VIRUS zu Kaske/Ruck: Entlastung durch Straßenzubau ist ein Trugschluss

Prioritäten setzen - wenn alles wichtig ist, ist nichts wichtig

Wien (OTS) - Unterstützung und Kritik bekundet die Umweltorganisation VIRUS zu den zum wiederholten Mal vorgebrachten Verkehrsausbaukonzepten. Sprecher Wolfgang: "Alle paar Monate wird in derselben Leier aufgewärmt, dass alles Denkmögliche gebaut werden muss. Während aber der Großraum Wien die Ausweitung des Schnellbahnverkehrs dringend nötig hat, ist es ein von der Verkehrswissenschaft längst widerlegter Trugschluss, mit großen Straßenbauten wie dem Lobautunnel Verkehrsentlastung und einen Weg aus dem Stau erreichen zu können."

 

Auch die Verkehrsuntersuchungen des Einreichprojekts zur S1-Lobau würden klar zeigen, dass es zu keiner nachhaltigen Verkehrsentlastung sondern größtenteils zu einer Steigerung des Straßenverkehrs kommt und auch der knapp bemessene Lobautunnel eine hohe Stauhäufigkeit aufweise. "Die Lobauautobahn ist ein Verkehrserreger ersten Ranges, würden sich die Interessensvertreter einmal mit dem konkreten Projekt und seinen Unterlagen beschäftigen, dann wüssten sie dies, ich empfehle den Herren Ruck und Kaske erst einmal ihre Hausaufgaben zu machen, bevor sie ihre unbegründeten Dogmen in die Welt hinausposaunen,"so Rehm. Unverständlich sei auch, warum immer wieder der unzuständigen Wiener Stadtregierung Bekenntnisse zu diesem Projekt" abverlangt werden würden. "Wien hat bei diesem Methusalem-Bundesprojekt eigentlich nichts mitzureden und die Stadtregierung ist nur dadurch aufgefallen, dass sie sich 2005 vom schwarzen Niederösterreich und vom blauen Verkehrsminister für die danach weiterverfolgte ungünstige Speckgürtelvariante über den Tisch ziehen hat lassen", kritisiert Rehm.

 

Auch VIRUS sieht großes Potenzial bei der Schnellbahn, weil im Vergleich zur bereits weitgehend etablierten U-Bahn kostengünstig und ohne teure Neubauten das Angebot beträchtlich gesteigert werden und die Verbindung ins Stadt-Umland besser gewährleistet werden kann. "Wir sprechen uns hier unter anderem für die Prüfung einer ÖV-Südost-Tangente von der Donaustadt nach Inzersdorf und die Beibehaltung der Station Hausfeldstraße, sowie für eine verstärkte Nutzung der Verbindung Süßenbrunn-Stadlau aus," so Rehm. Dies würde einen 15 Minuten Takt von Gänserndorf bei dem jeder zweite Zug anstelle über die Stammstrecke via Stadlau zum Hauptbahnhof geführt wird ermöglichen. Auf der S80 brauchte es eine Taktverdichtung sowie deren Verlängerung bis Marchegg, sobald der bereits genehmigte und im Laufen befindliche Streckenausbau diese ermögliche. Früher oder später werde auch eine zusätzliche zwölfte Donauquerung für den viergleisigen Ausbau der Ostbahnbrücke für die Zusammenmündung zweier Bahnstrecken erforderlich werden. Dass wichtige Strecken wie die S7 an Wochenenden nur im Zweistundentakt verkehren, sei einer Schnellbahnverbindung ebenfalls unwürdig. Die Donaustadt werde als großes Stadtentwicklungsgebiet im Rahmen des ohne Lenkungsmaßnahmen als Zuschauer verfolgten Wachsens Wiens propagiert. Zwar sei man beim U2- Ausbau in weiser Vorausschau in Vorlage getreten, ohne die Ergänzung durch die derzeit zurückgestellten zusätzlichen Straßenbahn und Buslinien sei dies aber nur eine halbe Sache geblieben. "Statt hier konsequent zu sein hat man ohne Not durch zwangsweise verknüpfte Einreichungen eines der wichtigsten Stadtentwicklungsgebiete die Seestadt- Nord dem System Stadtstraße - S1-Spange - Lobauautobahn auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, dies bedarf dringend der Korrektur", so Rehm. In gleicher Weise wie für die Donaustadt äußert VIRUS Unterstützung für bessere Busverbindungen in die Betriebsgebiete insbesondere im Süden ansonsten scheitere die Verkehrsverlagerung an den letzten Metern. Diese positiven AK-Konzepte für den ÖV stünden allerdings dem Wirtschaftskammer-Beton beim Straßenbau gegenüber, mit dem die Wirkungen wieder zunichte gemacht werden würden." Ich verstehe die Allianz der AK mit der jedes denkmögliche Baurojekt befürwortenden WKW nicht, für gute Ergebnisse braucht es Prioritätensetzung anstelle eines Wir-Bauen-Alles", so Rehm abschließend.

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Wolfgang Rehm, 0699/12419913, virus.umweltbureau@wuk.at

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