• 27.03.2018, 11:06:58
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  • OTS0066

Geschäftliches Ergebnis der OeNB verbessert sich 2017 auf 286 Mio EUR

OeNB-Reformen wirken: Sachaufwand sinkt auf Niveau von 2009, Gehaltsaufwand stabil

Utl.: OeNB-Reformen wirken: Sachaufwand sinkt auf Niveau von 2009,
Gehaltsaufwand stabil =

Wien (OTS) - „Das geschäftliche Ergebnis der OeNB betrug im Jahr 2017
286 Mio EUR, womit der Gewinn des Vorjahrs (268 Mio EUR) um 7 Prozent
übertroffen werden konnte“, hob Präsident Claus J. Raidl bei der
Pressekonferenz zur Generalversammlung, zum Geschäftsbericht und zum
Jahresabschluss 2017 der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB)
hervor. Das Reservenmanagement und die Veranlagungstätigkeit der OeNB
waren bei anhaltend niedrigen Zinsen und einem stärkeren Euro somit
sehr erfolgreich; gemeinsam mit einem straffen Kostenmanagement
konnte dieses neuerlich gute Ergebnis erzielt werden.

Der 90-prozentige Gewinnanteil des Bundes beträgt 174 Mio EUR, die
Körperschaftsteuer beläuft sich 2017 auf 72 Mio EUR. Aufgrund einer
Ermächtigung durch das FTE-Nationalstiftungsgesetz(1) werden von der
OeNB unter Anrechnung der FTE-Veranlagungserträge 2017 (7,1 Mio EUR)
aus dem Gewinnanteil 2017 des Bundes 59,5 Mio EUR an die
FTE-Nationalstiftung überwiesen“, so Präsident Raidl weiter. In den
letzten 10 Jahren (2008 bis 2017) belief sich der Gewinnanteil des
Bundes auf 2,1 Mrd EUR. Gemeinsam mit der Körperschaftsteuer (rund
800 Mio EUR) entfielen auf den Bund in diesem Zeitraum 2,9 Mrd EUR.
Bei anhaltendem Niedrigzinsumfeld erhöhte sich das Nettozinsergebnis
2017 leicht auf 664 Mio EUR, womit die Entwicklung seit 2015 relativ
stabil ist.

Im Jahr 2017 hat die OeNB der Risikorückstellung aufgrund gestiegener
Zinsänderungsrisiken, die in erster Linie auf die laufenden
geldpolitischen Ankaufprogramme und die längerfristigen
Refinanzierungsgeschäfte im Eurosystem zurückzuführen sind, 275 Mio
EUR zugeführt. Während die Ankaufprogramme in den nächsten Jahren nur
geringe Zinserträge mit sich bringen (langfristige Bestände mit
niedrigen Renditen), könnten bei einem Anstieg der Leitzinsen die
Zinsaufwendungen für die Einlagen der Kreditinstitute steigen und
somit das künftige Zinsergebnis der OeNB belasten. Die
Risikorückstellung beläuft sich zu Jahresende 2017 auf insgesamt rund
4 Mrd EUR. Die gesamten Risikovorsorgen und Mittel zur
Verlustabdeckung betragen 7,6 Mrd EUR.

Die Nettowährungsposition der OeNB reduzierte sich im Jahr 2017 auf
18,3 Mrd EUR, davon entfallen 9,7 Mrd EUR auf Goldbestände.
Der Personalaufwand verringerte sich im Jahr 2017 gegenüber 2016 um
insgesamt 10 Mio EUR auf 147 Mio EUR. Das ist im Wesentlichen darauf
zurückzuführen, dass es im Jahr 2016 aufgrund von exogenen
Einflussfaktoren (EuGH-Urteil zu Vordienstzeiten; niedriger
Rechnungszins) zu einem höheren Zuführungserfordernis zur
Abfertigungsrückstellung kam. Der Gehaltsaufwand betrug im Jahr 2017
121 Mio EUR und blieb gegenüber 2016 stabil. Die Sachaufwendungen
fielen mit 81 Mio EUR um fast 3 Mio EUR geringer aus als im Jahr 2016
und sanken auf das Niveau von 2009. „Die insgesamt günstige Personal-
und Sachkostenentwicklung ist ein Ergebnis der in den letzten Jahren
konsequent weitergeführten OeNB-internen Reformen und des straffen
Kostenmanagements“, so Gouverneur Nowotny.

Die Aufwendungen für Altersvorsorgen reduzierten sich gegenüber 2016
um fast 34 Mio EUR auf 109 Mio EUR. Von den Pensionsaufwendungen des
Jahres 2017 in Höhe von 125 Mio EUR konnten 32 Mio EUR durch
Veranlagungserträge der Pensionsreserve gedeckt werden. Die
verbleibenden Pensionsaufwendungen wurden über die GuV verrechnet.
Die sonstigen gesetzlichen und vertraglichen Verpflichtungen sind
wesentlich gesunken, da es im Vorjahr aufgrund von Sondereffekten zu
einem höheren Zuführungserfordernis zur Rückstellung für
Schlusspensionskassenbeiträge kam.

Der Bilanzgewinn beläuft sich im Jahr 2017 auf 19,3 Mio EUR. Laut
heutigem Beschluss der Generalversammlung werden 1,2 Mio EUR für die
Ausschüttung der 10-prozentigen Höchstdividende auf das Grundkapital
von 12 Mio EUR an den Bund als Alleineigentümer der OeNB verwendet.
Des Weiteren werden dem Jubiläumsfonds Förderungsmittel in Höhe von
10 Mio EUR zugewiesen. Die verbleibenden 8,1 Mio EUR werden der
Gewinnglättungsrücklage zugeführt.

Präsident Raidl dankte Mag. Anna Maria Hochhauser und Mag. Werner
Muhm, deren langjährige Funktionsperioden im Generalrat – dem
Aufsichtsorgan der OeNB – am 28. Februar 2018 ausgelaufen sind, für
ihre Tätigkeit in diesem Gremium. Er begrüßte Mag. Bettina
Glatz-Kremsner und Mag. Peter Sidlo, die mit Wirksamkeit von 1. März
2018 als neue Generalräte von der österreichischen Bundesregierung
ernannt wurden.

Anpassung der Geldpolitik

Österreichs Wirtschaft wuchs 2017, erstmals seit 2007, real um rund 3
Prozent und befindet sich nun in einer Hochkonjunkturphase, die auch
im laufenden Jahr anhalten wird. Das reale BIP im Euroraum legte um
2,5 Prozent zu, die Inflationsrate näherte sich 2017 mit 1,5 Prozent
wieder dem Ziel der Preisstabilität (unter, aber nahe 2 Prozent in
mittelfristiger Sicht) an. Diese günstige Entwicklung bewog das
Eurosystem, seine geldpolitische Ausrichtung anzupassen. So wurde das
monatliche Volumen der Wertpapierankäufe reduziert; zwischen Jänner
und September 2018 werden nun monatlich Vermögenswerte im Ausmaß von
(netto) 30 Mrd EUR (statt früher 60 bzw. 80 Mrd EUR) angekauft. 2018
und 2019 bleibt das Wirtschaftswachstum gemäß der Prognose der EZB
vom März 2018 im Euroraum über bzw. bei rund 2 Prozent, die
Inflationsrate wird in beiden Jahren mit jeweils 1,4 Prozent
erwartet.

Proportionalität bei der Bankenaufsicht

In der Bankenaufsicht trägt die nachhaltige Arbeit der vergangenen
Jahre – auch in Zusammenarbeit mit dem Einheitlichen
Aufsichtsmechanismus (SSM) der EZB – weiter Früchte. Die
Profitabilität der Banken in Österreich hat sich weiter verbessert,
die Krisenfestigkeit wurde gestärkt. Das gute konjunkturelle Umfeld
sollte jedoch für weitere Effizienzverbesserungen im Bankensystem
genutzt werden. Darüber hinaus setzt sich die OeNB für mehr
Proportionalität in der Regulierung von Banken je nach Größe und
Risikogehalt ihres Geschäftsmodells ein.

Goldrückholung voraussichtlich im Sommer 2018 abgeschlossen

Bei der Rückführung von Goldreserven nach Wien liegt die OeNB
deutlich vor ihrem Zeitplan. Nachdem bereits von 2015 bis 2017 70
Tonnen Gold aus London rückgeführt wurden, soll bis voraussichtlich
Sommer 2018 die Goldrückholung von insgesamt 90 Tonnen aus London
abgeschlossen sein. Damit wird mit 140 Tonnen die Hälfte der
Goldreserven in Österreich lagern.

Bargeld in Österreich weiter beliebtestes Zahlungsmittel

Eine Befragung des Eurosystems zum Zahlungsverhalten im Euroraum hat
gezeigt, dass Bargeld in Österreich – ähnlich wie etwa in Deutschland
oder Slowenien – weiterhin das mit Abstand beliebteste Zahlungsmittel
mit einem Anteil von mehr als 80 Prozent aller Transaktionen ist. Die
Vorstellung der neuen 100- und 200-Euro-Banknoten der Europa-Serie
ist für den Sommer 2018 geplant. Die Ausgabe dieser Banknoten ist
dann im 1. Halbjahr 2019 vorgesehen.

Ablauf der Präklusionsfrist für 500- und 1000-Schilling-Banknote

Die Präklusion der 500-Schilling-Banknote „Otto Wagner“ und der
1000-Schilling-Banknote „Erwin Schrödinger“ ist mit 20. April 2018
datiert. Beide Banknoten sind nur noch bis zu diesem Tag umtauschbar
und danach wertlos. Umtauschmöglichkeiten gibt es in der OeNB bzw.
den Zweiganstalten in den Bundesländern. Die letzte Schilling-Serie
vor der Euro-Einführung bleibt unbegrenzt gültig bzw. umtauschbar.

OeNB rüstet sich für künftige Herausforderungen

Die Erhebung und Verarbeitung von finanzstatistischen Daten sowie die
Bereitstellung zuverlässiger, sicherer und effizienter
Zahlungsverkehrssysteme sind Kernaufgaben der OeNB, die eine
permanente Anpassung an neue Technologien erfordern. Im
Statistikbereich ist im Jahr 2017 mit dem Abschluss eines
mehrjährigen Projekts eine komplette Neuordnung der
Statistikmeldungen und internen Datenverarbeitung umgesetzt worden.
Per Ende 2018 wird TIPS (TARGET Instant Payment Settlement) als neues
Zahlungsverkehrssystem des Eurosystems in Betrieb gehen. TIPS
ermöglicht es, Zahlungen in Echtzeit rund um die Uhr und 365 Tage im
Jahr in Zentralbankgeld abzuwickeln.

Verstärkt in Diskussion und Verbreitung sind die sogenannten
Kryptowährungen. Die OeNB sieht hier ein substanzielles Risiko
vorwiegend für individuelle Anleger und hat in diesem Zusammenhang
bereits entsprechende Warnungen ausgesprochen. Die OeNB unterstützt
den vom Bundesministerium für Finanzen vorgeschlagenen
FinTech-Regulierungsrat sowie die sogenannten ICOs (Initial Coin
Offerings).
Der von der Europäischen Kommission jüngst für ein nachhaltiges
Finanzwesen (Green Finance) initiierte Aktionsplan für eine
umweltfreundlichere und sauberere Wirtschaft bringt auch
Herausforderungen mit sich. Dabei sollen Finanzfragen und die
spezifischen Erfordernisse der europäischen und globalen Wirtschaft
zum Nutzen unseres Planeten und der Gesellschaft miteinander
verknüpft und damit auch die Umsetzung des Pariser
Klimaschutz-Übereinkommens unterstützt werden. Zur Situation in der
OeNB merkt Gouverneur Nowotny an: „Der seit 2007 jährlich
veröffentlichte OeNB-Nachhaltigkeitsbericht und die seit 1999
regelmäßig durchgeführte EMAS-Zertifizierung zeugen von der hohen
Bedeutung des Nachhaltigkeitsgedankens für die OeNB. Wesentliche
Innovationen und Maßnahmen für eine „Green OeNB“ sind in den letzten
Jahren erfolgt und die Fortschritte deutlich sichtbar. Bei wichtigen
Umweltindikatoren (Strom-, Wärme-, Wasser- und Papierverbrauch) sind
in den letzten Jahren erhebliche Rückgänge im Unternehmen zu
verzeichnen. Im Jahr 2017 lagen die diesbezüglichen Verbrauchswerte
auch durchwegs unter den umwelttechnisch definierten Richtwerten für
Österreichs Betriebe.“

Am Ende der Pressekonferenz dankten Präsident Raidl und Gouverneur
Nowotny im Namen des Generalrats und des Direktoriums allen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement und ihre
Leistungen im Geschäftsjahr 2017 im Dienste der Preis- und
Finanzmarktstabilität in Österreich und im Euroraum.

Details zum Jahresabschluss 2017 sowie zu den Aktivitäten in den
Geschäftsfeldern der OeNB sind im Geschäftsbericht 2017 (siehe
www.oenb.at) verfügbar. Dieser beinhaltet als Nachhaltigkeitsbericht
auch Eckdaten zur Wissensbilanz und zur Umweltbilanz 2017.

(1) Am 14. Juli 2017 wurde die Novelle zum
FTE-Nationalstiftungsgesetz kundgemacht, mit der die gesetzliche
Grundlage für die Zuführung zusätzlicher Mittel in Höhe von 100 Mio
EUR p. a. an die FTE-Nationalstiftung für die nächsten drei Jahre
(2018 bis 2020) geschaffen wurde. Die Mittel stammen einerseits aus
der Stabilitätsabgabe (33,33 Mio EUR) und andererseits von der OeNB
(66,67 Mio EUR).

Livestream der Pressekonferenz zur Präsentation des Geschäftsberichts
der OeNB über das Jahr 2017 im Internet unter:
https://www.oenb.at/Presse/livestream.html

Ein Video zum Geschäftsbericht 2017 mit OeNB-Präsident Claus J. Raidl
sehen Sie hier:
https://youtu.be/uqh23xSTdY4?list=PLGTa3ALATffUTTO9g_eaKgTO8S2le3YGD

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ONB

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