- 19.01.2018, 10:07:54
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Heimische Agrar-Spitze startet geeint bei "Grüner Woche" in das neue Jahr
Köstinger: Lebensmittelproduktion in Top-Qualität muss belohnt werden
Utl.: Köstinger: Lebensmittelproduktion in Top-Qualität muss belohnt
werden =
Wien (OTS) - In einer gemeinsamen Pressekonferenz im Rahmen der
Grünen Woche in Berlin gaben Bundesministerin für Nachhaltigkeit und
Tourismus Elisabeth Köstinger, Landwirtschaftskammer-Präsident
Hermann Schultes und Bauernbund-Präsident Georg Strasser einen
Einblick in ihre Jahresplanung 2018. Die Erwartungshaltung der
ländlichen Betriebe an die neue Regierung ist sehr hoch. "Eines
können wir jetzt schon versprechen, wir werden unser Bestes tun, um
unsere Bäuerinnen und Bauern nicht zu enttäuschen. Die Eingliederung
einiger neuer Bereiche in das Nachhaltigkeitsressort, wie Energie,
Tourismus, aber auch der Förderpolitik, das alles ist eine klare
Aufwertung des ländlichen Raumes mit einem starken Fokus auf die
bäuerlichen Familienbetriebe - das hat es so noch nie gegeben", freut
sich Köstinger über die Zusammenarbeit an der Spitze der Agrarpolitik
in Österreich und die Chancen, die ihr neues Ressort mit sich bringt.
In der Jahresplanung rund um den EU-Ratsvorsitz 2018 stehen für
Köstinger drei Maßnahmen im Mittelpunkt: Den österreichischen
Agrarmarkt stärken, eine Exportoffensive und die Gemeinsame
Agrarpolitik nach 2020 (GAP). "Bäuerliche Familienbetriebe sind das
Zentrum und die Grundlage für einen vitalen ländlichen Raum. Für die
Menschen in ländlichen Regionen ist die Landwirtschaft seit jeher
auch ein wichtiger Partner und Arbeitgeber. In den Exportzahlen, die
gestern von der AMA präsentiert wurden, kann man genau sehen, dass
Deutschland die Top-Qualität der österreichischen Lebensmittel sehr
schätzt. Wir sollten mehr auf diesen Faktor Qualität setzen. Auch die
österreichischen Konsumenten wollen gentechnikfreies Essen und
Produkte in Top-Qualität. Unsere Bauern sorgen dafür und das muss
belohnt werden", begrüßt Köstinger die steigenden Exportzahlen.
Schultes: Herkunft noch besser sichtbar machen
"Konsumenten haben jedes Recht darauf, zu erfahren, woher die
Lebensmittel stammen, die sie in ihren Einkaufswagen legen oder die
ihnen in der Kantine vorgesetzt werden. Was die LK Österreich mit
'Gut zu wissen' vor zwei Jahren gestartet hat, soll nun verpflichtend
werden, nämlich die Kennzeichnung der Lebensmittelherkunft in der
Gemeinschaftsverpflegung. Dieser Schritt in Richtung mehr Transparenz
muss beispielgebend für weitere Bereiche sein. So verträgt auch das
kräftig wachsende Segment der Eigenmarken im Lebensmittelhandel
deutlich mehr Transparenz. Die Kunden im Supermarkt sollen auf der
Verpackung Hersteller und Lebensmittelherkunft sehen können. Auch die
im Export außerordentlich erfolgreichen Lebensmittelverarbeiter
sollten ihre Produkte rasch nach dem Vorbild Frankreichs und weiterer
fünf EU-Mitgliedstaaten nach der Herkunft der Lebensmittel
kennzeichnen. Das zeigt nämlich den Kunden daheim und in den
Exportländern die hohe Qualität der heimischen Land- und
Ernährungswirtschaft", erklärt Schultes in Berlin.
"Wetterkapriolen nehmen weltweit zu, das Risiko von extremen
Marktverwerfungen für die Landwirtschaft steigt enorm. Die künftige
GAP muss daher Lenkinstrumente zur Absicherung von Preisen und
Einkommen sowie zur Stabilisierung von Märkten enthalten. Dafür sind
ausreichend Budgetmittel zu dotieren. Und national müssen wir den
Anreiz zur Risikovorsorge durch rasche Abschaffung der Steuer auf
Prämien für Elementarversicherungen stärken", verlangt Schultes.
Strasser: Österreichische Landwirtschaft darf nicht Opfer von
Freihandel sein
Gut ausgehandelte Freihandelsabkommen sind für die heimische
Landwirtschaft eine große Chance. Besonders die "Marke Österreich"
ist im Ausland sehr gefragt und es gibt zahlreiche
Alleinstellungsmerkmale, welche die heimischen Bauern für die
Vermarktung ihrer Produkte nutzen können. "Gerade Japan ist ein
großer Zukunftsmarkt für die österreichische Landwirtschaft, aber
auch für Umwelttechnologien", sagt Strasser. Kritisch wird das
Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten gesehen: "Den jetzigen
Vorschlag können wir aus bäuerlicher Sicht nicht akzeptieren. Gerade
für sensible landwirtschaftliche Produkte wie Rindfleisch, Getreide,
Zucker und Ethanol fordern wir strenge Einfuhrbeschränkungen, damit
es keine Marktstörung gibt. Es geht hierbei vor allem um den Schutz
der Bäuerinnen und Bauern in den benachteiligten Gebieten. Diese
können mit Großbetrieben in Südamerika nicht konkurrieren", stellt
Strasser im Rahmen der Pressekonferenz der "Grünen Woche" klar.
Die Mercosur-Staaten produzieren nicht auf europäischem Niveau,
deswegen wird ein massiver Wettbewerbsnachteil für die
österreichische Landwirtschaft befürchtet. "In Österreich und Europa
werden immer höhere Standards in Bezug auf Tierwohl, Pflanzen- und
Umweltschutz gefordert, doch die Mercosur-Staaten haben in diesen
Bereichen gravierende Mängel und großen Aufholbedarf. Besonders wenn
man an den Einsatz von leistungssteigernden Mitteln wie Hormone oder
Wachstumsförderer in der Tierhaltung denkt, diese sind in Österreich
verboten. Für die heimischen Landwirte wäre Mercosur ein Schlag ins
Gesicht, deswegen werden wir entschieden gegen den derzeitigen
Vorschlag vorgehen", so Strasser abschließend. (Schluss)
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