Abschaffung des §92 drängt erwerbstätige Studierende zum Studienabbruch

Hochschüler_innenschaften haben große Bedenken zu den Maßnahmen der Regierung und sehen akuten Handlungsbedarf bei den Universitäten.

Wien (OTS) - Die Regierung entschied sich am 18.01.2018, den § 92 (1), 5 des Universitätsgesetzes trotz ausdrücklicher Empfehlung des Verfassungsgerichtshofes nicht zu reparieren. Auch eine Gesetzesvorlage der Österreichischen Hochschüler_innenschaft wurde ignoriert.

Wir, die lokalen Vertretungen der Studierenden der Technischen Universität Wien, der Universität für Bodenkultur Wien, der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien und der Universität für angewandte Kunst, sehen die zusätzliche Belastung von Studierenden, die sich häufig bereits in finanziell prekärer Lage befinden, als äußerst problematisch.

61% der Studierenden in Österreich sind laut der Studierendensozialerhebung 2015 [1] erwerbstätig. Im Schnitt arbeiten sie 19,9 Stunden pro Woche. 74% geben an, dies aus finanzieller Notwendigkeit zu tun. 25% aller Studierenden sind laut dieser Erhebung sogar besonders stark von finanziellen Schwierigkeiten betroffen.

Diese Zahlen belegen, dass sich ein Großteil der Studierenden ohne Erwerbstätigkeit ein Studium schwer oder gar nicht leisten könnte. Deshalb könnten mit Aufhebung des Erlasses der Studiengebühren für berufstätige Studierende viele von ihnen gezwungen sein, das Studium abzubrechen.

Vielen Studierenden bleibt somit als einziger Ausweg, noch mehr zu arbeiten. Dadurch wird ein Studienabschluss weiter verzögert. Daraus resultieren weniger prüfungsaktive Studierende und eine höhere Drop-Out-Quote - auch kurz vor Studienabschluss. Davon profitieren weder Universitäten noch Staat.

Die Sinnhaftigkeit der Vorgehensweise der Regierung ist somit stark in Frage zu stellen. Wir, die lokalen Vertretungen der Studierenden der Technischen Universität Wien, der Universität für Bodenkultur Wien, der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien und der Universität für angewandte Kunst, fordern die Rektorate der Universitäten auf, lokale Lösungen zu finden.

[1] http://www.sozialerhebung.at

Rückfragen & Kontakt:

Lukas Bürstmayr
Vorsitz HTU Wien
+43 1 58801 49507
vorsitz@htu.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | HTU0001