• 07.02.2018, 13:05:30
  • /
  • OTS0101

Verein NTÖ: Nein zu Mercosur-Abkommen

Rinder- und Geflügelhaltung wären massiv von negativen Folgen betroffen

Utl.: Rinder- und Geflügelhaltung wären massiv von negativen Folgen
betroffen =

Wien (OTS) - Nach dem Aussetzen der TTIP-Verhandlungen drohen nun der
heimischen Landwirtschaft weitere Erschwernisse und Unsicherheiten
durch die wieder aufgenommenen Gespräche der EU mit den
Mercosur-Ländern. Vor allem die Branchen Rinder- und Geflügelhaltung
wären massiv von einem Inkrafttreten dieses Freihandelsabkommens
betroffen. Verstärkt wird die Gefahr durch die neuen Angebote der EU,
die Einfuhr von Fleisch und Geflügel in erheblichem Maße zu erhöhen,
warnt der Verein Nachhaltige Tierhaltung Österreich (NTÖ).

"Unsere bäuerlichen Familienbetriebe erzeugen tagtäglich
qualitativ hochwertige Lebensmittel für die Gesellschaft. Dies
geschieht unter Einhaltung höchster Tierschutz- und Umweltstandards",
betont NTÖ-Obmann Stefan Lindner als Sprecher für die Dachverbände
der Bereiche Rinder, Schweine, Geflügel, Schafe, Ziegen und Pferde.
"Der wirtschaftliche Druck auf unsere tierhaltenden Bauern würde sich
bei Zustandekommen dieses Abkommens massiv verstärken", so Lindner.

Durch die Erweiterung des Wirtschaftsraumes erhoffen sich sowohl
die EU als auch die Mercosur-Länder Vorteile und Gewinne in Form von
Wachstum und der Schaffung neuer Arbeitsplätze. Auf die
Landwirtschaft in Österreich, speziell auf die tierhaltenden
Betriebe, würde dies allerdings nicht zutreffen. Zwischen den
betroffenen Ländern bestehen nämlich enorme Unterschiede: Auf der
einen Seite befinden sich die kleinstrukturierten Familienbetriebe
Österreichs mit ihrem geringen Bestand an Tieren und Flächen, auf der
anderen Seite stehen riesige Agrarproduzenten. Die größte Diskrepanz
besteht laut Lindner hinsichtlich Standards und Auflagen.

Massive Einkommensverluste befürchtet

"Österreich hat eines der strengsten Tierschutzgesetze im
europäischen Raum. Für Fleisch, Eier und Milch gibt es eine Vielzahl
an Qualitätsprogrammen und Gütesiegeln. Die Produkte sind
rückverfolgbar vom Verkäufer über den Verarbeiter bis zum Erzeuger.
Transparenz, Frische und Qualität stellen Vorzugskriterien gegenüber
Billigprodukten am Markt dar", erläutert der Obmann.

"Die Rindfleischproduktion wurde durch die letzte GAP-Reform
massiv getroffen. Durch die neuen Zugeständnisse der EU-Kommission
würde die Einfuhrquote auf 99.000 t erhöht und somit den Betrieben
massive Einkommensverluste am Markt beschert. Der Preis für
Rindfleisch könnte um bis zu 20% sinken. Dadurch würde der Erlös für
die heimischen Rindermäster um etwa 78 Mio. Euro zurückgehen", gibt
Lindner zu bedenken.

"Das wäre für viele Betriebe und für die nachgelagerten Stufen
existenzbedrohend und kann so nicht hingenommen werden. Die
Rindfleischproduktion in Österreich darf nicht geopfert werden",
fordert Obmann Josef Fradler von der ARGE Rind. Derzeit wird ein
Drittel des in Österreich konsumierten Geflügelfleisches importiert.
"Nicht zuletzt aufgrund von Qualitätsunterschieden sind wir als
Dachorganisation bestrebt, diese Importware durch heimisches
Geflügelfleisch zu ersetzen. Freihandelsabkommen mit anderen Ländern
gefährden oder verhindern unsere Bemühungen", gibt ZAG-Obmann Robert
Wieser zu bedenken.

Heimische Tierschutzstandards könnten unterlaufen werden

Tierschutz und Tiergesundheit in Zusammenarbeit mit der
Tierärzteschaft stehen bei allen Aktivitäten der heimischen
Nutztierbranche an oberster Stelle. Dazu kommen umfangreiche Umwelt-
und Hygienestandards. "Diese sind in den Ländern Argentinien,
Brasilien, Paraguay und Uruguay nicht annähernd zu finden", betont
Lindner. Deshalb fordert der Verein NTÖ, dass man beim
Mercosur-Abkommen tierische Lebensmittel als sensible Produkte
ausnimmt, weil sonst heimische Tierschutzstandards unterlaufen
werden.

"Die Existenz der bäuerlichen Landwirtschaft in Österreich basiert
vor allem auf der Partnerschaft zwischen Bauern, Verarbeitern, Handel
und Konsumenten. Durch das Mercosur-Abkommen gibt es unter den
bäuerlichen Tierhaltern viele Unsicherheiten, denn dann werden
massenweise Billigfleischimporte, produziert unter bedenklichen
Bedingungen, auf unseren Markt kommen. Somit gibt es von Seiten des
NTÖ ein klares Nein zu Mercosur", bringt es Lindner auf den Punkt.
(Schluss)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIZ

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel