:
~
Branche Umsatzeinbußen Umsatzeinbußen Einnahmeverluste
in der EU in Österreich in Österreich
(in Mio.€/Jahr)
Taschen, Koffer 12,7% 17,9% 32
Schmuck, Uhren 13,5% 14,1% 32
Pestizide 13,8% 12,2% 19
Spielzeug, Spiele 12,3% 11,3% 49
Bekleidung,
Schuhwaren 9,7% 10,7% 632
Kosmetika,
Körperpflegeprodukte 7,8% 7,2% Zahlen
nicht genannt
Reifen 7,5% 6,1% 30
Sportgeräte 6,5% 5,5% 31
Wein 2,3% 5,0% 5
Arzneimittel 4,4% 4,6% 109
Tonträger 5,2% 4,3% 3
Spirituosen 4,4% 4,1% 8
Batterien 1,8% 1,6% 3
Insgesamt 953 Mio. Euro
(Quelle: EUIPO)
~
Bei Bekleidung und Schuhwaren, Schmuck und Uhren, Taschen und
Koffern, Wein sowie Arzneimitteln liegen die Auswirkungen von
Fälschungen in Österreich demnach über dem EU-Durchschnitt. „Das
belegen auch unsere Aufgriffszahlen, denn nahezu 91% unserer
Produktpiraterie-Aufgriffe betreffen diese Bereiche“, bestätigt
Gerhard Marosi, Experte für Produktpiraterie im Finanzministerium,
diese Statistik aus der täglichen Arbeit des Zolls und präzisiert:
„Gefälschter Wein ist zwar noch nicht in Österreich, sondern nur in
anderen Ländern aufgetaucht. In den anderen 4 Sparten verzeichnen wir
2017 1.514 Aufgriffe mit einem Originalwert der Waren von rund 10,5
Millionen Euro.“
Bei den Herkunftsländern, also den Staaten, in denen die Fälschungen
produziert wurden,
hat im Jahr 2017 Indien bei der Anzahl der Fälle (60,9%) China im
Vergleich zum Vorjahr überholt. Das ist vor allem darauf
zurückzuführen, dass von den insgesamt 54.895 aus dem Verkehr
gezogenen Medikamentenplagiaten allein 54.609 Stück aus Indien
stammen. Mehr als die Hälfte aller vom Zoll aufgegriffenen
gefälschten Artikel stammen nach wie vor aus China. Insgesamt stammen
die in Österreich aufgegriffenen Waren hauptsächlich aus dem
asiatischen Raum oder aus der Türkei.
Die weitaus meisten Sendungen, 90% der Fälle, wurden per Post
verschickt. Der Online-Handel für den Verkauf von Fälschungen
floriert – vor allem für gefälschte Arzneimittel, aber auch für
Kleidung, Schuhe, Sonnenbrillen, Handtaschen, Uhren und
Mobiltelefone. Daraus ergibt sich ein entsprechend hoher Versand in
Kleinstsendungen auf dem Postweg.
Der Produktpirateriebericht 2017 mit weiteren Zahlen, Daten und
Fakten ist auf der Website des Finanzministeriums www.bmf.gv.at im
Bereich Zoll unter Produktpiraterie veröffentlicht und steht dort zum
Download zur Verfügung: http://bit.ly/Produktpirateriebericht_2017
Fotos zum Produktpirateriebericht finden Sie hier:
http://bit.ly/Fotos_Produktpirateriebericht
Die EUIPO-Studien finden Sie hier: http://bit.ly/EUIPO-Studien
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