• 13.02.2018, 08:00:16
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Aschermittwoch: Greenpeace empfiehlt heimischen Fisch

Konsum von Meeresfisch ist nicht nachhaltig – Gütezeichen MSC ist nicht vertrauenswürdig

Utl.: Konsum von Meeresfisch ist nicht nachhaltig – Gütezeichen MSC
ist nicht vertrauenswürdig =

Wien (OTS) - Anlässlich des bevorstehenden Aschermittwochs, an dem
traditionell viel Fisch auf den Tellern landet, empfiehlt Greenpeace
den Griff zum heimischen Fisch, wie Karpfen oder Forelle. Derzeit
verzehren die ÖsterreicherInnen rund acht Kilogramm Fisch pro Jahr –
der Großteil davon stammt aus den Meeren. Das Problem dabei: Laut der
Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen sind 89 Prozent der
kommerziell genutzten Fischbestände bereits ausgereizt, überfischt
oder zusammengebrochen.

Nunu Kaller, KonsumentInnensprecherin bei Greenpeace in Österreich:
„Fisch aus Österreich schmeckt nicht nur gut, sondern schont auch
unsere Meere.“ Diese brauchen dringend Schutz, denn immer mehr
Fanggebiete gelten als überfischt. „In Österreich wird zwar pro Kopf
kaum mehr Fisch gegessen als noch vor sieben Jahren, doch wird
aufgrund des Bevölkerungswachstums in Summe mehr Fisch gekauft“,
betont Kaller. Fischimporte in Österreich haben laut Statistik
Austria seit 2011 von etwas mehr als 65.000 Tonnen auf fast 73.000
Tonnen pro Jahr zugenommen – der Großteil davon stammt aus den
Meeren.

Auch die mit dem Meeresfisch-Gütezeichen MSC markierten Fischprodukte
bieten hier keine Lösung. Zwar wird bei MSC-zertifizierten Produkten
der Zusatz „aus nachhaltiger Fischerei“ hinzugefügt, doch das kann
das Gütezeichen, wie auch ein von Greenpeace unlängst
veröffentlichter Report zeigt, nicht garantieren. „Die Standards von
MSC ermöglichen beispielsweise Fischereien, die bisher nur einen
Aktionsplan für Verbesserungen vorgelegt haben, ihre Produkte bereits
mit dem verkaufsfördernden Siegel auszuzeichnen. Ein Fisch mit
MSC-Logo ist somit nicht automatisch umweltschonender als ein
konventionelles Produkt. Solange es so viele Schwächen in den
MSC-Standards gibt, kann man dem MSC-Gütezeichen nicht vertrauen“,
sagt Nunu Kaller. Erst diesen Jänner äußerten über 60 internationale
Organisationen – darunter Greenpeace – in einem offenen Brief an den
MSC Kritik an den schwachen Standards. Gemeinsam forderten sie den
MSC auf, strengere Regeln einzuführen.

Wer ökologisch bewusst konsumieren, jedoch nicht ganz auf Fisch
verzichten will, dem empfiehlt Greenpeace heimischen Fisch. Leider
ist aufgrund von massivem Preisdruck von globaler Seite der Anteil an
hochqualitativem Fisch aus Österreich in den heimischen Supermärkten
sehr gering. Mehrere heimische Fischereibetriebe mussten in den
vergangenen Monaten zusperren. „Durch die billigen Importe auf Kosten
unserer Umwelt ist die Preisrealität für Fisch verloren gegangen.
Sushi beispielsweise muss vom Fast Food wieder zu einer Spezialität
werden“, betont Kaller, und rät abschließend: „Karpfen, Forelle oder
Saibling aus heimischer Produktion sind eine schmackhafte und
nachhaltige Alternative für den Aschermittwoch.“

Offener Brief von 60 Organisationen an MSC: https://goo.gl/SdDaHx

Brief-Annex mit konkreten Beispielen: https://goo.gl/QKFcyn

Den Gütezeichen-Guide „Zeichen-Tricks“ von Greenpeace in Österreich
sowie die Kurzversion finden Sie unter: http://act.gp/guetezeichen

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