• 21.02.2018, 15:02:06
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  • OTS0158

Hotellerie: Stimmungshoch und große Herausforderungen

Die erste „Hotellerie Trend Analyse Kärnten“ zeigt verhaltenen Optimismus und Probleme mit Personal, Bürokratie und Lohnnebenkosten.

Utl.: Die erste „Hotellerie Trend Analyse Kärnten“ zeigt verhaltenen
Optimismus und Probleme mit Personal, Bürokratie und
Lohnnebenkosten. =

Klagenfurt (OTS) - Die Stimmungslage von knapp 2000
Beherbergungsbetrieben in Kärnten haben Sigismund Moerisch,
Fachgruppenobmann der Hotellerie, und FH-Professor Stefan Nungesser
ausgelotet. Die online befragten Unternehmerinnen und Unternehmer
sind mit der aktuellen Geschäftslage in der laufenden Wintersaison
halbwegs zufrieden, der gewichtete Mittelwert liegt bei 2,6 (im
Schulnotensystem). Deutlich zuversichtlicher ist man hingegen für die
kommende Sommersaison, was sich auch an den Investitionen zeigt: 65
Prozent der Befragten planen, im heurigen Jahr mehr oder gleich viel
zu investieren wie im Vorjahr, knapp drei Viertel nehmen dafür bis zu
100.000 Euro in die Hand. Diese Mittel kommen vorwiegend der
Renovierung von Gästezimmern (62 %), Außenanlagen (42 %) und
Sanitärbereichen (36 %) zugute.

Deutlich geringer ist die Bereitschaft, in die „Software“ - also z.B.
in Mitarbeiterschulungen - zu investieren. Moerisch: „Man erkennt
daran einen gewissen Nachholbedarf: Investiert wird in neue Zimmer
und Badezimmer, nicht in Innovationen oder Betriebserweiterungen.“
Die gute Stimmung nach den Rekordinvestitionen der vergangenen Jahre
und die erfolgreiche Trendwende bei den Ankünften und Nächtigungen
(erstmals wieder mehr als drei Mio. Ankünfte und über 13 Mio.
Nächtigungen) beurteilt Moerisch vorsichtig: „Ein Morgenlüfterl,
nicht mehr. Hier brauchen wir investitionsfördernde Maßnahme, um die
Aufwärtsentwicklung zu stabilisieren.“

Schwierigkeiten bereiten den Hoteliers die Einstellung qualifizierten
Fachpersonals (63 %), die überbordende Bürokratie in Form von
behördlichen Auflagen und Regelungen (57 %) und die hohen
Personalkosten. „Die Lohnnebenkosten laufen uns davon, da helfen auch
höhere Umsätze nicht“, analysiert Moerisch. Wichtig ist ihm auch die
seit längerem diskutierte Flexibilisierung der Arbeitszeit: „Es geht
nicht darum, länger zu arbeiten, nur beweglicher. Der Gast will alles
und das sofort – und wir verharren bei der Arbeitszeitregelung in der
Vergangenheit.“ Ihm bereitet die Vielfalt der Anforderungen Sorgen:
„In Summe ist die Überforderung des Unternehmers gewaltig.“

Nicht zuletzt wegen der Digitalisierung, die in der Hotellerie längst
angekommen ist und überraschend positiv gesehen wird: Laut Nungesser
beurteilen 55 Prozent der Hoteliers den Digitalisierungstrend
eindeutig oder eher als Chance, nur sieben Prozent als Bedrohung.
Demgemäß halten 90 Prozent eine leistungsstarke Internetverbindung
für wichtig, allerdings ist ein Drittel der Befragten mit der
derzeitigen Anbindungsqualität unzufrieden. Nungesser: „Wir sehen in
der Untersuchung deutlich, dass beim Thema Internet Wunsch und
Realität auseinanderfällt. Hier besteht eindeutig Handlungsbedarf.“

Auch Tourismusspartengeschäftsführer Wolfgang Kuttnig ortet für seine
Branche „riesengroße Herausforderungen“. 2020 würden bereits 50
Prozent aller Buchungen online ablaufen, der Internetkonzern Google
dränge massiv in die Tourismusbranche und werde bisherige Portale wie
booking.com oder Trivago unter Druck setzen. Er plant deshalb den
Ausbau des Beratungsangebots der Wirtschaftskammer: „Als Partner der
Wirtschaft werden wir hier maßgeschneiderte Unterstützung bieten.“

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