- 30.01.2018, 12:44:42
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Greenpeace-Protest gegen ungarisches AKW vor Bundeskanzleramt
Umweltschutzorganisation fordert von Ministerpräsident Orbán Ende der Ausbaupläne für Paks II
Utl.: Umweltschutzorganisation fordert von Ministerpräsident Orbán
Ende der Ausbaupläne für Paks II =
Wien (OTS) - Mit einer vier Meter hohen Installation aus
Atomfass-Attrappen protestiert Greenpeace heute vor dem
Bundeskanzleramt gegen den Bau des ungarischen Atomkraftwerks Paks
II. Anlass dafür ist der Staatsbesuch des ungarischen
Ministerpräsidenten Viktor Orbán bei Bundeskanzler Sebastian Kurz.
Trotz der letzte Woche angekündigten Klage Österreichs gegen das
grenznahe AKW will die ungarische Regierung laut Medienberichten ab
Februar mit dem Bau beginnen.
Adam Pawloff, Anti-Atom-Sprecher bei Greenpeace in Österreich: „Die
ungarische Regierung begeht ein diplomatisches Foul gegen Österreich,
wenn sie ohne den Ausgang der österreichischen Klage abzuwarten, mit
dem Bau des AKW beginnt.“ Gründe für die Klage sind unter anderem die
fehlende Ausschreibung des Projekts, die Genehmigung der Förderung
des AKW durch die Europäische Kommission auf Grund eines – aus Sicht
Österreichs, Luxemburgs und weiterer Staaten nicht vorhandenen –
gemeinsamen europäischen Interesses sowie die Annahme, dass Ungarn
den Energiebedarf durch andere Quellen, wie erneuerbare Energie
decken könnte.
Doch der Ausbau von Paks wiederspricht nicht nur EU-Recht:
„Atomkraftwerke in Nachbarländern sind zudem das größte
Sicherheitsproblem für Österreich. Beim heutigen Treffen mit seinem
ungarischen Amtskollegen muss Bundeskanzler Kurz daher klarstellen,
dass eine Regierung, die durch den Bau von neuen Risikoreaktoren
Millionen Menschen gefährdet, in Sicherheitsfragen nicht
vertrauenswürdig ist“.
Nicht nur in Österreich wehrt man sich gegen das Atomkraftwerk. Laut
einer erst kürzlich veröffentlichten repräsentativen Umfrage im
Auftrag von Greenpeace Ungarn sind auch 61 Prozent der ungarischen
Bevölkerung gegen den Bau von Paks II. „So wie die österreichische
Bevölkerung ist auch die überwältigende Mehrheit der Ungarinnen und
Ungarn gegen den Bau dieses Atomkraftwerks. Wir fordern
Ministerpräsident Orbán daher auf, von dieser teuren
Risikotechnologie abzulassen. Eine nachhaltige Versorgung mit
sauberer und sicherer Energie aus Erneuerbaren ist auch für Ungarn
möglich“, so Pawloff abschließend.
Bildmaterial finden Sie unter http://bit.ly/2GrBH8y
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(© Greenpeace / Mitja Kobal)
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